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EL CORTIJO

Im kleinen Ort Cachi, dem schönsten der gesamten Reise, haben wir uns für das Boutique Hotel El Cortijo entschieden. Der Name bedeutet übersetzt so viel wie Gutswohnung oder Gehöft. Wir hatten schon weit im Voraus über Boutique Hotels Argentina gebucht, was auch gut war. Denn vor Ort hätten wir dort spontan kein Zimmer mehr bekommen, es gab allerdings in näherer Umgebung noch ein paar andere Unterkunftsmöglichkeiten. Als wir ankamen war fast das gesamte Hotel von einer Studentengruppe belegt, die dort eine Woche lang ein Seminar abhielt. Daher waren fast alle Zimmer und den ganzen Tag auch das hoteleigene Restaurant besetzt. Dieses wurde als Seminarraum genutzt und am Abend nahm die Gruppe dort ihr Abendessen ein.

Daher machten wir uns auf die Suche außerhalb nach einem schönen Restaurant und fanden auch eins, welches uns den Aufenthalt in Cachi noch einmal zusätzlich verschönerte. Und wir bekamen die beste Suite im Haus, da die einfachen Zimmer von der Gruppe belegt waren.

Das verwinkelte alte Stadthaus liegt am Rand des Ortskerns von Cachi und ist im Besitz der Familie Bergesio. Es wurde zwar renoviert, blieb aber ansonsten unverändert. Die ursprüngliche Bausubstanz wurde mit modernem Komfort wie Zentralheizung, Telefon und Internet ausgestattet, dabei blieb aber der alte Charme erhalten. Gebaut wurde mit Adobe, Steinen, Zuckerrohr und Kaktusholz. Im ganzen Haus findet man antike Möbel, Kronleuchter und viele alte religiöse Kunstwerke, geschmackvoll kombiniert mit moderner Kunst.

Die Lobby ist modern ausgestattet mit gemütlichen Sitzmöbeln und einigen sehr schönen Bildern an den Wänden. Von hier aus erreicht man links das langgestreckte Restaurant. Dieses ist sehr modern eingerichtet, mit durchsichtigen Sitzmöbeln und Kristallleuchten an der Decke.

Die 24 Stunden besetzte Rezeption versteckt sich unter der Treppe und es gibt sogar einen jungen Mann, der sehr gut englisch spricht und sich sehr bemüht. Als wir keinen Diesel in Cachi bekamen, hat er extra bei der nächstgelegenen Tankstelle (30 km) angerufen und nachgefragt, damit wir den weiten Weg nicht umsonst fahren mussten.

Es gibt noch einen gemütlichen Innhof mit Sitzgelegenheiten, hier fühlen sich nicht nur die Spatzen im Wein an den Wänden wohl. Auf dem Boden ist ebenfalls Kunst zu sehen: "El Ojo de la Vid", ein Brunnen mit Wasserrinnen in dem schönen Steinboden im Schatten des Weinstocks, Symbol für den ewigen Kreislauf und die Kraft der Sonne, Wasser in Wein zu verwandeln.


Lage

Cachi liegt im Westen der Provinz Salta, 157 Kilometer von der gleichnamigen Provinzhauptstadt entfernt. Auf den ersten Blick ist die Lage des El Cortijo Hotel Boutique recht enttäuschend, denn es liegt nicht an der zentralen Plaza mit der hübschen Kirche, sondern an der zumindest modern gepflasterten Hauptstraße ein wenig oberhalb des Zentrums. Hier fährt jeder vorbei, der nach Cachi möchte. Bei so einem kleinen Ort hält sich der Verkehr allerdings sehr in Grenzen, die Hunde sind meist lauter als die Autos.

Gegenüber vom Hoteleingang mit seiner eher unscheinbaren Fassade befindet sich im Grünen und die Auffahrt zur Hosteria des Automobilclubs ACA. Von hier aus ist man zu Fuß in wenigen Minuten im Zentrum des kleinen Ortes, das nächste Restaurant ist ebenfalls gleich um zwei Ecken.


