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QUEBRADA DE LAS CONCHAS

Wer von Salta die 190 Kilometer bis zum Weinort Cafayate fährt, der durchquert automatisch die Schlucht Quebrada de las Conchas, wo sich einige Stopps am Wegrand lohnen. Der erste Teil der Strecke über die gut geteerte Ruta 68 durch das Valle de la Lerma ist noch relativ langweilig und dicht besiedelt.

Benannt ist das Tal nach dem spanischen Eroberer Hernando de Lerma, der im Jahr 1582 in das Tal vordrang und Salta als Versorgungszentrum für die Minenstädte im späeren Bolivien gründete. Auf der Ruta 68 fährt man in Richtung Süden und passiert dabei kleine Orte wie Cerillos, La Merced, El Carril, La Viña oder Colonel Moldes. Diese Leben hauptsächlich von der Landwirtschaft, im fruchtbaren Tal werden Tabak, Zucker und Getreide angebaut.

Nach 86 Kilometern liegt auf der linken Seite der riesige Stausee Embalso Cabra Corral, an dem es Feriensiedlungen, Campingplätze und Möglichkeiten für Wassersport gibt. Von der Straße aus kann man ihn nicht sehen, dazu fährt man eine der beschilderten Abzweigungen. Der 115 km² große Wasserspiegel ist ein beliebtes Ausflugsziel für die Salteños, wie die Einwohner der Provinzhauptstadt Salta genannt werden. Hier kann man alles machen: Regenbogenforellen oder Doraden angeln im Fluss, Boot fahren auf dem Stausee, schwimmen, Bungee Jumping oder Rafting auf dem ersten Teilstück des Rio Juramento.

Erst an der kleinen Geisterstadt Alemaniá, der ich eine eigene Seite gewidmet habe, wird die Landschaft wilder und die Berge rücken näher. Hier beginnt die 75 Kilometer lange Quebrada de las Conchas, die Schlucht der Muscheln, manchmal auch Quebrada de Cafayate genannt. Zuerst ist es noch grün, dann wird die Landschaft zunehmend karger. Die Straße wird schmaler und teilweise bizarre Einzelfelsen und Felsformationen begrenzen die Strecke, die Postkartenmotive am laufenden Band liefern. Die Attraktionen sind beginnen erst hinter der Brücke über den Fluß und sind dann zumeist ausgeschildert. Sie haben Namen wie Garganta del Diablo (Teufelsschlund), El Obelisco (Der Obelisk), El Sapo (die Kröte), El Hongo (der Pilz), El Fraile (Der Mönch), Las Ventanas (die Fenster) und El Anfiteatro (das Amphitheater). Trotz Ausschilderung haben wir aber viele Gesteinsformationen nicht erkannt, vermutlich kamen wir zur falschen Zeit aus der falschen Richtung, so das Licht und Schatten ungünstig für uns waren.

Überall gibt es kleine Parkplätze, auf denen man halten und fotografieren kann. Wer mehr Zeit hat als wir (durch einen Fehler unseres Autovermieters mussten wir an diesem Tag gleich zwei Tagesetappen schaffen), der kann auf Wanderungen durch die zahlreichen Seitentäler die Schönheit und Stille der Landschaft richtig genießen. Die Straße folgt teilweise dem Río de las Conchas, dessen glasklares Wasser nicht tiefer als höchstens 1 Meter ist. Dennoch hat er einst diese Schlucht in die Landschaft geschnitten und Sedimentschichten freigelegt. Diese zeigen heute viele Farbtöne, von sattem Ocker über Rot bis hin zu Violett und Grün. Die beste Zeit für eine Fahrt durch diese Berge ist der späte Nachmittag, wenn die tief stehende Sonne die Farben noch intensiver leuchten lässt.



Garganta del Diablo

Eine Hauptattraktion an der Strecke ist der Teufelsschlund Garganta del Diablo, davor parkten auch eine Menge Autos. Die ganze Strecke ist recht gut befahren, denn durch das Tal führt eine der Haupt-Touristenrouten der Region. Leider haben auch hier ein paar Chaoten ihre Schmierereien an manchen Stellen hinterlassen, das gibt es wohl weltweit.

Vom Parkplatz sind es nur noch wenige Schritte bis zum Eingang zur Schlucht. Hier haben Wind und das Wetter eine einzigartige Gesteinswelt geschaffen. Es war eine Menge los und kurz hinter dem Eingang der Schlucht muss man erst eine Stück eine sehr glatte und schräge Felswand hochklettern um weiter zu kommen. Das war uns zu riskant und wir kehrte nach ein paar Fotos wieder zum Auto zurück. Einige Händler haben sich hier an dem lukrativen und gut besuchten Zugang niedergelassen und verkauften Indio- und Hippietrödel wie Schmuck, Holzpfeifen und bemalte Steine. Getränke oder Lebensmittel sucht man hier allerdings vergeblich, die bekommt man erst wieder in Cafayate.

Nur ein paar hundert Meter weiter folgt die Zufahrt zum Anfiteatro, ein Felsenkessel mit 60 Metern Durchmesser und über 100 m Höhe. Grandiose Naturkulisse mit toller Aktustik, wer denkt er hätte hier seine Ruhe liegt aber falsch. Musiker mit Klampfe und Panflöte zeigen lautstark Ihr Können und nutzen den guten Klang. Unten im Video sind zwei Tänzer zu sehen, die dort den Volkstanz Chacarera aufführen.

Einige Kilometer nördlich von Cafayate weitet sich das dann Tal nahe der Felsformation Los Castillos (Die Burgen) um im Tal des Rio Calchaqui überzugehen. Die Ruta 68 durchquert das eindrucksvolle Dünenfeld Los Medanos. Die Dünen sind mit Grün bepflanzt, damit der Wind den Sand nicht in die Weinfelder wehlt. Auf der rechten Seite liegt die Rollbahn des örtlichen Flughafen. Dann sieht man die ersten Weinreben am Straßenrand, Vorboten der Bodegas rund um Cafayate, und es ist nicht mehr weit bis zum Ortszentrum.




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Quebrada de las Conchas


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