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LA RIOJA

Die eher ländlich geprägte Provinzhauptstadt La Rioja im Osten der gleichnamigen Provinz hat ca. 150.000 Einwohner. Sie liegt malerisch vor der Sierra Velasco auf 543 Metern Höhe am nordwestlichen Ende einer weiten steppenhaften Ebene und ist durch mehrere Kordillerenzüge von den Anden getrennt.

Das Klima hier gleicht im Sommer einem Backofen, dann ist es heiß und knochentrocken von 21ºC bis über 35ºC. Im Winter sind die Temperaturen mild zwischen 5ºC und 20ºC. Der jährliche Niederschlag beträgt weniger als 200 Millimeter. Wir kamen im Frühjahr aus Richtung Ischigualasto und bedrohlich dunkle Wolken hatten sich an den Bergen verfangen. Trotzdem hat es keinen Tropfen in der Stadt geregnet. Rund um La Rioja gibt es nur wenige Flüsse, die ganzjährig Wasser führen und die Landschaft ist arid. Nur dort, wo Menschen wohnen und künstlich bewässert wird, sieht man Grün. Schön ist die Fahrt durch die Berge und ein grünes Tal in Richtung Ainogasta, mehr darüber auf einer eigene Seite: Rioja Coast.

La Rioja ist ein eher verschlafenes Städtchen, wenn man mal vom üblichen Verkehr einmal absieht. Vor allem zur Siestazeit ist hier "der Hund begraben". Nur einmal im Jahr ist hier viel los, wenn sich in der Neujahrsnacht alle zum Fest Tinkunaco Quechua (Begegnung) treffen. Dann werden das Jesuskind und die Statue des heiligen Nikolaus aus der Kathedrale getragen und unter dem Gesang von alten Indianerweisen im Ort herumgetragen.

La Rioja war bis in den 1970er-Jahren eine ausschließlich landwirtschaftlich geprägte Stadt, die vor allem ein Zentrum des Weinbaus in der Umgebung war. Wein findet man auch heute noch, in der Provinz La Rioja gibt es mittlerweile insgesamt 8.404,52 Hektar Rebfläche. Der größte Teil der Weinfelder liegt im Departamento Chilecito, vor allem im Valle de Famatina. Hier werden 8 Millionen Liter pro Jahr produziert. Die bekanntesten Bodegas sind La Puerta, Chanarmuyo, Bodegas Altanza und die größte Kellerei der Provinz ist die Cooperativa La Rioja.

Anfang der 1970er wurde die Region zu einer Sonderwirtschaftszone erklärt. Das brachte einen starken Schub an Industrialisierung für die Stadt, die heute eines der Zentren der argentinischen Pharmaindustrie ist. Viehwirtschaft mit 250.000 Rindern und 150.000 Gänsen ist der nächste größere Wirtschaftsfaktor. Die Lederproduktion, der Tonabbau im Bergbau und der stetig wachsende Tourismus sind weitere wichtige Wirtschaftszweige in der Provinz La Rioja.


Geschichte der Provinz

Einst bewohnten die Diaguitas den Nordwesten von Argentinien. Der Name dieser Ethnie bedeutet in der Sprache Quechua "Berg" - sie waren kulturell mit den Inkas verwandt. Ihre Häuptlinge teilten das Land auf und organisierten den Anbau und die Pflege der landwirtschaftlichen Terrassen in den Hängen der Berge. Das Land wurde gemeinsam bearbeitet und ein Teil der Ernte von Bohnen, Kürbis und Mais blieb in der Kommune. Auch sammelte man wilde Früchte wie Johannisbrot und züchtete Lamas und Alpakas, vor allem in höheren und kälteren Lagen. Gejagt wurde mit Pfeil und Bogen, gewohnt in den Tälern entlang der Flüsse in rechteckigen Häusern.

Bemerkenswert ist, dass die Menschen schon damals nicht nur die Verwendung verschiedener Metalle kannten, sondern auch Mischungen aus diesen herstellen konnten. Kupfer und Bronze waren die am weitesten verbreiteten, aber auch Gold und Silber.

Nach der Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 begann die Eroberung und Kolonisation dieser Gebiete, mit den bekannten Primärzielen, Edelmetalle zu finden und den katholischen Glauben zu verbreiten. Obwohl die Eroberer zahlenmäßig weit unterlegen waren, hatten sie dennoch Erfolg dank ihrer modernen Waffen, ihrer Pferde und Rüstungen.