Zimmer

Das Haus verfügt über 12 Zimmer, die alle sehr unterschiedlich und individuell eingerichtet sind. Man erreicht sie über einen Außenbalkon im Innenhof. Die meisten sind recht klein, einige haben 3 Betten und andere Doppelbetten. Da ja, wie oben schon beschrieben, das Hotel durch eine Gruppe Studenten belegt war, bekamen wir das schönste Zimmer: Es nennt sich De los Padres und hat als Besonderheit sogar eine eigene, kleine Terrasse auf dem Dach über dem Eingang zu bieten.

Im Vergleich zu den anderen Zimmern hat man hier viel Platz, denn zuerst betritt man einen kleinen Vorraum mit antikem Schrank mit Spiegel und einem Zusatz-Einzelbett. Von hier aus kommt man auch auf die Terrasse, die leider in Richtung Straße und in der knalligen Sonne liegt. Tontöpfe mit Kakteen säumen den Holzboden, damit man von hier aus nicht auf die Dachziegel tritt, denn man befindet sich direkt über dem Eingang. Zwei gemütlich Liegen stehen hier und bis zum frühen Abend scheint die Sonne. Man blickt über Dächer und ins benachbarte Grün auf der anderen Straßenseite.

Das Schlafzimmer kann man noch einmal mit einer Tür zum Vorraum verschließen, was Stimmen und Getrampel vom Treppenhaus ausschließt. Dafür bellen draußen die Hunde die ganze Nacht lang und halten einen wach.

Prunkstück des Schlafzimmers ist das alte Messingbett, überspannt von einer hübschen rustikalen Decke. An den Wänden hängen religiöse Kunstwerke und die Kissen auf dem Bett sind in Handarbeit mit niedlichen Vogelmotiven aus Wolle bestickt.

Das Bad ist hier ebenso eng wie die Zimmer, hat aber sogar ein winziges Fenster und erfüllt seinen Zweck voll und ganz. Ein Bidet musste natürlich noch hereingequetscht werden und man duscht in der Badewanne mit einer modernden Glasabtrennung.

Im Zimmer gab es keinen Fön, keinen Fernseher und keinen Safe. Die Benutzung des Wlan ist frei, einen guten Empfang hat man aber nur in der Lobby und nicht im Zimmer.

Frühstück

Das Frühstück im El Cortijo ist etwas Besonderes. Man nimmt es im modernen Restaurant ein und wir kamen weit vor 8:00 Uhr, denn um diese Zeit war das gemeinsame Frühstück der Studentengruppe angesetzt und da wollten wir fertig sein. Am ersten Tag waren noch zwei weitere Gäste zusammen mit uns im Speiseraum, am zweiten Tag waren wir noch ein wenig früher, denn wir hatten an diesem Tag die lange Fahrt über den Abra del Acay bis nach Susques vor uns und mussten vorher noch 60 km Umweg zum Tanken fahren.

Auf den durchsichtigen, glatten Plastikstühlen rutscht man fast unter den Tisch, doch das Frühstück war sehr ungewöhnlich für argentinische Verhältnisse. Ein Buffet gibt es hier nicht, alles wird frisch an den Tisch gebracht.

Natürlich gibt es hier die üblichen Dinge wie Brot, Orangensaft, selbst gemachte Marmeladen etc. Aber am ersten Tag bekamen wir einen sehr leckeren Pfannekuchen mit süßem Sirup und einer Birne als Dekoration und am zweiten Tag Gebäck mit Früchten und Sahne serviert. Also mal etwas anderes und der Kaffee schmeckte uns auch sehr gut. Aus einer Kanne gab es selbst gemischten Joghurt mit Pfirsich und etwas Zitrone. Sehr lecker und erfrischend, weit ab vom Standard-Erdbeerschlabberjoghurt den man sonst bekommt.

Essen

Da wir am Abend im hoteleigenen Restaurant namens Catalino wegen Gruppenbelegung nicht essen konnten, waren wir gezwungen, uns in Cachi etwas zu suchen. Nach einem ausgiebigen Spaziergang entdeckten wir mehrere Restaurants.

