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HOSTERÍA PROVINCIAL EL PEÑÒN

Nach einer ziemlich abenteuerlichen, anstrengenden und wunderbaren Fahrt von Fiambala aus durch die Wildnis, vorbei an den Vulkanen der Puna Catamarqueña, kamen wir um ca. 16 Uhr in der Hostería in El Peñón an. Ursprünglich war noch eine Weiterfahrt nach Antofagasta de la Sierra geplant, aber diese Strecke von zusätzlichen 63 Kilometern nach Norden hätten wir am nächsten Morgen dann noch einmal zurück fahren müssen. Der kleine Ort El Peñón liegt sehr idyllisch und die ziemlich neue Hostería machte einen gepflegten Eindruck, also beschlossen wir spontan hier zu bleiben.

Das Haus wurde im Jahr 2007 neu eröffnet und wirkt von der Architektur her ziemlich beeindruckend. Die ganze Einrichtung ist im lokalen Stil mit Adobeziegeln, Strohdach und Holzbalken. Es handelt sich um eine Hostería Provincial, die den Beinamen La Pómez trägt, was übersetzt "der Bimsstein" bedeutet und Bezug nimmt auf die nahen Bimssteinfelder, an denen wir noch am Nachmittag vorbei gefahren waren.

Hohe Decken und große Fenster, dazu ein gemütliches Restaurant mit Kamin und Internet-PC. Vom langen Flur aus, der mit Oberlichtern und Lichtspots im Boden ausgeleuchtet wird, gehen die acht Zimmer ab. Außerdem befinden sich hier die Öfen aus Gusseisen, mit denen die Zimmer von außen indirekt beheizt werden können. Im Eingangsbereich hat man auf dicken Balken einige Handarbeiten aus Wolle ausgestellt, die Ponchos, Decken, Schals und Westen kann man natürlich auch kaufen.

Insgesamt beträgt die Grundfläche 600 m² und es wurden von der Provinz 478.103 Pesos für den Neubau investiert, der ausländische Gäste und somit auch Geld in den kleinen Ort bringt. Insgesamt bietet das Gebäude umschichtig Arbeit für achtzehn Mitarbeiter, von denen wir nur vier gesehen haben.

Am diesem Nachmittag waren wir allerdings die einzigen Gäste und sollten es leider auch für die Nacht bleiben. Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, machten wir einen Fehler und legten uns in dem durch die Nachmittagssonne leicht angewärmten, aber sonst ungeheizten Raum auf das Bett. Nur mit der Tagesdecke bedeckt schliefen wir ein Stündchen ein, doch das reichte schon, um uns für den Rest des Urlaubs eine dicke Erkältung einzufangen. Am späteren Nachmittag haben wir uns dann ins Restaurant gesetzt, ein wenig gespielt und dazu Kaffee getrunken. Dazu wurde extra der Tisch mit Stofftischdecken eingedeckt und es gab sogar Toast und Marmelade dazu. Was es nicht gab war Strom, zur Unterhaltung heulte der typische Nachmittags-Sturm ums Haus und rappelte an den Fenstern und Türen. Erst nach Einbruch der Dunkelheit wurde der Generator eingeschaltet, am nächsten Morgen hörten wir ihn nicht, auch der Rasierapparat blieb stumm. Wahrscheinlich ist es anders, wenn eine ganze Reisegruppe alle Zimmer belegt. Für nur zwei Gäste lohnte es sich wohl nicht.

Auch am Abend wurde in den öffentlichen Räumen nicht geheizt, der Wind heulte um das Haus und der hübsche Kamin blieb kalt. Nachdem der Generator angesprungen war funktionierten auch Telefon, Fernseher, Licht und Internet. Einige Einheimische kamen vorbei um die technischen Errungenschaften zu nutzen und saßen dann warm verpackt in der Winterjacke im Restaurant. Auch wir hatten einige Schichten übereinander an, trotzdem haben wir gefroren.


Lage

Der kleine Ort El Peñón, der Fels, liegt im Departamento Antofagasta de la Sierra, direkt an der Ruta Provincial N° 43, die hier komplett asphaltiert ist. Nach Antofagasta de la Sierra sind es von hier aus 63 Kilometer nach Norden, 221 Kilometer fährt man nach Belén im Süden und nochmal 213 Kilometer weiter bis in die Provinzhauptstadt San Fernando del Valle de Catamarca. In dem abgeschiedenen Dorf leben ca. 250 Einwohner. Das Hotel liegt 5 Blocks von der zentralen Plaza entfernt, dafür aber direkt an der Ruta 43, und die Dorfschule befindet sich auch nur einen Block entfernt. Man kann die Hostería nicht verfehlen, sie ist gut ausgeschildert und das attraktivste Gebäude im Ort - nach der Kirche natürlich. Trotz direkter Lage an der Straße war es ruhig, hier herrscht kaum Verkehr.

