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PLAS Y COED

Der kleine Ort Gaiman bei Trelew ist ein äußerst propperes und grünes Städtchen für patagonische Verhältnisse. Dies ist vor allem wohl den walsischen Siedlern zu verdanken, die den Ort gründeten und ihm sein Aussehen und den Hosterias und Teehäusern ihre sonderbar klingenden Namen wie Ty Cymraeg, Ty Gwyn, Ty Te Caerdydd, Dyffryn Wirdd oder Ty Nain gaben. Auch heute noch schwelgt man hier überall in Heimaterinnerungen und vermarktet diese perfekt.

Im Ort gibt es mehrere "Casa de Té" in denen man die berühmte Torta Negra oder Torta Galesa probieren kann. Diese Teestuben sind voll von Familienerinnerungen, Fotos und walisischen Devotionalien.

Die Besitzerin von Plas Y Coed (auf spanisch: Sala del Bosc, kann ich leider nicht genau übersetzen) ist die 80jährige Marta Rees, die zusammen mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann die Teestube vor 20 Jahren von ihrer Schwiegermutter übernommen hat. Dann bauten die beiden das Gästehaus dazu.

Der Garten vor ihrem Haus ist wunderbar blühend gestaltet und auch die etlichen Rosenstöcke im gegenüberliegenden Stadtpark stammen aus der Zucht ihres Mannes. Als die beiden aus Comodoro Rivadavia übersiedelten - Martas Mann hat dort 40 Jahre in der Erdöl-Industrie gearbeitet, transportierten sie die schon damals alten Pflanzen mitsamt Erdreich in Ölfässern.

Marta spricht Englisch und Afrikaans, denn sie wurde als Waise von einer Burenfamilie großgezogen und war auch schon mehrmals in Südafrika. So fällt die Verständigung leicht. Tochter und Schwiegersohn betreiben im Erdgeschoß des Gästehauses zur Straße hin ein kleines Cafe.

Lage

1.453 km von Buenos Aires entfernt und 17 km außerhalb der Stadt Trelew liegt Gaiman. Die Residencial Plas Y Coed liegt sehr zentral im Ort, auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt der schönen Stadtpark mit seinen Grünfölächen, einem Bach mit Wasserrad und vielen blühenden Rosenstäöcken. Von hier aus kann man das Städtchen zu Fuß erkunden, auch Restaurants und Touristeninformation sind in der Nähe.

Das Plas Y Coed ist an der Ecke Hauptstraße und Stadtpark ausgeschildert. Das Gästehaus hat einen weiteren Eingang von der Parallelstraße.

Zimmer

Zuerst muss man seine Koffer von der Straße aus eine kleine, steile Treppe hinaufschleppen. Parken kann man direkt vor der Tür.

Die Zimmer in der ersten Etage sind schlicht, aber komfortabel eingerichtet und das ganze Gebäude ist neu und modern. Es gibt insgesamt 3 Räume, von denen wir uns einen aussuchen konnten, da wir für diese Nacht die ersten Gäste waren. Wir wählten das einzige Zimmer mit Doppelbett.

Ausserdem liegt auf der gleichen Etage noch einen Aufenthaltsraum mit Fernseher, Esstisch, Kühlschrank und Balkon. Über eine Aussentreppe kann man hinunter zum Garten und ein paar Meter hinüber zu Martas Haus gehen, wo es Frühstück gibt.

Frühstück

Frühstück wird bei Marta in der Teestube serviert. Natürlich tranken wir hier auch Tee. Dazu gab es dann nur ein paar Toastscheibchen mit Butter und Marmelade und nach einger Zeit brachte Marta jedem noch ein leckeres Stück Kuchen.

Also eher nicht der Rede wert und auch nicht gerade sättigend. Der zum Teil schon etwas vergesslichen, aber immer noch recht fitten 80jährigen wollten wir aber auch nicht durch weitere Forderungen zusätzliche Arbeit machen.

Trotzdem war es ein netter Morgen, denn wir unterhielten uns noch eine ganze Weile mit ihr und erfuhren so einges über das Leben in Gaiman und Argentinien insgesamt.

Essen

Marta warnte uns, nicht im Hotelrestaurant Unelem (die machen die meiste Werbung und haben die zentralste Lage an der Hauptstraße) zu essen denn (O-Ton): "Es sind schlechte Leute, die sind nicht verheiratet..." :-)

Aber nicht weit von unserer Unterkunft entfernt entdeckten wir ein Restaurant namens El Angel, das von außen sehr gut aussah und auch empfohlen wurde. So entschlossen wir uns am Abend, dort essen zu gehen. Als wir ankamen hatte es leider geschlossen, auf unser Klingeln öffnete ein Mann den wir kaum verstanden und der uns ins nächste Restaurant um die Ecke verwies.

So landeten wir kurz nach 8 Uhr im Restaurant La Quadra, eine ehemalige Bäckerei. Das Tor zur Straße war hell erleuchtet und beschildert, den unscheinbaren Hauseingang im unaufgeräumten Hof - nebenan war eine große Bausetelle - mussten wir erst einmal finden. Zum Glück kam jemand heraus, den wir fragen konnten. Beim Betreten des Restaurants wurden wir dann angenehm überrascht. Das Ambiente war gemütlich und edel, an einer Wand stand eine alte Knetmaschine an einer langen Teigwanne, die wohl auch zu einem Buffet umfunktioniert werden konnte, hinter der Bar glänzten in der Wand die dicken Eisentüren des alten Ofens mit Thermometer und unter der Decke hingen meterlange Holzspatel zum Brotwenden.

Der Gläser polierende Kellner war zwar überrascht über so frühe erste Gäste, die Verständigung mit etwas Englisch von seiner Seite und ein wenig Spanisch von unserer klappte jedoch gut und wir fühlten uns in dem warm wirkenden und gut geheizten Raum gleich wohl. Kurz vor 9 Uhr kamen dann weitere Gäste, als wir gegen 10 Uhr gingen hatte sich der Laden gut gefüllt.

An der großen Bar konnte man schon das Weinangebot sehen, wir entschieden uns für einen Merlot Famiglia Bianci für 30 Pesos, der uns hier in wunderbaren großen Gläsern serviert wurde. Die waren dem eingeschliffenen Namen zufolge wohl ein Werbegeschenk vom Weingut.

Als Vorspeise hatten wir einen Salat und eine Piccata, eine Vorspeisenplatte mit Schinken, Käse, Nüssen und Mini Pizza. Gefolgt von einem Steak für Michael und einer Pizza mit Schinken und Palmherzen für Ingrid. Die war so mächtig und schwer (argentinischer Mozarella ist ein echter Magenfüller) das wir beim besten Willen mit Not knapp die Hälfte schafften.

Die Rechnung betrug 95 Pesos.

Fazit

Die Unterkunft ist sauber und alles wurde solide und modern gebaut. Natürlich trägt auch der Charme der alten Lady erheblich dazu bei, sich hier wohlzufühlen.

Im November 2003 waren wir für 1 Nacht hier.

Hier ist eine kleine Webseite über die Hosteria Plas Y Coed mit Adresse. Wir haben nach den Preisen gefragt, Marta nannte uns aktuell 60 Pesos pro Zimmer.

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Unter dem grünen Dach...


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