Am 20. Mai 1591 gründete Juan Ramirez de Velazco, unter der Regierung des weiter nördlich gelegenen Tucumán und dem Vizekönigreich Peru, den Ort. Ziel war die Schaffung eines strategischen Punktes im Kampf gegen die Indianer. Der vollständige Name der neuen Siedlung lautete Ciudad de Todos los Santos de la Nueva Rioja, benannt nach der Region in Spanien.

Im Jahr 1630 gab es hier einen Aufstand der Indianer, der aber von Gouverneur Albornoz niedergeschlagen wurde. Ab 1783, nach Schaffung des Vizekönigreiches Río de la Plata, wurde die Verwaltung von Córdoba aus kontrolliert. Die Unabhängigkeit mit eigener Provinz erlangten die ca. 10.000 Bewohner von La Rioja erst im Jahr 1820. Die Verfassung der Provinz wurde dann 1855 verabschiedet.

Als es im frühen 20. Jahrhundert eine große Einwanderungswelle nach Argentinien gab, wollten nur wenige Menschen ins provinzielle La Rioja ziehen. Hierher kamen meist Syrer und Libanesen, der bekannteste Argentinier syrischer Abstammung ist sicherlich der ehemalige Präsident Carlos Menem. Er war von 1973 bis 1976 und von 1983 bis 1989 Gouverneur der Provinz La Rioja.


Sehenswertes

La Rioja ist zwar recht klein und überschaubar, allerdings findet man mit einem Straßenplan schneller zum Ortskern als auf gut Glück wie wir. Im Zentrum selbst kann man zu Fuß innerhalb von kurzer Zeit einige sehenswerte historische Bauwerke besichtigen. Viel übrig ist davon allerdings nicht, denn im Jahr 1894 zerstörte ein Erdbeben die Stadt nahezu vollständig. So sind danach nur noch sehr wenige Bauten aus der Kolonialzeit stehen geblieben.

Für Shoppingfans lohnt sich ein Bummel in den Geschäften. Es gibt vier kleine Fußgängerzonen rund um den Plaza und vor allem die Preise in den Schuhgeschäften verleiten zum Kauf. Da ist uns die große Auswahl aufgefallen. Die Mode ist allgemein eher konservativer und ein wenig altbacken. Handarbeiten aus der Region kann man im Shop Regionales del Paseo del Aljibe in der Straße San Martin 211 kaufen. Ein Ladenbezirk an einer Ecke der Plaza 25 de Mayo wurde im Stil der Kolonialzeit gebaut und ist recht malerisch.

Die Siesta ist hier heilig, zwischen 12:00 Uhr und 17:00 Uhr braucht man gar nicht auf reges Straßenleben zu hoffen. Dann ist allerdings die Luft besser, denn auch der Verkehr hat Pause. Um 17:00 Uhr beleben sich die Straßen und die Bevölkerung füllt die Straßen und Plazas im Zentrum, wie überall in Argentinien.

Wir haben ganz zentral an der Plaza 25 de Mayo gewohnt, einer grünen Lunge inmitten des Verkehrs mit lila blühenden Jacarandas im Oktober. Aber rund um den Platz fahren, wie überall in den Landstädtchen in Argentinien, meist uralte Auto und Mopeds herum. Die sind laut und stinken, da ist man für ein wenig Grün und ein paar Bänke dankbar.

Direkt an der Plaza liegen die große Kathedrale und das Government House. Es wurde 1937 eröffnet und hat zur Plaza hin eine Säulenhalle. In den Innenräumen hängen Gemälde der ehemaligen Gouverneure der Provinz. Direkt gegenüber befindet sich der Social Club. Einritt allerdings nur für Mitglieder. Nebenan liegt das modernste Hotel der Stadt, Naindo Park. Auf dem Gehweg davor befindet sich ein stets gut besuchtes Café von dem aus man dem Treiben auf der Plaza zusehen kann.

Die pompöse Kathedrale wurde nach dem Erbeben 1894 gebaut, aber erst 1912 fertiggestellt. Es gibt noch einige kleinere Kirchen wie die Diaguita Santo Domingo aus dem Jahr 1623 oder die Basilica San Nicolás de Bari. Da wir unseren langen Spaziergang bei Dämmerung und ohne die große Kamera gemacht haben, sind wir am nächsten Morgen noch einmal kurz für ein paar Bilder um den Block gegangen.

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La Rioja


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