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QUEBRADA DE HUMAHUACA

Das enge und trockene Tal namens Quebrada de Humahuaca im Nordwesten von Argentinien, welches das Zentrum der Provinz Jujuy in Nord-Südrichtung durchschneidet, ist das Ziel aller Touristen in der Region. Oft als Tagesausflug von Salta aus angeboten, aber viel zu schade, um dort nur durchzufahren oder die Landschaft durch ein Busfenster zu sehen. Denn dieses Tal gehört immerhin seit dem Jahr 2003 als Teil des Inka-Pfades zum UNESCO Naturerbe der Menschheit und steigt ca. 39km nördlich von San Salvador de Jujuy von 1.200 Metern Höhe auf beinahe 3.000 Meter bei Humahuaca an. Im Westen wird das Tal von einer 4.000 Meter hohen Bergektte der Kordillern und im Osten vom Zenta-Gebirge berenzt.

Mitten hindurch führt die Ruta Nacional No. 9, die von Salta aus über die Provinzhauptstadt San Salvador de Jujuy bis zum Grenzübergang nach Bolivien bei La Quiaca führt. Dem entsprechend viel Verkehr herrscht auf der gut ausgebauten Strecke, riesige Überlandbusse und LKWs sieht man hier oft. Auch die Orte am Wegrand wirken nur auf den ersten Blick verschlafen, der Tourismus ist vor allem Tilcara und Purmamarca allgegenwärtig, beide Orte sind viel besuchte Ausflugsziele.

Auf einer Länge von 155 km wird das Tal des Río Grande de Jujuy von einer vielfarbigen Bergkette begrenzt. Im Winter ist der Fluss eher ein harmloses Rinnsal oder ganz ausgetrocknet, in den Sommermonaten wird er allerdings oft eine wilde Bestie, wenn das Schmelzwasser aus den Bergen alles mit sich reißt.

Man sagt, in der Quebrada spüre man eine starke Spiritualität. Dazu kommt die Schönheit dieser farbigen Landschaft voller Kandelaberkakteen, schroffer Berge, grüner Terrassenfelder und kleiner Dörfchen. Die Vegetation ist eher karg, um das Landschaftsbild zu erhalten wurde ein Schutzstreifen 2 Kilometer rechts und links der RN 9 eingerichtet. Dort ist es verboten, die bis zu 6 Meter hohen Kakteen zu fällen.

Vor allem bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang beginnen die farbigen Gesteinsschichten rundum zu leuchten. Die Bergketten zeigen eine unglaubliche Explosion von Formen und Farben, die während des Tages laufend wechseln. Als wir ankamen hatten wir allerdings einen Staubsturm und sahen die Berge kaum. Um so größer war am nächsten Morgen die Überraschung, als sich die Dunstschleier gelegt hatten.

Dank der strategisch guten Lage spielte die Schlucht bereits in vorspanischen Zeiten eine sehr wichtige Rolle, sowohl aus ökonomischer als auch aus politischer Sicht.

Hier verlief schon damals die Hauptroute für den Transport von Waren und Informationen zwischen dem zentralen Argentinien und dem Rest von Südamerika. In der Region gibt es noch Nachkommen der ursprünglichen Völker, die einst hier lebten bevor die Spanier eintrafen. Das Erbe ihrer Vorfahren halten die Menschen bis heute mit ihren alten Bräuchen lebendig.



Zwischen den Bergen

In Süd-Nord Richtung gesehen befinden sich entlang der Straße die Dörfer Volcán, Tumbaya, Purmamarca, Maimará, Tilcara, Huacalera, Uquía, Humahuaca, Iturbe und Tres Cruces. Alle haben enge Gassen mit Adobe-Häusern, eine Kirche und einen Fußballplatz. Die Reise beginnt meist mit Tumbaya in etwa 2.000 Meter Höhe, wir kamen allerdings von Iruya und damit von Norden. Im Süden folgt dann Purmamarca, dafür muss man drei Kilometer von der Hauptstrasse in ein Quertal in Richtung Westen fahren. Den kleinen Ort kann man ruhig als Hauptsehenswürdigkeit der Region bezeichnen. Neben einer uralten Kirche beeindruckt hier vor allem die Kulisse des Cerro de los Siete Colores mit imposanter Farbenpracht. Auf dem täglich stattfindenden Markt und in den zahlreichen Souvenirgeschäften kann man lokale und internationale Mitbringsel einkaufen. Am Dorf vorbei führt die internationale Strasse weiter in Richtung Salinas Grandes, Susques und über den Paso de Jama nach San Pedro de Atacama in der chilenischen Atacamawüste.

