Archiv : Die Infos und Bilder auf dieser Seite sind aus dem Jahr 2003

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AM GLETSCHER

Der Perito Moreno ist ein zugänglicher Gletscher, mit großen Aussichtsplattformen aus Holz in mehreren Ebenen in den Berghang gebaut, von denen man bequem die riesige Eisfront betrachten kann. Doch zuerst muss man einmal dort hinkommen. Bis Punta Baderas ist die Straße mittlerweile breit, gerade und asphaltiert. Kurz vor dem Parkeingang passiert man eine Brücke über einen kristallklaren Fluss. Dahinter beginnt eine Erd- und Schotterpiste.

Am Eingang bezahlt man 20 Pesos pro Person, er gilt für einen Tag. Kommt man am nächsten Tag nochmal, zahlt man wieder. Dann befindet man sich im Nationalpark Los Glaciares. Die Straße ist recht abenteuerlich, die letzten Kilometer am Seeufer entlang und durch dichte Wälder ziehen sich. Es gibt große Löcher in der Fahrbahn und in den engen und unübersichtlichen Kurven muss man jederzeit mit großen Doppelstöckigen!! Reisebussen rechnen. Zum Glück fahren alle sehr vorsichtig und langsam - man braucht etwa eine Stunde vom Parkeingang bis zum Gletscher.

Der Wald und das Bergpanorama sind wunderbar. Es gibt auch einen Picknickplatz auf der linken Seite. Von ihm kommt man zum Seeufer, kann in Ruhe die Bäume und die Vögel beobachten, denn Busse halten hier nicht.

Weiter geht es auf der Piste, die Strecke zieht sich kurvig am Seeufer entlang. Dort schwimmen schon die ersten kleinen Eisberge in magischem Blau vorbei. Von einem Parkplatz hat man den ersten Blick auf den noch weit entfernten Gletscher, später kommt man an der Luxusherberge "Los Notros" vorbei.

Wer hier in einem der 32 Zimmer wohnt, der zahlt dafür zwischen 230 und 330 US-Dollar und hat angeblich unverbaubaren Gletscherblick von jedem Fenster aus. Die einzige feste Unterkunft in weiter Umgebung, am Seeufer befindet sich noch ein Campingplatz. Nicht weit hat man es von hier zur Anlegestelle des Tourbootes, welches die Südfront des Gleschers anfährt.

Nach etwa 35 km ab Parkeingang hat man es dann geschafft und erreicht den Parkplatz oberhalb der Aussichtsplattformen. Ein wenig unterhalb befindet sich ein Kiosk und Toiletten, dann führen zahlreiche Holzstufen hinab zu den verschiedenen Plattformen. In der Nähe gibt es auch ein Restaurant, das aber laut ist und stets überfüllt mit Horden von Bustouristen. Am Pier ganz unten legt das andere Tourboot ab, das in gebührender Entfernung zur Nordfront des Gletschers entlangfährt.

Flora und Fauna

Wendet man den Blick vom Eis ab, auch wenn das sehr schwer fällt, dann schaut man ins Grüne: in einen dichten Wald aus Südbuchen, er reicht bis dicht an den Gletscher heran. Man findet neben den Holzwegen zu den Aussichtsplattformen auch zahlreiche Calafate-Sträucher, bunte Blumen und zwitschernde Vögel. Sie geben auch ohne Gletscher ein schönes Naturschauspiel ab. Durch den ständigen Wind und die Kälte sehen die kleinen, bunten Pieper zwar ein wenig zerupft aus, aber wer Glück hat kann über dem Gletscher einen Vertreter jener Art sehen, dem weder Wind noch Kälte etwas ausmachen: der riesige Anden-Kondor.

Die Calafate-Sträucher - eine Berberitzen-Art - blühten im November noch gelb. Im Sommer tragen diese Strächer blaue Beeren, aus denen die süßmäuligen Einheimischen leckere Marmeladen und Likör machen. Jedem Touristen wird erzählt: "Du musst unbedingt Calafate-Beeren essen, dann kommst du mit Sicherheit nach Patagonien zurück."

Dazu leuchteten als Kontrast die Feuerbüsche, der knallrote "Notro"(Embothrium coccineum) der angeblich Feuerland und mit Sicherheit dem einzigen Hotel in dieser Region den Namen gab. Auf dem kleinen Bild ist die hübsche Blüte des Notro zu sehen.

Eisfront

Vom Parkplatz, auf dem sich fast immer auch einige große Busse und zahlreiche Kleinbusse befinden, geht man dann über viele Holzstufen hinunter zu diversen Aussichtsplattforemen. Hier kann man ganz in Ruhe und warm verpackt gegen den Wind stehen bleiben und die Eismassen bewundern, die sich direkt vor einem auftürmen. Auch einige Holzbänke stehen zur Verfügung.

Ein nicht nur einmaliges Erlebnis, wir waren am Abend kurz hier und haben dann am übernächsten Tag nochmals 3 Stunden vor der Gletscherfront verbracht. Da wir mit dem eigenen Auto reisten, waren wir nicht auf die Zeiten der Tourguides angewiesen und frei in unserer Planung.

Es ist wie eine lebende Architektur da vor einem, ständig umgeformt von Sonne und Wind. Mit Glück kann man hier beobachten, wie riesige Eisbrocken abbrechen und in den See fallen, dabei verursachen sie kräftige Flutwellen. Durch die Entfernung wirken die Brocken wie kleine Schneebälle, man muss sich immer wieder bewusst machen, daß dort gerade Klötze in der Größe eines Lieferwagens oder LKW herunterkrachen - und man kann sie kaum sehen, so klein sind sie gegenüber der Masse des Gletschers.

Ständig knackt und knirscht es im Gletscher, Geräusche wie Peitschenknall oder Kanonenschüsse sind zu hören. Es entstehen immer wieder neue Gletscherspalten, die Sonne schmilzt ständig die Eisspitzen ab und formt neue Obelisken aus der Eismasse.

Besonders faszinierend ist das durch unterschiedliche Lichtbrechung hervorgerufene magische blaue Leuchten der Gletscherspalten. Je nach Wetterlage wabern dicke Wolken über dem Gletscher, manchmal scheint die Sonne wie mit einem Suchscheinwerfer auf die blau-weiße Pracht.

Fotografieren ist hier gar nicht einfach, bei ständig wechselndem Licht. Wer im Regen ankommt, der sollte nicht enttäuscht sein und ein wenig warten. Das Wetter ändert sich ständig und schon eine halbe Stunde später kann wieder die Sonne scheinen.

An beiden Kanten fahren mit großem Sicherheitsabstand Tour-Boote an den Gletscher heran, sie wirken vor der kilometerlangen Gletscherfront zwischen den kleinen Eisbergen auf dem Lago Argentino wie Spielzeug. Die Kapitäne sind vorsichtig: Das Eis kann nicht nur aus 50 m Höhe herabstürzen, bei einem großen Abbruch können riesige Eisberge aus über 100 m Tiefe an die Oberfläche schießen und dabei jedes Schiff zertrümmern. Überlebenschancen im eiskalten Wasser: Keine!

Eine Gletscher-Galerie gibt es auf meinen Fotoseiten!

Google Map zum Thema

Perito Moreno Gletscher


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