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CABANAS BAHIA DEL ENSUENO

Den kleine Ort Camarones an der Küste, 252 km von Trelew entfernt, wählten wir als Übernachtungsort, um das benachbarte Naturreservat Cabo Dos Bahias in Ruhe besuchen zu können. Laut Straßenkarte war es außerdem die ideale Station in der Mitte zwischen Gaiman und Sarmiento.

Erreichbar ist der Ort mit seinen ca. 1.000 Einwohnern von der Ruta National 3 kommend über 70 km gut ausgebaute asphaltierte Ruta Provincial 30, die direkt bis hinunter zum Hafen führt.

Es gibt im Ort wenig Möglichkeiten zum Übernachten. Zwei Hotels, einen Campingplatz und ein paar Gästehäuser. Unter anderem die Cabanas Bahia del Ensueno, die unser Veranstalter für uns buchte. Vielleicht auf dem Papier sogar die beste Unterkunft vor Ort, die anderen haben wir nicht besichtigt.

  Abweichend vom Namen hatten wir allerdings keine Ferienwohnung oder kleines Gästehaus, sondern ein Zimmer mit Bad. Wir waren die einzigen Gäste und schon der äußere Eindruck des Anwesens lud nicht gerade zur näheren Besichtigung ein. Das Gebäude war wohl früher wohl mal ein Restaurant, wie man noch, schwach überpinselt, an der Hauswand erkennen konnte. Aber ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte, siehe unten.

Heute ist es eine Art Pension mit ein paar Zimmern, die immerhin ein eigenes Bad haben - im Gegensatz zu anderen Unterkünften des Ortes.

Lage

Direkt an der Hauptstraße in Richtung Hafen stand ein großes Schild und zwei recht neue Holz-Ferienbungalows im Schwedenstil mit spitzem Dach bis runter zur Erde. "Sieht doch gar nicht schlecht aus." dachten wir. Leider war keine Klingel, kein Hinweisschild und kein Vermieter weit und breit zu entdecken.

Die argentinischen Mieter eines der Bungalows versuchten uns etwas auf spanisch zu erkläaren, da wir nicht genug verstanden fuhr der Familienvorstand netterweise mit seinem Wagen als Pfadfinder vor uns her und hielt eine Straßenecke weiter dann vor einem kleinen Kosmetikladen. Dort holte er für uns die Vermieterin der Cabañas heraus.

  Diese führte uns dann nochmals um die Ecke ein Haus weiter zur eigentlichen Unterkunft. Die Holzbungalows waren es natürlich nicht, sondern ein altes Haus, dass sich direkt gegenüber des zentralen Parks von Camarones befindet. Dies ist eher ein teilweise gepflasterter Platz mit vielen Treppen, dem üblichen Denkmal für einen berühmten General in der Mitte und doch einer Menge grüner Bäume rundrum. Ganz unten ist er zu sehen.

Die Adresse der Unterkunft ist: 9 de Julio y Belgrano.

Zimmer

Durch eine ziemlich schäbig wirkende uralte Küche tritt man ein. Diese steht allen Gästen zur Verfügung und soll gleichzeitig wohl Aufenthalts- und Frühstücksraum sein - von der ehemaligen Anwesenheit eines Fernsehers kündet nur noch das vereinsamte Antennenkabel. Fast erschlagen wurden wir im ersten Moment von einem starken Geruch: eine pikante Mischung aus totem Fisch und durchgeschwitzten Socken, die aber nur von einer kleinen Undichtigkeit in der Gasleitung herrührte - Warngeruch. Zum Glück war nur die Küche betroffen und nachdem wir einige Male die Tür geöffnet hatten war der Geruch fast verflogen.

Durch den anschließenden kleinen Flur führte uns die Hausherrin dann in unser Schlafgemach. Auch hier ist, bis auf das neu wirkende Bett und recht frische Farbe alles ziemlich alt und abgenutzt, schien aber wenigstens halbwegs sauber, so das wir nicht gleich auf dem Absatz wieder kehrtmachten. Nach einger Zeit stachen uns aber doch einige Stellen ins Auge, die der oberflächlichen Reinigung seit Ewigkeiten entgangen waren.

Die abenteuerliche Farbkombination von türkis-blauen Wänden und roten Gardinen kommt auf dem Bild unten nicht so richtig gut zur Geltung, es sieht schöner aus als das Original. Auf eine ausgiebige Dusche haben wir hier am Abend verzichtet und waren froh, das überhaupt nach einger Wartezeit warmes Wasser aus dem Hahn kam.

