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VALLE FÉRTIL

Von Mendoza aus machten wir uns auf den langen Weg zu unserer nächsten Unterkunft im Valle Fèrtil. Die erste Schwierigkeit der Strecke war, aus dem quirligen Mendoza herauszufinden. Als wir es endlich geschafft hatten, folgten wir der Ruta 40 in Richtung San Juan. Keine sehr schöne Strecke, denn Bauarbeiten und mehrere Polizeikontrollen behinderten ein schnelles Vorwärtskommen. Kurz vor San Juan wollten wir eigentlich eine Abkürzung über diverse Provinzstrassen zur Ruta 141 nach Osten fahren, die auf unserer Karte sehr schön zu sehen war. Leider war an der Hauptstraße wie häufig nichts vernünftig ausgeschildert, auch die Nummern von Provinzstrassen sucht man in Argentinien meist vergeblich. Also wurden wir bis kurz vor das Zentrum von San Juan geführt und konnten dort auf dem Autobahnring nach rechts auf die Ruta 20 abbiegen. Wenn man das Siedlungsgebiet verlässt, wird diese Straße automatisch die Ruta 141. Von San Juan fährt man noch 267 Kilometer bis nach Valle Fèrtil und unterwegs gibt es eigentlich nur einen lohnenden Stopp: den Wallfahrtsort der Difunta Correa bei Vallecito.

Kurz vor Marayes biegt eine Seitenstraße ab nach Norden ins Valle Fèrtil, hier ist auch schon der Park von Ischigualasto ausgeschildert. Die Ruta Provincial 510 führt durch das fruchtbare Tal, vorbei an kleinen und unscheinbaren Weilern wie Cucuma und immer parallel zur Sierra de Valle Fèrtil. Dies ist die südwestlichste Bergkette, die eindeutig zu den Sierras Pampeanas gezählt wird. So bezeichnet man eine Reihe von Gebirgszügen im zentralen und westlichen Argentinien, die nicht zu den Anden gehören. Sie ziehen sich fast ausnahmslos in Nord-Süd-Richtung hin und bilden eine eigene Klimazone mit trockenen Wintern und feuchten Sommern.

Das weite Tal ist von vielerlei Pflanzen bedeckt und man findet große Mengen von Kakteen am Wegrand. Am späten Nachmittag bei unserer Ankunft war das Licht sanft und golden und die umwölkten Berge zeigten bizarre und düstere Silhouetten.

Mitten in diesem fruchtbaren Tal befindet sich der Ort San Augustín de Valle Fértil mit seinen ca. 10.000 Einwohnern. Hier gibt es die üblichen, touristischen Serviceleistungen wie Tankstelle, Shops, Unterkünfte und einen Campingplatz am örtlichen Stausee Dique San Agustín. Dieser ist besonders beliebt bei Anglern, die hier Königsfische vorfinden. Nach Ischigualasto, der Hauptsehenswürdigkeit der Region, sind es noch 92  Kilometer.

Wir hielten kurz zum Tanken an, dann machten wir uns auf die Suche nach der Abzweigung zu unserer Unterkunft. Durch den Ort sind wir nur durch gefahren, viele Sehendwürdigkeiten gibt es nicht. Auffallend war die recht moderne Kapelle und irgendwo soll es auch einen 300-jährigen Baum geben, aus dessen Stamm ein Kaktus wächst.


La Majadita

Von San Augustín de Valle Fértil aus auf der Westseite des Flusses erreichten wir eine nicht geteerte Seitenstraße, die uns vorbei am Dique in die noch einmal 7 Kilometer entfernte Siedlung La Majadita führte. Hier gibt es kaum Verkehr, Autos gibt es nur wenige und Pferd und Esel sind noch wichtige Transportmittel. Die Straße führt tief hinein in ein hübsches Fels- und Bergtal, in dem die typischen Algarobo- und Quebrachobäume wachsen. An den Hängen stehen eine Vielzahl von Kandelaber- und Feigenkakteen. Der kleine Fluss muss mehrmals durchquert werden, im Oktober führte er aber nur wenig Wasser und wir bekamen nur nasse Reifen. Nach heftigen Regenfällen kann das aber durchaus anders aussehen, dann ist hier mit einem normalen Auto kein Durchkommen mehr und die Streusiedlung ist kurzzeitig von der Außenwelt abgeschnitten.

An diesem Abend fuhren wir noch weiter, vorbei an La Majadita und insgesamt 13 Kilometer bis zu unserer gut ausgeschilderten Unterkunft, der Finca Media Luna. Sie liegt malerisch auf einem halbmondförmigen Grundstück am Flussufer. Von Mendoza bis hierher waren es insgesamt 402 anstrengende Kilometer und wir konnten die Ruhe und Abgeschiedenheit richtig genießen. In dieser ländlichen Gegend konnten wir viele Vögel beobachten: Reiher, Kolibris, Papageien und diverse Singvögel. Langweilig wäre es uns auch nicht geworden, wenn wir einen weiteren Tag hier verbracht hätten.

Doch am nächsten Morgen mussten wir weiter. Nach einer ruhigen Nacht und einem Morgenspaziergang am Fluss fuhren wir den gleichen Weg wieder zurück nach San Augustín de Valle Fértil und dann weiter in Richtung Ischigualasto. Wenn man unterwegs an den Bauernhäusern vorbeifährt, wird man genau beobachtet. Die Menschen hier sehen eher selten Fremde.



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Valle Fèrtil


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