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WANDERUNG

Eine sehr schöne zu zu empfehlende Wanderung führt zu den eindruckvollsten Höhlenmalereien Patagoniens, den Cuevas de las Manos (übersetzt: Höhlen der Hände). Sie wurden im Jahr 1999 auf die UNESCO-Liste des Welt-Kulturerbes gesetzt.

Die meisten Besucher erreichen diese Stätte mit Auto oder Bus über die offizielle Zufahrtstraße, die für ca. 45 Kilometer one-way im Ort Bajo Caracoles in Richtung Nord-Nordwest von der Ruta 40 abzweigt. Zwangsläufig fahren sie dort auch wieder zurück, eine alternative Fahrstrecke gibt es nicht.

Den Weg von der anderen Talseite kennt kaum jemand und auch wir hätten nie davon erfahren, wenn wir nicht in Los Toldos übernachtet hätten.

Die Estancia liegt etwa auf zwei Drittel der Strecke zwischen Perito Moreno und Bajo Caracoles und ist einfach zu finden, da überall Hinweißchilder stehen. Ab Ruta 40 fährt man noch ca. 7 km auf einer gut ausgebauten Nebenstrecke und erreicht so automatisch das Tal mit der Estancia. Aber auch wenn man hier nicht wohnt, lohnt sich dieser Abstecher.

Wären wir von hier aus zurück zur Ruta 40, dann bis Bajo Caracoles und von dort zu den Höhlen gefahren, dann hätten wir am Abend über 160 Kilometer auf dem Tacho gehabt. Da erschienen uns die hier angebotene Alternative von nur 26 Kilometer hin und zurück fahren und dann ein wenig Laufen ungemein attraktiver.

Ausgestattet mit Eintrittskarten für die Höhlen und einer mehr als vagen Beschreibung des Wanderwegs fuhren wir am Morgen von Los Toldos los. Die Straße führt an der Estancia vorbei und weiter hinein in die Berge, teilweise mit schöner Aussicht. Oben auf einer Ebene verzweigt sich die Straße, man muss die rechte Abzweigung fahren. Dann erreicht man einen See, in dem man Flamingos beobachten kann und an seinen Ufern sahen wir auch große Guanacoherden.

Unterwegs konnten wir noch ein Pichi bewundern, gesamte Region erschien bis auf die hier heimischen Tiere menschenleer. Es geht hügelauf und hügelab, in einem zweiten Tal fährt man um einen weiteren kleinen See herum, dann erscheinen langsam hinter den nächsten Hügelkämmen am Horizont die ersten großen Felsformationen.

Nach einigen Kilometern kamen wir an einem merkwürdig geformten Felsen vorbei, der uns spontan an Loriots Figur "Herr Müller-Lüdenscheid" erinnerte. Rechts ist er zu sehen, haben wir recht oder spielte uns unsere Fantasie nur einen Streich?

An der Kante

Die Straße, eigentlich eher eine schmale Fahrspur, aber sehr gut zu befahren, führt weiter und aussteigen lohnte sich ab und zu. Denn rechts hat man plötzlich ein atemberaubendes Panorama auf ein tiefes Tal mit steilen Felswänden und am Grund fließt der Rio Pinturas. Am Fluss wachsen grüne Weiden. Dann führte die Straße nur noch ein kurzes Stück über eine Hochebene, die abfallende Straße bietet schon einen guten Ausblick auf den Canyon, und plötlich ging es nicht mehr weiter.

Eine Art Parkplatz gibt es hier mit wenigen Absperrungen aus Drahtzaun, später erfuhren wir, dass diese Wanderung auch als geführte Tour für viel Geld von der Estancia Telken aus organisiert wird. Dann werden die Teilnehmer der Tour genau hier hin gefahren.

Nach wenigen Schritten vom Parkplatz standen wir dann am Abgrund und schauten in die Fortsetzung des eben erwähnten Tals an einer anderen Stelle. Laut Beschreibung sollte hier ein Weg herunterführen, dann sollte man sich rechts halten und irgendwo über eine Brücke über den Fluss gehen. Dann geht es wieder bergauf und man steht an der Rangerstation am Eingang.

Abwärts

Zuerst stärkten wir uns, noch im Auto sitzend. Denn der Wind wehte mal wieder ziemlich kräftig. Dick in unsere Windjacken mit Innenfleece gehüllt begannen wir den Abstieg.

Am Anfang steht vor einem Tricher, der unten in einer Art Felskanal endet. Diese Felsspalte öffnet den Zugang zum Canyon. Der "Weg" führt sehr steil bergab über Steine und Geröll. Zu Beginn sind einige Holz- und Stahl-Pfosten eingelassen und mit einem Seil verbunden, daran kann man sich entlanghangeln. Leider haben sich einige der Pfosten schon aus der Verankerung gerissen und so baumelt das Geländer teilweise nutzlos herum, aber es ist an rutschigen Stellen besser als nichts.

Kaum hatten wir uns an den Abstieg gewagt und waren in dem abschüssigen Erosionstrichter verschwunden, so schützte uns dieser vor dem Wind. Schon nach wenigen Schritten kamen wir ganz schön ins Schwitzen und nachten die Jacken auf. Das Wetter war herrlich: Vereinzelte, schnell dahinziehenden Wolken und zwischendurch immer wieder blauer Himmel.

Nach kurzem Abstieg durch den engen Felskanal traten wir dann auf der obersten Terrasse des abgestuften Canyons aus der Felswand heraus und konnten dann ein einmalig schönes Panorama genießen. Wir ließen uns viel Zeit dafür. Noch sassen wir ziemlich weit oberhalb des Talgrundes und der Blick fiel direkt auf die 120 Meter hohe Steilwand gegenüber. Darunter war ein Weg zu erkennen und die Einbuchtungen der Höhlen, in denen sich die Felsmalereien befinden. Am Morgen war die Felswand hinter uns im Schatten und die Szenerie vor uns wunderbar ausgeleuchtet. Jeder, der nur mit dem Bus oder Auto über die normale Straße kommt und einmal den Standardpfad entlang dieser Felswand läuft, der verpasst die großartigste Aussicht der Region.

Weiter geht es mit der Wanderung auf der zweiten Seite.

Video zum Thema

Unesco Worldheritage "Cueva de las manos", Argentina

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