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PUENTE DEL INCA

Die Puente de Inca ist eine der bekanntesten Sehendwürdigkeiten der Region, sehr oft fotografiert und sicherer Bestandteil jeder organisierten Tour von Mendoza oder Uspallata aus in Richtung chilenische Grenze.

Diese "Brücke des Inkas" erreichten wir nach 59 Kilometern Fahrt, nachdem wir am Morgen gleich nach dem Grühstück vom Gran Hotel Uspallata aufgebrochen waren. Um diese Zeit war die Straße zwar schon voller LKW, die in Richtung Chile fuhren, aber die Ausflugsbusse aus Mendoza hatten wir damit weit hinter uns gelassen. Sowohl Polizei als auch Armee haben Kontrollpunkte an verschiedenen Stellen der Strasse eingerichtet, wobei hier auch unsere Pässe kontrolliert wurden.

Zuerst ist die Fahrt durch das weite Flusstal eher unspektakulär, mit zunehmenden Kilometern wird die umgebene Berglandschaft aber immer eindrucksvoller und die steilen Hänge rücken näher an die Ruta 7 heran. Lange Schuttschleppen wirken fast wie eine Mondlandschaft. Die Eisenbahn begleitet die Strasse und man fährt an kleinen Bahnhöfen und ehemaligen Mineorten vorbei, die jedes Jahr wieder Opfer der Wassermassen bei der Schneeschmelze werden.

Auf 2.580 Metern Höhe passiert man ein modernes Skigebiet namens Los Penitentes, hier ist man schon 180 Kilometer von der Provinzhauptstadt Mendoza entfernt. Im Winter muss hier die Hölle los sein, es gibt 1.950 Betten in allen Kategorien. Das Skizentrum wurde im Jahr 1979 erbaut und wird überragt von Amerikas höchstem Berg, dem Cerro Aconcagua. Auf 300 Hektar locken mehr als 21 Abfahrten, Liftanlagen auf dem neuesten Stand, Schneesicherheit und günstige Preise die Ski- und Snowboarder in diesen Ort. Die Skisaison dauert von Mitte Juni bis Ende August, ist sie vorbei kommen im Sommer die Wanderlustigen für Trekking und Rafting. Im Oktober wirkte hier allerdings alles wie ausgestorben und recht öde, kein Grund für uns die Reise hier zu unterbrechen.

Die Straße führt weiter in Richtung Grenze, immer begleitet von en klaren Wassern des Río Las Cuevas Manantiales, der irgendwo oben in en Anden entspringt. Auch die Trasse der schon lange stillgelegten Schmalspur-Eisenbahn ist immer sichtbar und die Ruta 7 führt vorbei an dunklen Tunneleinfahrten in blankem Fels. An einer Stelle führt auch die heutige Staße durch einen kurze Tunnel.



Schöne Aussicht

Die winzige Ortschaft "Puente del Inca" liegt 2.719 Meter über dem Meer und ist eigentlich nur wegen der Brücke der Inkas bekannt, einem Natursteinbogen über dem Río Las Cuevas Manantiales. Dieser Bogen wurde natürlich nicht von den Inkas erbaut, sondern entstand durch natürliche Erosion. Nur die falsche Annahme, die Inkas seien so weit nach Süden vorgedrungen, führte zu dieser etwas kruden Namensgebung. Ausser Touristen wird der Ort noch von vielen Soldaten besucht, denn auf der andern Seite der Ruta 7 sind Kasernen der argentinischen Bergjäger.

Der Bogen ist 47 Meter hoch, 28 Meter breit und spannt sich frei über den Fluss. Wahrscheinlich war er einmal ein Teil des Handelsweges nach Chile. Kein Mensch hätte dem eher unscheinbaren Bogen mehr Aufmerksamkeit geschenkt, wäre da nicht direkt nebenan eine stark schwefelhaltige, heiße Quelle gewesen. Ihr Wasser färbte die Felsen rund um den Bogen in dekorativem Orange, Rot und Gelb ein, die chemischen Reaktionen an den Felsen sorgen für ein fast surrealistisches Bild. Grünliche Algen sind ein weiterer Farbklecks.

Diese schwefelhaltigen Thermalquellen mit Temperaturen zwischen 34°C und 38°C wurden bereits im frühen 17.Jahrhundert entdeckt, aber das Thermalbad mit Hotelkomplex entstand erst 1925. Bis zum Jahr 1953 wurde es betrieben, dann allerdings wurde das Hotel durch einem Erdrutsch zerstört und seitdem sind auch die Bäder nicht mehr in Betrieb. Die verfallenen Reste der des alten Badehauses unterhalb der Brücke und die weiter oben liegenden Hotelruinen mit erhaltener Kapelle sind heute noch zu sehen und bilden zusammen mit den farbigen Felsen das bekannte Fotomotiv. Ihr fortgeschrittenes Verfallsstadium mit dem durchschießenden Thermalwasser hat eine sehr einmalige Ausstrahlung. Am Parkplatz befindet sich ein Markt, wo man jede Menge Souvenirs einkaufen kann. Da wir schon lange vor den Reisebussen vor Ort waren blieben wir unbehelligt, denn die Händler fingen gerade erst an, die Stände aufzubauen.

Als wir den Aussichtspunkt erreichten, waren wir mit wenigen anderen Besuchern fast alleine. Viel machen kann man hier auch nicht, nur fotografieren. Auf vielen Webseiten und sogar in neueren Reiseführern stehet noch, man könnte über und unter den Felsbogen gehen oder gar in den alten Thermen noch baden. Es gibt auch Bilder von der anderen Seite oder aus den Räumlichketen des ehemaligen Hotels. Das ist leider Vergangenheit, da seit 2005 auch dieser Zugang wegen Einsturzgefahr bis auf Weiteres geschlossen wurde. Die Berichte sind also alle schon etwas älter. Man kann zwar noch die beplankten Wege über die Brücke erkennen, die sind aber mit Barrieren abgesperrt und es ist verboten, außerhalb der Aussichtsplattform herumzulaufen. Auf älteren Bildern ist das alte Badehaus am Hang über dem Fluss auch noch besser erhalten und offen, heute versperren Gitter die Fenster.

Zumindest der örtliche Polizist oder ein Ranger der Parkverwaltung fühlte sich nicht an das Verbot gebunden und kontrollierte den Zustand der kleinen Kapelle auf der abgesperrten Seite des Flusses. Uns hat der eisige Wind dort auch bald wieder vertrieben.



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Puente del Inca


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