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MICROCENTRO

Im Microcentro, so ziemlich dem Zentrum vom Zentrum, liegen einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Buenos Aires. Das Börsen- und Geschäftszentrum setzt sich zusammen aus den beiden Stadtteilen Retiro und San Nicolás. Die Calle Florida als Fußgänger- und Einkaufszone ist nur ein paar Blocks entfernt und in 10 - 15 Minuten zu Fuß sind Plaza San Martin, Plaza de Mayo, der berühmte Obelisk, das Teatro Colon und viele anderen Attraktivitäten der Stadt zu erreichen.

Am angrenzenden Hafen von Puerto Madero wurde in den letzten Jahren ein vollkommen neues, ultramodernes Stadtviertel geschaffen, von dem aus man in wenigen Gehminuten am Präsidentenpalast oder im Geschäftsviertel ist. Auf der anderen Seite, am Rio de la Plata, befindet sich das Reserva Ecológica de Buenos Aires, die grüne Lunge der Stadt.

Wir haben uns im Microcento tagsüber nur zu Fuß fortbewegt und sind nur mal am Abend die relativ kurze Strecke von unserem Mine Hotel in Palermo mit dem preiswerten Taxi zu den Restaurants am Hafen gefahren. Vom Hotel Moreno in San Telmo konnten wir zu Fuß hierher laufen.

Die am Plaza del Mayo endende Avenida de Mayo steht in dem Ruf, die Prachtstraße Argentiniens zu sein. Immerhin ist sie 33 Meter breit und die mehrstöckigen Palässte im Art Nouveau Stil können selbst mit denen in Paris konkurrieren. Nicht zu Unrecht wird Buenos Aires oft auch mit der französischen Hauptstadt verglichen.

Hier im Microcentro herrscht Tag und Nacht reges Leben, hier finden sich täglich tausende hastige Geschäftsleute und schlendernde Touristen ein. Wir sahen im Jahr 2002 hier auch viele Demonstranten, die die Zuschauerdichte nutzten, um auf ihre Probleme durch den damals gerade stattfindenden Währungsverfall aufmerksam zu machen.

Bei unserem letzten Besuch im Oktober 2014 waren kaum mehr Demonstranten vor Ort, die Wirtschaft war noch mehr unter Druck und das wirkte sich auch auf das Straßenbild aus. Verfallene Häuser, vermüöllte Straßen und gut gekleidete Leute die in Müllcontainern wühlten.



Plaza de Mayo

Bekannt geworden ist die heute verkehrsumbrandete Plaza de Mayo vor allem durch die dort stattfindenden Demonstrationen.

Ein Mittel, um unliebsame Kritiker aus dem Wege zu schaffen, war früher für die argentinische Militärregierung das spurlose "Verschwinden lassen" jener Personen. Die Frauen und Mütter der Verschwundenen wehrten sich dagegen in aller Öffentlichkeit mit Protesten und erlangten als "Frauen der Plaza de Mayo" eine traurige Berühmtheit.

1983 begrüßten auf diesem Platz hunderttausende Menschen das Ende der Diktatur und hier wurde auch der Kampf um die Islas Malvinas (der Falkland Krieg) bejubelt.

Auch während der Wirtschaftskrise 2001 gingen an dieser Stelle die betrogenen Sparer oder die Landwirte (Mehr dazu hier) auf die Straße.

Gut in Erinnerung sind noch die dramatischen Szenen jener Krisenmonate des Jahres 2002, in denen Argentinien in kürzester Zeit fünf verschiedene Präsidenten kommen und gehen sah.

Auch als wir 2003 zum ersten Mal vor Ort waren, fand gerade mal wieder eine Demo statt, oben auf dem Foto zu sehen. Heute sind die Frauen in der "Asociación Madres de Plaza de Mayo" (Vereinigung der Mütter der Plaza de Mayo) organisiert und jeden Donnerstagnachmittag um halb vier treffen sie sich und demonstrieren. Seit 28 Jahren!

Denn an der Plaza del Mayo werden die Unzufriedenen gehört, direkt an diesem Platz liegt die berühmte Casa Rosada, der Prachtbau ist der argentinische Präsidentenpalast. 1887 wurde er errichtet, genau an der Stelle, an der 1595 das erste Fort aus der Zeit der ersten Stadtgründung stand. Das Haus ist Erdbeereis-Rosa gestrichen und vom Balkon des Präsidentenbüros hat man einen schönen Blick auf die davor liegende Plaza und auf die Demonstranten. Berühmt wurde die Casa Rosada auch durch Evita Perón, die vom Balkon aus eine flammende Rede an das Volk hielt. Diese Szene kennt wohl jeder aus dem Musical Evita.

