Archiv : Die Infos und Bilder auf dieser Seite sind aus dem Jahr 2003

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DIE ANFAHRT

Die Anfahrt von El Calafate über die Ruta Nacional 40 und dann der Abzweig bis nach El Chaltén kann sehr spektakulär sein – oder auch langweilig und öde. Das hängt ganz von den Wetterbedingungen ab, denn wenn es regnet oder die Wolken tiefhängen verpasst man leider einen der schönsten Ausblicke in den südlichen Anden.

Wir fuhren am Morgen in Calafate los, nachdem wir noch einmal ausgiebig getankt und eingekauft hatten. Das erste Teilstück der Ruta 40 ist auf einer eigenen Seite beschrieben. Unsere Reise auf dieser Seite beginnt kurz vor der Abzweigung, die auf der linken Seite in Richtung El Chaltén führt. Ab hier fährt man immerhin noch etwa 100 km auf der Ruta Provincial No. 23 in Richtung Westen.

Schon von der Ruta 40 aus hatten wir einen traumhaften Blick auf den türkisfarbenen Lago Viedma und auf die dahinter liegende Bergkette der Anden mit den schneebedeckten Gipfeln. Das Wetter war so gut, dass wir sogar klar und deutlich den Fitz Roy und die Tres Cerros erkennen konnten, die markantesten Gipfel dieser Region. Auch der Viedma Gletscher war deutlich sichtbar, er mündet in den türkisblauen gleichnamigen See.

Von diesem Anblick überwältigt war uns gar nicht so klar das wir immerhin noch über 100 Kilometer Luftlinie entfernt waren, so greifbar nah schienen uns die schneebedeckten Gipfel in der kristallklaren Luft Patagoniens.


Ruta Provincial No. 23

Die restlichen 100 km bis an den Fuß der Berge überwindet man auf der Ruta Provincial No. 23, der einzigen Verbindung zum Ort El Chaltén und zum nördlichen Teil des Los Glaciares Nationalparks. Eine schier endlose, staubige Schotterpiste die zuerst wenig Sicht auf die Berge bietet.

Linkerhand liegt immer türkis und leuchtend der Lago Viedma, der Wind ist heftig und die Vegetation am Straßenrand dürftig. Hauptsächlich harte Flechten und Büsche findet man hier, steigt man allerdings aus um von einem heftig windumtosten Hügel einen erhöhten Blick auf den Lago Viedma und den Gletscher am anderen Ufer zu werfen, so findet man durchaus Leben. Vor allem die vielen schwarzen Käfer zwischen den Steinen und Polstern fallen auf.

Auf halber Strecke durchfährt man eine kleine Oase rund um die Estancia San Jose. Hier sind die Wiesen Schwemmland, saftig und grün. Viele Wasservögel haben sich versammelt, man kann Enten, Gänse und auch darüber kreisende Raubvögel beobachten.

Danach läuft die Straße dann schnurgerade mit gewaltigem Ausblick auf die Berge zu, auf dem Bild unten sind sie immer noch über 50 km entfernt. Welch ein Glück, diese Kulisse frei von Wolken zu sehen. So wird die Anfahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Nur wenige Autos, meist Kleinbusse mit Touristen oder Lkws sind auf dieser Strecke unterwegs. Kurz vor El Chaltén scheinen die Berge schon zum Greifen nah. Nach der Überquerung des Rio de las Vueltas geht es nochmal einen Hügel hinauf, man kommt wieder in den Nationalpark Los Glaciares und links zweigt ein Stück weiter eine kleine Straße ab zur Tunnel Bay.

Dann erreicht man, über einen letzten Hügel kommend mit schönem Ausblick den wachsenden Touristenort El Chaltén. Die Ruta Provincial No. 23 führt durch den Ort hindurch bis zum Lago del Desierto im Grenzgebiet zwischen Argentinien und Chile. Dieser Region habe ich eine eigene Seite gewidmet.

Bauarbeiten

Eigentlich wird diese Strecke überall als einsame Schotterpiste beschrieben und wir hatten Ende November 2004 auch nichts anderes erwartet. Aber schon direkt nach der Abweigung von der Ruta 40 sahen wir die ersten Schilder, die auf Bauarbeiten hinwiesen.

Schon folgte eine Umleitung neben der eigentlichen Straße. Diese war sehr schlecht zu fahren und mit Erstaunen sahen wir dass die alte Strecke gerade asphaltiert wurde. Wunderbarer, glatter Asphalt erstreckte sich kilometerweit neben uns und wir mussten die mehr als holperige Nebenstrecke fahren. Neidisch schauten wir immer wieder zum neuen Asphaltband hinüber.

Der bereits fertige Teil der Straße erstreckte sich über mehr als 30 Kilometer, zwischendurch wechselte die Umleitung mal die Straßenseite und man kam an einigen Bauarbeitercamps vorbei. Es wird nicht mehr lange dauern, dann ist die Strecke nach El Chaltén vollständig geteert und der Ort wird sich dann wohl endgültig nach dem Vorbild von El Calafate entwickeln. Dann folgte wieder ein Stück Schotter mit einer älteren Brücke, dann kam wieder ein neues, aber eben gerade noch nicht freigegebenes Stück. Die Straßenschilder standen schon, es fehlten nur noch die Mittelstreifen.

An einem wunderbaren klaren Fluss, dem Rio de las Vueltas, arbeitete man gerade an einer neuen Brücke. Wir mussten noch über die einspurige alte Stahlgitter-Konstruktion fahren - mit reduzierter Geschwindigkeit, damit die dicken Bretter unter den Reifen nicht hochspringen. Lange wird es nicht mehr dauern, bis auch hier die "Autobahn" ebenfalls fertig ist.

Im Gespräch ist sogar ein Flughafen, der hier in 2 Jahren entstehen soll. Dann können auch alle Pauschalreisenden, die gerne Südamerika in 3 Wochen "abhaken", für einen Tag die Bergwelt ohne die noch strapaziöse Anreise genießen und die Wanderwege werden dann für die reinste Völkerwanderung ausgebaut.

Was dabei herauskommt, sieht man am "Rummel" in El Calafate und am Perito Moreno. Für patagonische Verhältnisse ist das Massentourismus pur.

Auf der Rückfahrt von El Chaltén zur Ruta 40 verloren wir auf der schlechten Nebenstrecke auch noch eine Radkappe von unserem durchgerüttelten Kangoo, wer sie findet der darf sie behalten...

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