Das Doppelbett hatte keine Einzelkopfkissen, sondern eine Nackenrolle in der Breite des Bettes. Der Bezug war ein wenig eingelaufen und das Innemleben, das herausguckte, wurde von uns nicht näher untersucht. Das saubere Duschhandtuch habe ich einfach um das Ende gewickelt, um nicht damit in Berührung zu kommen.

Sonst war der Raum einfach nur eng, es gab kaum Platz zum Abstellen der Koffer. Warm genug war es aber und die Heizung konnten wir über Nacht sogar abstellen, nachdem wir unter der Staubschicht den Regler gefunden hatten...

Frühstück

Das Frühstück in dieser Unterkunft schoss definitiv den Vogel ab und wird uns wohl ewig in Erinnerung bleiben. Zu vereinbarter Zeit, wir waren schon wach und zogen uns gerade an, da rief die Vermieterin auf spanisch: "Das Essen steht auf dem Tisch" und verließ das Haus wieder.

Als wir, kaffeedurstig und hungrig aus dem Zimmer kamen fanden wir Folgendes vor:

2 Tassen, 2 Beutel Tee, 2 Beutel(!) Kaffee, eine schmutzige Tupperdose mit Zucker, eine Thermoskanne mit heißem Wasser und zwei Packungen Kekse. Eine davon, die Plätzchen hatten einen kleinen Marmeladenklecks in der Mitte, hatten das Verfallsdatum April 2003 und waren somit seit 7 Monaten abgelaufen. Die wollten die Gäste vor uns wohl auch nicht mehr essen. Damit Ihr auch alles glaubt, haben wir das imposante und liebevoll gedeckte Festmahl dann auch gleich mal fotografiert. Guten Appetit!

Im Anschluß an das Foto haben wir uns dann auf Fluchtgeschwindigkeit gebracht...

Essen

Schräg gegenüber unserer Unterkunft befindet sich das Gästehaus/Hotel Kau Ikeukenk. Nachdem wir einen Abendspaziergang durch den ganzen Ort gemacht hatten, entschlossen wir uns dort essen zu gehen. Denn nur hier standen auch ein paar Autos vor der Tür und es sassen sogar schon einige Einheimische im Restaurant.

Die Einrichtung ist einfach: links ein Durchgang in die Küche, in der Mitte ein Speiseraum mit plastikbezogenen Tischen, rechts eine kleine Bar, ein großer Kühlschrank für die Getränke und der oft übliche, ständig laufende Fernseher in der Ecke.

Der Wirt fragte, ob wir etwas zu essen wollten. Als wir dies bejahten mussten wir nur noch 3 Fragen beantworten: "Was trinkt ihr?" - "Esst Ihr Fisch?" (hätten wir das verneint, dann gab es als Alternative Ravioli) und dann noch: "Wollt ihr eine Vorspeise?".

Logo: Speisekarten gibt es nicht - wir entschieden uns also für ein Bier und den Fisch plus Vorspeise.

Zuerst kamen dann eingelegte Meeresfrüchte. Verschiedene Fischsorten, Muscheln, Garnelen und Tintenfisch. Ein wenig säuerlich eingelegt und wirklich sehr schmackhaft. Die Saugnäpfe der Tintenfischarme lösten sich mit leichtem Plopp, als sie beim Hochnehmen am Teller kleben blieben...

Dann gab es wunderbaren saftigen und weißen Fisch, der in Teig ausgebacken war. 4 ganze Filets, die Portion war sehr üppig. Dazu noch einen Teller mit hausgemachten Fritten.

Als Nachspeise wurde uns noch Obstsalat empfohlen. Eingeweckte Aprikosen wurden dann gebracht, ebenfalls sehr lecker.

Die Gesamtrechnung betrug für uns beide 42 Pesos.

Im Kau Ikeukenk gibt es auch Zimmer, allerdings laut Auskunft des Reiseführers mit Bad und Toilette auf dem Flur, der neben der Bar eine Tür zum Speiseraum hatte. Der Gang war wohl gerade mit einem geschmackvollen grellen Froschfgrün gestrichen worden...

Fazit

Camarones ist auf der Karte zwar geographisch die Mitte zwischen zwei Orten, es lohnt sich aber nur für sehr anspruchslose Naturen in den Cabañas Bahia del Ensueno zu übernachten. Später bekamen wir den Tipp, im benachbarten Ort Bahia Bustamente wäre eine nette Unterkunft, allerdings führt dorthin auch nur eine schlechte Schotterstraße.

 

Im November 2003 waren wir für 1 Nacht hier.

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