Archiv : Die Infos und Bilder auf dieser Seite sind aus dem Jahr 2003

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José ORMACHEA 2

Dies ist eine ältere Seite, neuere Infos und Bilder von einem zweiten Patagonien-Besuch im Oktober 2014 findet Ihr auf den Seiten Sarmiento und Lago Musters bei Sarmiento und Versteinerte Wälder 1 und 2.

Auf der ersten Seite gab es Informationen allgemeiner Art, eine Wegbeschreibung und Infos zum Thema Eintritt. Hier wird nun der sehr eindrucksvolle Rundgang beschrieben.

Man kann hier alleine ohne Führer herumlaufen, der Weg ist gut zu erkennen. Bei unserem ersten Besuch am Abend war der Himmel bedeckt und es fing leicht an zu tröpfeln. Dazu kam ein beissender, kalter Wind. Ohne dicke Jacken und Kaputze war es kaum auszuhalten.

Dafür kommen die Farben der Landschaft bei bedecktem Himmel besonders gut auf den Bildern heraus, vor allem das Valle Verde direkt am Anfang des Rundgangs, auf dem unteren Bild zu sehen. Bei strahlendem Sonnenschein verblassen die Grüntöne der Erde.

Zusammen mit einem weiteren Paar aus Frankreich bewegten wir uns ganz alleine in der ungewöhnlichen Landschaft und waren davon so begeistert, das wir am nächsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein nochmals für einige Stunden zum Wandern und Fotografieren herkamen.

Was für ein Unterschied in den Farben! Der Wind war immer noch kalt und schneidend, aber der Himmel stahlblau und das versteinerte Holz kam wunderbar zur Geltung. Dafür lagen einige Fotomotive vom Abend nun in falschen Licht.

Wer also ein wenig Zeit mitbringt, für den lohnt es sich auf jeden Fall mehrmals zu kommen. Hätte an diesem Abend die Sonne geschienen, dann wären wir glatt noch ein drittes Mal gekommen, um die Baumreste in goldenem Abendlicht zu fotografieren. Leider war uns der Wettergott nicht gewogen und am Abend zog sich der Himmel über der Ebene von Sarmiento wieder zu.


Rundweg

Der Rundwanderweg ist ca. 2 Kilometer lang und man braucht dafür eine Stunde. Wenn man genießen und Fotografieren will, dann dauert es natürlich auch länger. Der erste Teil zweigt nach nur wenigen hundert Metern links von der Jeep-Straße ab in den unteren Teil der erodierten Hügelkette.

Wenn man um die Ecken biegt, springt der Wind einen geradezu an. Aber man hat eine herrliche Aussicht auf die noch tiefer gelegene Ebene, das Valle Lunar. Ab und zu liegen schon vereinzelte versteinerte Baumstämme am Wegrand.

Nach einer Kurve kommt man in den für Baumsucher schönsten Teil des Parks. Hier hat die Erosion ganze Arbeit geleistet und nicht nur unzählige Stämme freigelegt, sondern auch die betonharte Erde mit Erosionsrinnen verschönert. So entstand eine bizarre Landschaft. Weiter unten befindet sich das Valle Verde, das grüne Tal. Es trägt zu Recht diesen Namen denn die Erd- und Gesteinschicht schimmert wirklcih intensiv grün, was bei bedecktem Himmel am besten zur Geltung kommt.

Ein bizarrer einzelner Bergzipfel ist wohl das meistfotografieret Wahrzeichen der Region, er ist spitz und wie eine Pyramide geformt. An den steilen Hängen hat die Erosion Rillenmuster hinterlassen und ab und zu guckt ein Baumstamm heraus.

Sägewerk

Ein kurzer, steiler Pfad führt in einer Erosionsschlucht neben freigelgeten Baumstämmen hinauf auf eine Ebene. Vom Rand hat man wieder einen schönen Blick zurück auf die Pyramide und den zurückgelegten Teil des Weges. Man erkennt jetzt deutlich die Schichtung der Ablagerungen und aus welcher dieser Schichten hier überall die Baumstämme herausgewaschen werden. Oben auf der Ebene liegen dann noch viel mehr dicke, versteinerte Baumstämme. Hier fallen aber vor allem die zahlreichen Späne auf. Es sieht aus wie der in einem Sägewerk verstreute Abfall. Läuft man hindurch, so wird der Schritt aber nicht vom "Sägemehl" gedämpft, sondern die Stein-Splitter erzeugen klingende und klimpernde Geräusche.

Immer wieder muss man die Splitter und Stämme anfassen, um sich zu vergewissern das sie wirklich aus Stein sind. So echt sieht das Holz auch nach 75 Millionen Jahren aus. Datiert wird das Holz in die Paleozoische Epoche (Frühes Terziär).

Die Erosion und die Verschiebung der Erdoberfläche bringt hier immer wieder neue Stein-Holz-Splitter und Stämme ans Tageslicht. Sonneneinstrahlung, Regen und Frost arbeiten an den freiliegenden Baumriesen und zerlegen sie langsam im Laufe der Jahre und Jahrzehnte. Und auch wenn scheinbar Millionen Stücke herumliegen und man ganz alleine unterwegs ist: Es ist unter Strafe verboten, sie als Souvenir einzustecken. Daran sollte man sich halten, auch wenn die Versuchung groß ist. Nachfolgende Generationen wollen diese Einmaligkeit ebenfalls bestaunen.

Ab und zu fallen am Wegrand auch einige besonders große Stämme auf. Es gibt welche, die innen hohl waren und nun eine fotogene Röhre bilden. Und immer wieder Fußballfeld große Flächen mit ungezählten Splittern.

Nicht nur die Versteinerungen bieten sich zum Betrachten an. Die bunten Berge (Cerro Colorado) am Ende der Ebene und die bunten Blumenpolster, die ab und zu in der kargen Landschaft wachsen, sind angenehme Farbtupfer für die Augen. Die Landschaft besteht zum größten Teil aus roten und ockerfarbenen Schichten. Auf der Jeepstraße geht es dann relativ bequem, nur vom Wind gebeutelt, zurück zur Rangerstation.

Der Besuch des José Ormachea Petrified Forest offenbart einen großartigen Teil der patagonischen Schöpfungsgeschichte, man sollte sich aber den zweiten versteinerten Wald bei Jaramillo auf keinen Fall entgehen lassen. Er ist anders. Wie anders, das seht Ihr hier - und auch das Geheimnis der Versteinerung wird hier gelöst.

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