Mittags sitzt man sehr schön im Restaurant Oliver an der Plaza, siehe Bild oben. Hier stehen auch Stühle und Tische auf der Straße und man kann die Plaza und die Menschen beobachten. Die meisten Plätze befinden sich unter schattigen Bäumen und Sonnenschirmen. Es gibt hier die typischen Gerichte wie Pizza, Pasta und natürlich Fleisch. An der Strasse von der Ruta 40 hinunter zum Plaza liegt ein weiteres Restaurant, welches wir aber nur von aussen gesehen haben.

Für den Abend fanden wir in einer kleinen Seitenstraße - von der Kirchenfront geradeaus am Museum vorbei und dann 60 Meter weiter - das für uns ultimative Restaurant: das Ashpamanta lockt mit "sabores artesanales" und "cochina a viso". Im gemütlichen Inneren gibt es nur 6 Tische und eine offene Küche, man kann also zuschauen, wo der hausgemachte Geschmack her kommt. Hier werkelt der Koch hauptberuflich, während seine Frau ihm hilft, die Gäste bedient und sich nebenbei um das schlafende Kleinkind im Kinderwagen kümmert. Die beiden jungen Leute sind ein eingespieltes Team auf engem Raum, da sitzt jeder Handgriff. Unterstützt werden sie noch von einer Küchenhilfe, die später am Abend kommt.

Die Speisekarte ist übersichtlich, aber ausgezeichnet und alles ist frisch zubereitet. Die Weinauswahl ist für die Restaurantgröße überraschend, es gibt einige sehr gute Weine auf der Karte. Da mussten wir nicht lange überlegen: am ersten Abend tranken wir einen Nanni Reserva Malbec und am zweiten Abend einen Colomé Amaicha. Beide Weine waren hervorragend, gehörten aber zum Teuersten, was die Karte zu bieten hatte.

Zu Essen bestellten wir uns eine Kürbissuppe mit Käse und als Hauptgang Nudeln: Sorrentinos mit unterschiedlichen Saucen und Füllungen - handgemacht alles und sehr lecker und mehr als reichlich, siehe Bild rechts. Nur der von Michael dazu bestellte Ensalada Menta entäuschte ein wenig, weil nur ein bisschen getrocknete Minze am Tomaten-Paprika-Salat zu entdecken war - zu wenig Geschmack verglichen mit den anderen leckeren Sachen.

Eine Besonderheit des charmanten Restaurants: an einem der kleinen Tische nimmt ein Herr mit Guitarre Platz und wenn er anfängt zu singen, dann stellen sich die Nackenhaare hoch. José Martin "El Solitario" singt Volkslieder aus Salta mit schwerer, melodischer Stimme die in dem kleinen Raum wunderbar klingt. Am Anfang meint man, Musik vom Band zu hören. Man kann auch eine CD von ihm kaufen, war wir für die verlangten 20 Pesos selbstverständlich auch getan haben, auf der er aber nur mit Orchester und nicht solo zu hören ist. Ein wenig leid tat er uns, weil wir am nächsten Tag dann schon wieder hier waren und dann nichts kauften, denn das Restaurant und das Essen hatten uns so gut gefallen, da waren andere Experimente nicht angesagt.

Am zweiten Abend bestellten wir dann als Vorspeise die Empanadas, danach hatte Michael Sorrentinos mit Tomatensauce und Ingrid Lomitos, kleine Filets, mit den wunderbaren, erdigen Andenkartoffeln. Danach passte noch ein Flan Casero, der hier nicht mit Dulce de Leche, sondern viel besser mit süßem Kakteen-Sirup (Arrope de Tuna) serviert wird. Michael hatte sich für "Almendrado con Cuaresmilla y Miel de Cana" entschieden. Trotz der teuren Weine betrug die Rechnung nur 190 bzw. 160 Pesos.

Fazit

Das El Cortijo ist eine gemütliche Unterkunft mit Flair in einem der schönsten Orte der Rundreise.

Im Oktober 2009 waren wir insgesamt 2 Nächte hier.

Hier ist die Webseite: Hotel Boutique El Cortijo.

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El Cortijo


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