Die Quebrada weiter hinauf fahrend kommt man vorbei an der Posta de Hornillos, einer Art Raststätte für den Pferdewechsel aus dem Jahr 1772, nach Maimará. Der örtliche Friedhof hier befindet sich hier direkt neben der neu gebauten Umgehungsstraße oberhalb des Ortes. Die Gräber sind mit zahlreichen Stoffblumen in bunten Farben geschmückt, ganz typisch für die Kultur der Menschen in diesem Tal. Es soll der älteste Friedhof der Region sein. Hinter dem Ort erheben sich ebenfalls sehr bunte Berge namens La Paleta del Pintor(Farbpalette des Malers), die nicht ganz so bekannt sind wie die Felsen in Purmamarca. Am schönsten leuchten die Farben hier am Nachmittag. Das bunte Schichtmuster ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch geologisch etwas Besonderes. Zwischen dem untersten und dem obersten Sediment-Material finden sich marine Fossilien. Rund um Maimará wird Ackerbau betrieben, daher ist es hier schön grün.

Nächster Ort ist Tilcara in schon 2.500 Meter Höhe, hier haben wir 2 Nächte im Hotel Las Terrazas gewohnt. Berühmt ist Tilcara durch die archäologischen Funde und die zahlreichen Museen und Galerien. Außerhalb des Ortes wurde von den Indios eine Pucará, was übersetzt so viel wie Wohn-Festung bedeutet, gegen die spanischen Eindringlinge erbaut. Im Ort findet man neben einer Tankstelle und zahlreichen Restaurants und Unterkünften alles an touristischer Infrastruktur.

Die Quebrada weiter aufwärts kommt man zunächst am Monument vorbei, das den Wendekreis des Steinbocks markiert, einem Monolithen am Eingang des Dorfes Hualcalera. Hier steht die Sonne am 21. Dezember senkrecht am Himmel. Dann folgen kleine Gehöfte am Ufer des Río Grande.

In Uquía befindet sich auf dem Dorfplatz die schöne Kirche San Francisco, in deren Innentraum ein geschnitzter Barockaltar steht, die Decke ist aus Kakteenholz. Mit ihrem separat stehenden Glockenturm soll sie das älteste Gotteshaus des ganzen argentinischen Nordwestens sein. Heiligenfiguren und Bilder sind ebenfalls zu sehen, auf denen die Engel Waffen der spanischen Eroberer, so genannte Arkebusen, tragen.

Am Ende der Quebrada erreicht man den Ort Humahuaca auf 2.940 Meter über dem Meer, der dem Tal seinen Namen gegeben hat. Auch hier in der größten Stadt der Quebrada ist vor allem die Kirche sehenswert. Hier erscheint jeden Tag zur Mittagszeit eine Figur des heiligen San Francisco Solano in einem Fenster des Rathauses, um alle Einheimischen und Touristen zu segnen.

Hinter Humahuaca ist man schon bald in der Puna, der Hochebene. Hier zweigen von der Ruta Nacional No. 9 kleine Seitenstraßen ab, die zu abgelegenen Dörfern in den Bergen führen. Wir haben das hübsche Örtchen Iruya besucht und dort eine Nacht in der örtlichen Hosteria Iruya verbracht. Als Tagesausflug ist das nicht zu bewältigen, da man alleine für die 50 Kilometer lange und spektakuläre Anfahrt gute 2 Stunden braucht.



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Quebrada de Humahuaca


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