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AMAICHÁ DEL VALLE

Der kleine Ort Amaichá del Valle (der Akzent wird nicht mit ausgesprochen) mit seinen ca. 1.200 Einwohnern liegt am Osthang des Valle Calchaquí. Wir haben hier eine Nacht im Hotel Altos de Amaicha übernachtet. 24 Kilometer südlich, über die Ruta 40, erreicht man Santa María del Yokavil. Die Ruta 307 führt in Richtung Westen und endet auf der Ruta 40. Folgt man der nach Norden kommt man an den Ruinen von Quilmes vorbei zum Weinort Cafayate und weiter durch die Quebrada de las Conchas bis nach Salta. In Richtung Osten führt die Ruta 307 über den Pass Abra del Infiernillo nach Tafí del Valle und weiter hinab uns Tal zur 163 Kilometer entfernten Provinzhauptstadt San Miguel de Tucumán.

Wir haben uns Amaicha als Übernachtungsort ausgesucht, um von Catamarca kommend ein paar Kilometer Fahrt zu sparen und am nächsten Tag viel Zeit zu haben, um das Museum Patchamama und die Ruinen von Quilmes anzusehen. Die beiden nächsten Übernachtungen hatten wir im Killa Cafayate in Cafayate geplant.

Amaichá del Valle hat für Touristen eher wenig zu bieten. Es gibt, wie überall, eine nette Plaza in der Ortsmitte und ein paar einfache Geschäfte und Restaurants. Man findet ein paar Häuser im Kolonialstil, aber keine größeren Gebäude. Trotzdem wurde in den letzten Jahren viel investiert, denn in unserem Hotel gab es neuerdings sogar ein Casino. An der Ruta 307 gab es eine ziemlich neue große Tankstelle mit angrenzendem Motel und Souvenirshops, alles recht ansprechend gestaltet.

Amaicha ist die bedeutendste der sogenannten Comunidades Indígenas in Argentinien, sie besteht seit 1713. Ein Großteil der Einwohner im Ort sind Diaguita-Calchaquíes Indianer und Mestizen. Hier regiert neben dem regulären Bürgermeister auch ein Indianer-Rat mit, eine Besonderheit in der Region. Im Rest des Landes ist Amaichá aber vor allem für das Pachamama-Fest im März bekannt, eine der größten folkloristischen Veranstaltungen Argentiniens.

Die größte Besonderheit von Amaichá del Valle ist die Struktur des Grundbesitzes. Fast das gesamte Land gehört der Comunidad Indígena und wird grundsätzlich nicht verkauft - weder an Privatpersonen noch an Unternehmen - sondern nur verpachtet. Bleiberechte auf Lebenszeit werden nur an Argentinier oder dauerhaft in Argentinien ansässige Ausländer vergeben, um eine Bodenspekulation durch ausländische Grundbesitzer zu verhindern.

In Zukunft wird sich Amaichá weiter zu einem Zentrum des Tourismus in der Region entwickelten, das umliegende Land hat großes Potential für den Weinbau, es gibt auch Rohstoffvorkommen und die Gegend ist somit auch für Bergbaukonzerne interessant. Ein Pluspunkt ist auch das Wetter, denn hier regnet es durchschnittlich nur an 6 Tagen im Jahr. Sonnenschein ist praktisch garantiert an 360 Tagen pro Jahr. Manche behaupten dies wäre der Ort mit dem besten Klima der Welt.



Museo de la Pachamama

Jenseits des Festivals ist das Museo de la Pachamama (Pachamama = Mutter Erde) die größte Attraktion des Ortes, die viele Besucher anlockt. Wir haben am Vorabend im Hotel gefragt, ob das Museum auch am Sonntag geöffnet hat. Dies wurde bestätigt und am nächsten Morgen machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg, um vor der Fahrt nach Cafayate diese Sehenswürdigkeit zu besuchen.

Auf dem Parkplatz des großzügig angelegten Geländes, nur wenige hundert Meter von unserem Hotel Altos de Amaicha entfernt, hielten wir an. Zu unserer Enttäuschung war der Eingang zum Museum geschlossen und die Vorhänge vor den Fenstern zugezogen. Wie in Argentinien üblich gab es weder ein Schild mit Öffnungszeiten noch eines mit Informationen, warum geschlossen ist. Wir waren jedenfalls nicht die einzigen Besucher, denn während wir ratlos umhergingen und versuchten, von außen ein paar schöne Bilder zu machen, kamen mindestens noch 4 weitere Autos mit Besuchern. Auch die Argentinier standen ebenso ratlos wie wir vor dem verschlossenen Eingang.

Einzige Erklärung: Am Abend vorher - 18.Oktober - wurde heftig Muttertag - Dia del Madre - bis in die frühen Morgenstunden gefeiert, vielleicht hatte das Museumspersonal verschlafen? Wie auch immer, wir hätten uns das Museum gerne angesehen und hatten dafür ja auch einige Stunden Zeit eingeplant. Schließlich ist dies eines der größten Museen für indianische Kultur in Argentinien. Ausgestellt werden neben traditionellen Kunstwerken und Werkzeugen auch die Lebensweise der präkolumbischen Völker sowie die geologischen Gegebenheiten in der Region. Der Bau ist in einer Neufassung der traditionellen indianischen Steinarchitektur gehalten und schon von außen sehr beeindruckend. Man kann sich gar nicht satt sehen an den Symbolen und der gigantischen Eisenkunst, die vom Künstler Hector Cruz gestaltet wurde.

Nachdem wir durch den Zaun viel fotografiert hatten - die Außenanlagen waren teilweise einsehbar - fuhren wir ansonsten unverrichteter Dinge weiter, um die Ruinen von Quilmes zu besuchen. Am frühren Nachmittag kamen wir dann schon in Cafayate an.




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