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AM ANDENPASS

Auf der Seite Ruta 150 habe ich schon den ersten Teil der Strecke von San Jose de Jachal bis nach Pismanta beschrieben. Als wir an unserem Hotel Termas Pismanta ankamen war es jedoch noch sehr früh am Tag und wir beschlossen, die Ruta 150 noch ein Stück weiter in Richtung Berge zu fahren. Zu beeindruckend war die Aussicht auf die schneebedeckten Spitzen der umliegenden 6.000er, daher wollten wir näher heran, wo doch gerade das Wetter so gut war. Kurz hinter Pismanta kamen wir zu weiteren Abzweigungen, an denen Thermalquellen ausgewiesen waren. Das Ganze sah allerdings eher nach Ruinen aus, mit einigen ärmlichen Hütten und weidenden Tieren davor.

Wir führen weiter zu dem kleinen Ort Las Flores. Hier macht die Ruta 150 einen Knick, links führt die Strecke weiter über die Ruta 149 nach Iglesia und weiter nach Talacasto zurück auf die Ruta 40. An der Abzweigung liegt auf einem Hügel eine kleine Gomeria, die erste auf argentinischem Boden wenn man über den Paso de Agua Negra von Chile nach Argentinien einreist. Ein sehr passender Platz, um seine Bereifung prüfen oder flicken zu lassen.

Die Ruta 150 führt den ersten Teil durch flaches, öde wirkendes Land immer geradeaus und leicht bergauf. Man kommt schon ganz unten an der Zollstation vorbei, an der man die Formalitäten erledigen muss, wenn die Reise bis nach Chile führt. Die offizielle Grenzkontrollbaracke war noch leer. Bei unserem Besuch im Oktober 2008 war der 4.780 Meter hoch gelegene Pass noch gesperrt, daher waren wir das einzige Auto weit und breit. Im Frühling liegt oben noch jede Menge Schnee, offen ist der Übergang ins Nachbarland in der Regel nur in den Sommermonaten von Dezember bis März.

Schließlich ist es der höchste Passübergang zwischen Argentinien und Chile. Eröffnet wurde die Grenzstation im Jahr 1965, wegen Grenzstreitigkeiten zwischen den beiden Ländern wurde die Straße im Jahr 1977 geschlossen. Erst ab 1994 ist der Paso de Agua Negra wieder für die Öffentlichkeit befahrbar. Schade, wir hätten uns gerne die markanten Büßerschnee-Formationen angesehen, die es dort oben gibt. Das sind Gletscherfelder, deren Form durch Winderosion entstanden sind und auf Fotos immer sehr beeindruckend wirken.

In der Zukunft ist hier wohl ein Tunnel geplant, der den Verkehr ganzjährig erlauben soll. Mehr dazu auf dieser Webseite.



Grenzstation

Von der Abzweigung unten bei Las Flores aus sind es nur es noch 90 Kilometer und 3.000 Meter Höhendifferenz bis zum Paso de Agua Negra. Wir fuhren gut 20 Kilometer durch die eher öde anmutende schiefe Ebene, allerdings hat man hier die schöne Bergkette immer vor Augen. Rechts und links bis zum Horizont erstrecken dich die imposanten Schneeriesen.

Anscheinend kommt man den Bergen kaum nähr, doch irgendwann erreichten wir die ersten Ausläufer und die halbwegs gut asphaltierte Straße beginnt, sich am Fluss Agua Negra entlang immer höher in die Berge zu winden. Die Vegetation am Wegesrand ändert sich nun, an den Hängen erscheinen die ersten Kakteen. Kleine Arten, von denen einige gerade in einem leuchtenden Pink blühen. Die Strecke ist interessant und landschaftlich schön, wir konnten immer wieder mitten auf der Straße anhalten, weil wir weit und breit die einzigen Menschen waren.

Nach weiteren etwa 20 Kilometern erreichen wir eine Grenzstation mit Schranke, hier ist definitiv von Herbst bis Frühling das Ende der Straße für Touristen. Wir parken an der Schranke und vertreten uns ein wenig die Beine, schauen sehnsüchtig auf die sich weiter windende Schotterstraße. Am Fluss in einem Steilhang nisten Schwalben, die laut piepend über unseren Köpfen kreisten. Michael freundet sich mit dem Hund an, der die Station bewacht. Menschen sehen wir hier nicht, immerhin riecht es von hinter den Gebäuden nach frischem Grillfleisch. Die Station ist mehr als nur Grenzkontrolle, auf dem Parkplatz gibt es eine große Grube, wo Unterboden, Bremsen und Achsen von Bussen und Lastwagen geprüft werden können.

An einer Steilwand gegenüber ist eine Madonnenstatue der "Virgen de Lujan" aufgestellt, zu der ein angelegter, mit weißen Steinen eingegrenzter Fußweg führt. Auf einer Holzbrücke überquert man dabei den Aqua Negra, ein eiskaltes Gewässer. Auch die Luft ist recht frisch hier oben und wir machen uns wieder auf den Weg hinab ins Tal, zu den heißen Quellen im Hotel.

Nur wenig unterhalb der Grenzstation ziehen uns einige üppig grüne Bäume in den Bann, ein schmaler Weg zweigt ab und wir machen am Flussufer noch eine kurze Rast. Hier kann man viele kleine Vögel beobachten und das Grün ist ein willkommenes Fotomotiv vor den schneebedeckten Bergen.

Nach gut 40 Kilometer Rückweg erreichen wir dann am Nachmittag das Hotel Termas Pismanta, wo wir uns in weiße Bademäntel hüllen, in 40°C warme Badebecken steigen und den Tag sehr erholsam ausklingen lassen.



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Ruta 150


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