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VALLES CALCHAQUÍES

Als Calchaquíes-Täler bezeichnet man die Kette zusammenhängender Täler am Ostabhang der Anden, sie liegen in den Provinzen Salta, Tucuman und Catamarca. Die berühmte Ruta 40 durchzieht sie auf voller Länge von La Poma im Norden bis nach Punta de Balasto im Süden in der Provinz Catamarca. Gebildet wurden die Täler von den Flüssen Rio Calchaquí und Rio Santa Maria. Beide sind Zuflüsse des Rio Guachipas.

Die Bevölkerung der Region lebt meist von Anbau von Paprika, Weinbau und Viehzucht, der Weinbau und auch der Tourismus nehmen immer mehr an Bedeutung zu. Der Anteil der Indios an der hiesigen Bevölkerung ist im gesamtargentinischen Vergleich relativ hoch, meist trifft man auf Angehörige des Volks der Diaguita-Calchaquíes, auch der Anteil der Mestizen ist sehr hoch.

Meistens wird aber nur der kleine Abschnitt im Dreieck zwischen den Orten Salta, Cachi und Cafayate als Valles Calchaquíes bezeichnet. Die Strecke von Salta nach Cafayate habe ich schon auf den zwei anderen Seiten beschrieben. Von Cafayate besteht durch die Quebrada de las Conchas eine Verbindung zum Valle de Lerma und man kommt auf der Fahrt an dem kleinen Geisterort Alemaniá vorbei.

Auf dieser Seite geht es um die Strecke von Cafayate nach Cachi. Wir machten uns früh auf den kurvenreichen, langen Weg, um Zeit für einem Abstecher zum Weingut Colomé zu haben. Den Besuch dort habe ich auf einer eigenen Seite beschrieben.

Der erste Teil der Strecke ist gut befahrbar und führt von Cafayate über Animaná nach San Carlos. Danach folgen weiter kleine Orte mit ihren markanten Kirchen: Los Sauces, San Rafael, La Mercad und Santa Rosa.

Höhepunkt danach ist die Fahrt durch die Quebrada de las Flechas, was übersetzt Schlucht der Pfeile oder Speere bedeutet. Ein Highlight des gesamten Tals mit beeindruckenden Aussichten und Felsformationen. Die Straße wurde mitten hindurch gebaut und windet sich in abenteuerlichen Kurven durch eine bizarre Welt. Hier prägt heller Sandstein das enge Tal und die Region gleicht teilweise einer Mondlandschaft. Die Felsen ragen wirklich spitz und etwas schräg in strenger Formation aus dem Boden wie die Speere einer mittelalterlichen Schlachtreihe. Nur am Fluss findet sich ein wenig Grün.




Kleine Dörfer

Die Pueblitos (Kleine Dörfer) am Wegrand sind einfach, oft sieht man nicht mehr als nur ein paar einfache Häuser, eine Kirche und einen Fußballplatz. Typisch für die Region sind auch die abgelegenen kleinen Friedhöfe mit farbenfroh geschmückten Gräbern. Das prächtigste Gebäude sind jeweils die meist weiß oder hellgelb getünchten Kirchen, einige Bauernhäuser haben statt der gemauerten Arkaden über ihren Vorderfronten eine beeindruckende Reihe Säulen vor der Fassade. Diesen Baustil haben wir nur hier gesehen.

Der gut 6-stündige Weg von Cafayate nach Cachi führte fast die gesamten 180 Kilometer über eine Schotterpiste, die mit der Zeit immer schlechter wird. Ein öffentliches Bussystem verkehrt hier nicht, wer die Region besuchen will ist auf einen Leihwagen oder eine organisierte Tour angewiesen. Es gibt zahlreiche Engstellen und uneinsehbare Kurven, in denen man hofft, es komme einem niemand entgegen. Der Verkehr ist, verglichen mit anderen Region, recht dicht. Schließlich ist hier eine der Haupt-Touristenrouten. Man kann die Strecke mit einem normalen Auto befahren, das nimmt nur mehr Zeit in Anspruch. Teilweise ist es ganz schön öde und der Fahrer muss immer hoch konzentriert sein.

Über Angastaco, El Carmen, San Martin und Angustora erreicht man Molinos, das ein wenig westlich abseites der Straße liegt. Von hier aus machten wir einen mehrstündigen Abstecher zur Bodega Colomé und dem einmaligen James Turell Museum.


Über Seclantás nach Cachi

Die kleinen Orte zwischen Molinos und Cachi besitzen ein eigenes Flair. Im Oktober war bei unserem Besuch alles trocken und braun, doch im April färbt sich hier mancher Ort rot, wenn die Ernte der Chilischoten namens Pimiento zum Trocknen ausgebreitet wird. Die Bilder davon sind sehr eindrucksvoll. Tolombon bietet prähispanische Ruinen und Seclantás eine schöne Lage abseits der Hauptstraße auf der anderen Seite des Flusses.

Auch wenn die Piste ziemlich mies war auf diesem Abschnitt, so gab es doch viel zu sehen. Raubvögel sitzen auf erhöhten Positionen und lauern auf Mäuse oder Chinchillas, und an einer Stelle gibt es eine Casa de Loros, einen steilen Hügel mit zum Teil senkrechten, löcherigen Wänden, in denen eine kleine Horde grüner Papageien nistet. Wir näherten uns vorsichtig und wurde mit lautem Kreischen begrüßt. Die großen Vögel flogen zeternd über unsere Köpfe und drehten ihre Runden, um uns zu vertreiben. Dann kamen sie wieder zu ihren Wohnstätten in der steilen Wand zurück.

Von Molinos bis nach Cachi sind es zwar nur 45 Kilometer, für die braucht man aber eine gute Stunde. Wir wählten hier von kurz hinter dem Zentrum von Molinos eine Nebenstrecke in Richtung Seclantás, bei der man aber direkt am Anfang über eine ziemlich baufällig wirkende einspurige Holzbrücke muß. Nachdem man einen Höhenzug überwunden hat, folgt die Straße nach einigen Serpentinen wieder dem fruchtbaren Flusstal mit der Hauptstrecke.

Neben der Tankstelle von Seclantás fiel uns eine überraschende Leuchtreklame der örtlichen Konditorei auf, wo neben Michael Jackson und Freddy Mercury auch Modern Talking abgebildet sind. Eine Erinnerung an die Musik der 80er Jahre. Die Tankstelle liegt übrigens auf der östlichen Flußseite an der Ruta 40, nicht auf der westlichen Seite mit dem Ortszentrum, und sie ist die nächstgelegene von Cachi aus.

Die letzten Kilometer bis nach Cachi führen stellenweise direkt vorbei an Gehöften und Feldern und über zumeist einspurige Brücken. Immer wieder gibt es Engpässe mit Gegenverkehr. An einigen Stellen windet sich die Straße förmlich um einzelne Häuser und Schuppen herum, andernorts kann man den Gebäuden beim unfreiweillgen Verlassen der Strecke direkt auf das Dach fahren. Mehrmals wird es im Schatten von längeren Baumreihen ganz eng - auf der einen Seite Hecken, auf der anderen Seite Bewässerungskanäle, dazu Bäume, Überschwemmung, Felsen, Kurven und kaum Platz zum Ausweichen.


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Valles Calchaquíes


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