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MOTEL TRES CERROS

Tres Cerros liegt mitten im Nirgendwo, direkt an der Ruta Nacional 3. Auf dem Weg von Sarmiento nach Monte Leon hatte unser Veranstalter keine Unterkunft gefunden. Da wir unbedingt die versteinerten Wälder Monumento Natural Bosques Petrificados besuchen wollten und es in der Nähe dort nur einen Campingplatz gibt, bereiteten wir uns schon darauf vor notfalls im Auto zu schlafen oder eventuell sogar bis Puerto San Julián weiterzufahren.

Der nächste nähere Ort, Puerto Deseado, wäre ein Umweg von mehreren Hundert Kilometern gewesen. Aber es gibt ja Tres Cerros, das auf unserer Karte noch nicht einmal eingezeichnet war. Wir kannten es aus dem argentinischen Spielfilm "Historias Minimas" und wussten: Dort gibt es irgendwo an der Ruta 3 wenigstens ein Motel.

Und so ist es auch: Einsam in der patagonischen Steppe liegt eine Tankstelle mit Shop und Cafe und ein angeschlossenes Motel. Bis San Julien wären es noch 141 km gewesen und so waren wir froh über ein Bett. Viele Gäste gab es nicht, als wir ankamen hielt gerade ein Bus und die Besitzer hatten alle Hände voll zu tun.

Aber wir hatten ja Zeit und nach einer Weile kümmerte man sich liebevoll um uns und zeigte uns das Zimmer. Betrieben wird die Raststätte von 2 älteren Ehepaaren, wenn wir das richtig beobachtet haben.

Es gibt eine Lobby und auch einige Informationen über die Umgebung an den Wänden, eine fast ständig benutzte Telefonzelle und einen großen Speiseraum für die Hausgäste. Die gesamte Einrichtung ist nicht neu, aber gepflegt und gemütlich. Besonders die schönen, alten Eisenöfen haben es mir angetan und ich habe einige davon für Euch fotografiert.

Lage

Wie schon erwähnt liegt das Motel direkt an einer Kreuzung an der Ruta Nacional 3 mitten in der Steppe. Rundum ist plattes Land, Himmel, Wolken und Wind. Puerto Deseado ist 125 Kilometer entfernt über eine Schotterstraße zu erreichen, die Ruta 3 führt noch 141 Kilometer weiter bis zum nächsten Ort Puerto San Julián, in die vierte Richtung geht es zu einigen Estanzias. Dazwischen liegt das große Nichts.

Die Tankstelle und das Motel wurden 1972 mit Untertstützung des Argentinischen Automobilklubs angelegt. Einige Einrichtungsgegenstände sind auch sichelich genauso alt...

Zimmer

Wir bekamen ein Zimmer mit 3 relativ schmalen Betten, so wie es in Argentinien oft zu finden ist. Hier ist es sinnvoll, da viele Lastwagenfahrer übernachten, die oft zu dritt unterwegs sind. Die Wände waren frisch gestrichen in den fröhlichen Farben türkis und gelb. Insgesamt hatte man sich viel Mühe gegeben, die alte Einrichtung ein wenig aufzupeppen.

Das Zimmer ist geräumig und das dritte Bett praktisch als Kofferablage. Das Fenster liegt zwar zur Straße hin, aber es herrscht auch auf diesem Hauptverbindungsweg wenig Verkehr und nachts war es sehr ruhig. Die Matratzen waren fest und gemütlich.

Das Bad war sauber, leider kam auch nach längerer Wartezeit kein heißes Wasser und die Dusche wirkte nicht sehr Vertrauen erweckend. So verzichteten wir mal wieder auf eine Dusche und begnügten uns mit einer Katzenwäsche.

Die Schlüssel zu den Aussentüren sind wohl im Lauf der Jahre verloren gegangen, die Koffer mussten wir vom Parkplatz durch die Tankstelle in das Zimmer rollen...

Frühstück

Das Frühstück nimmt man im Cafe/Shop der Tankstelle ein, der oben auf dem Eingangsbild zu sehen ist. Man bemühte sich sehr, uns irgendwie improvisiert einen leckeren Kaffee zu kochen, denn die Kaffeemaschine war gerade bei unserer Ankunft kaputt gegangen.

Geschmeckt hat der Kaffe dann ganz gut, dazu durften wir uns noch Gebäck aus der Auslage nehmen. Michael hatte eine Emplanada mit Hackfleischfüllung zum Kaffee, ich hatte mich für ein süßes, lecker aussehendes Gebäck entschieden das leider nicht so gut schmeckte wie es aussah. Irgendwas steinhartes, in Fett gebackenes. Scheint aber beliebt zu sein, ein Busfahrer kaufte gleich 20 Stück davon...

Aber am fünften Morgen in der argentinischen Provinz hatten wir endlich kapiert, daß es mit dem Frühstück hierzulande generell nicht allzu weit her ist.

Essen

Wir hatten keine großen Erwartungen an das Essen hier am Ende der Welt. Man zeigte uns einen Speisesaal mit riesiger Theke, in dem gleich auch gleich die Öfen angeheizt wurden. Auch der Fernseher gehörte natürlich eingeschaltet. Außer uns kamen nach einer Weile noch einige weiter Gäste, für diese liefen spannenderweise an diesen Abend einige Länderspiele des Südamerika-Cup.

Hinter der Bar standen einige Weinflaschen und wir entschieden uns für einen Syrah "Viecho Colon". Ein Preis war nirgends zu erkennen. Die Verständigung war ein wenig schwierig, aber wir erfuhren, daß es ein Tagesmenü gibt. Natürlich haben wir dieses auch bestellt und wurden sehr posistiv überrascht:

Zuerst kam eine leckere Vorsuppe mit Gemüse und Nudeln, gefolgt von sehr schmackhaftem geschmortem Lamm mit Beilagen. Es war eine Menge Fleisch daran und schmeckte wirklich köstlich. Im nachhinein war es wohl das beste Lamm, das wir in Argentinien hatten, die Zubereitungsart heißt Estofado. Als Nachtisch gab es dann noch einen Flan Casero, eine Art Creme Caramel.

Satt und zufrieden sanken wir ins Bett.

Am nächsten Morgen fanden wir draußen eine Schiefertafel mit dem Preis, das 3-Gang-Menü kostete pro Person 12 Pesos (unter 4 Euro) und der Wein 14,5 Pesos.

Fazit

Eine Überraschungsunterkunft, die zwar keinen übermäßigen Luxus bot, dafür aber Herzlichkeit, gute Küche, ein sauberes Bett und günstige Preise. Mehr als wir auf manch teurer Dollar-Hochpreis-Estancia geboten bekamen. Für Übernachtung, Wasser aus dem Shop, Frühstück und Abendessen inclusive Wein und Wasser haben wir zu zweit 82,5 Pesos bezahlt.

 

Im November 2003 waren wir für Nacht hier.

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