Gegenüber steht der Cabildo, die ebenfalls prächtige Wiege der Stadtverwaltung aus der Kolonialzeit aus dem Jahr 1725. Rund um die Plaza del Mayo gibt es außerdem noch einige unschöne Monumentalbauten an denen sichtlich der Zahn der Zeit und die Abgase der Millionenstadt nagen. Mehrere Ministerien reihen sich hier aneinader, Arkaden schützen vor Regen und Sonne und auf den davorliegenden Straßen vernebeln Dieselbusse die Aussicht. Auf der nordwestlichen Ecke der Plaza steht die 1862 erbaute, streng klassizistische Kathedrale. In ihr befindet unter anderem das Grab des argentinischen Befreiungskämpfers und Nationalhelden José de San Martín.

Beherrschend ist auch der riesige Bau der Banco de la Nación Argentina. Neben leicht verkommenen Zweckgebäuden finden sich Häuser mit Türmchen, Kuppeldächern, schmiedeeisernen Balkons und Arkaden. Ein bunter Mix aus Pracht und Hässlichkeit.



Calle Florida und Avenida 9 de Julio

Die Calle Florida ist eine der eleganten Einkaufsstraßen in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Teilstücke von ihr sind seit 1913 Fußgängerzone. Von Montag bis Freitag ist die Straße populär bei den Berufstätigen aus dem nahe gelegenen Finanzviertel, die dort ihre Mittagspause verbringen oder Einkäufe nach Feierabend erledigen.

Leider hatte sich die Wirtschaftskrise auch hier stark auf das Stadtbild ausgewirkt, als wir im Oktober 2014 zuletzt hier waren, wurden wir alle paar Meter angesprochen. Da die Einheimischen nicht mehr offiziell an ausländische Währung kommen versuchen sie es mit Tauschen. An unserem letzten Tag brauchten wir kein Geld mehr und neben den Geldwechlern wollte man uns auch ständig Ausflüge und Tango Shows andrehen. 2003 waren es meist die Schlepper für Geschäfte mit Lederjacken, die gab es auch noch. So war der Bummel über er die einstige Prachtstraße eher ein Spießrutenlaufen. In einem leerstehenden Kaufhaus am Nordende der Strasse hatte der Verein "Rettet unsere Calle Florida" die Schaufenster mit großen Fotopostern aus besseren Zeiten dekoriert. Schönstes Einkaufszentrum und unbedingt von Innen zu besichtigen sind die Galerias Pacifico.

Die Avenida 9 de Julio ist die breiteste Straße in Buenos Aires, beiderseits eines schmalen begrünten Mittelstreifens verläuft sie mit acht Fahrstreifen in jede Richtung. Es gibt auf jeder Seite durch einen etwa 20 m breiten Grüngürtel mit Baumbestand noch eine Parallelstraße für den lokalen Verkehr gedacht, dies sind jeweils dreispurige Einbahnstraßen und werden werden oft als Teil der Avenida 9 de Julio empfunden.

Die Überquerung der drei Straßen dauert oft einige Minuten, da alle Kreuzungen Ampeln haben. Bei einer normalen Gehgeschwindigkeit benötigt man zwei bis drei Ampelphasen, um alle zu überqueren. Die berühmtesten Bauwerke an dioeser Straße sind das Opernhaus Teatro Colón, zwischen der Plaza Lavalle und der Avenida 9 de Julio gelegen. Es wurde von 1889 bis 1908 von den Architekten Francesco Tamburini, Angelo Ferrari, Victor Meano und Julio Dormal erbaut und am am 25. Mai 1908 mit der Oper Aida von Giuseppe Verdi eröffnet. Am 24. Mai 2010, zur 200-Jahr-Feier der argentinischen Unabhängigkeitsbewegung, wurde der Prachtbau renoviert wiedereröffnet und kann auch im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Der Obelisk von Buenos Aires ist ein 1936 gebautes 67,5 Meter hohes Denkmal mitten auf der Plaza de la República Hier formt die Avenida 9 de Julio einen Kreisel drumherum. Der Obelisk ist begehbar, 206 Stufen führen zur Spitze, wo man durch vier Fenster Ausblick hat.


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