Was ein wenig nervte waren die bettelnden Nachbarkinder, die sich sofort auf uns stürzten, sobald wir das Gebäude verließen und erst um Bonbons und dann sogar um Geld baten. Am nächsten Morgen saßen sie wieder vor der Tür, um sich an unsere Hände zu hängen, sobald wir zum Auto gingen. Ein anderes Mädchen wollte uns Steine aus der Umgebung verkaufen.

Zimmer

In der Hostería gibt es sechs Zimmer für zwei Personen mit eigenem Bad und am Ende des Flures zwei Zimmer für drei Personen mit eigenem Bad. Wir bekamen eines der besten Zimmer auf der Ecke mit eigenem Fernseher und einem schön gekacheltem Bad. Innen war es sehr kühl, denn die kleinen Öfen im Flur wurden, wie schon oben erwähnt, nicht beheizt. Im Zimmer gab es einen kleinen Heizlüfter, den wir den ganzen Abend laufen ließen, nachdem der Generator angesprungen war. Das nütze ein wenig, richtig warm wurde es damit zwar nicht, auch auf Grund der Deckenhöhe von geschätzten 4 Metern. Aber immerhin besser als im kalten Aufenthaltsraum herumzusitzen. So zogen wir uns dann nach dem Essen ins warme Bettchen mit eigenem Fernseher zurück.

Am späten Abend wurde der Generator ausgeschaltet und auch am nächsten Morgen gab es keinen Strom. Auf einem Nachttisch lag eines der landesüblichen batteriebbetriebenen Notlichter für die Nacht. Noch schlimmer: es gab auch kein heißes Wasser. Warum, das konnten wir nicht herausfinden, es kam einfach nichts aus der Leitung. Sprachprobleme machten eine Verständigung schwer, wir hatten auch nicht den Eindruck, das man sich, obwohl unser Problem verstanden wurde, sonderlich darum kümmern wollte. Es wurde behauptet, das Wasser wäre in Ordnung, aber auch nach langem Warten kam es nur Kalt aus der Leitung. Duschen fiel hier also aus, schade um das schön gekachelte Bad... Dabei stand auf der offiziellen Preisliste sogar ein Zuschlag von einigen Peso bei der Anmietung eines einzelnen Bettes, wenn man warm Duschen wollte.

Unser Zimmer mit Ehebett hat 150 Pesos gekostet - da hätte eine heiße Dusche schon drin sein können...


Frühstück

Zum Frühstück gab es mal wieder das Übliche, dafür aber wieder auf nett gedecktem Tisch mit Stoffdecke: Kaffee mit Milch, Toast und Marmelade.

Essen

Es gab hier weder eine Karte, noch besonders viel Auswahl zum Essen. Uns wurde ein Milanesa mit Kartoffelbrei empfohlen und dazu ein Wein. Das mögen wir alles, also bestellten wir es am frühen Abend vor, so konnte sie Köchin sich darauf einstellen. Als wir in den Speiseraum kamen, war der Tisch wieder schön gedeckt. Leider schmeckte uns der Wein nicht besonders gut Es war ein Latitüde 33 aus Mendoza, der viel zu kalt aus dem Vorratsraum kam. Am nächsten Tag hatten wir den ersten dicken Kopf nach argentinischem Wein und hätten hier besser Bier getrunken.

Dazu gab es ein lecker paniertes Kalbschnitzel mit Brotkrümeln und Kräutern in der Panade. Und eigentlich leckerer frischer Kartoffelbrei als Beilage. Weil es aber so kalt im Restaurant war, wurde natürlich auch das Essen sehr schnell kalt. Kein Wunder, das wir uns hier erkältet haben, nicht sehr angenehm in der Höhenlage. Da gehen immer die Ohren zu und noch Wochen später hatten wir damit zu kämpfen.

Als Nachtisch bekamen wir an diesem Abend dann noch Pfirsiche aus der Dose mit Dulce de Leche, dabei konnten sie nichts verkehrt machen. Für das Essen mit Wein und den Kaffee am Nachmittag haben wir 90 Pesos bezahlt.

Fazit

Die Hostería in El Peñón ist eine nette, neue Unterkunft auf dem Land. Mit mehr Gästen und Wärme in den Räumen wäre sie bestimmt noch ein bisschen besser....

Im Oktober 2009 waren wir für 1 Nacht hier.

Es gibt leider keine eigene Webseite. Für Informationen habe ich eine Telefonnummer gefunden, (011) 5254 - 8762, aber ohne Gewähr, und nur zwischen 20 und 22 Uhr Ortszeit anrufen, wenn Strom da ist...

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El Peñón


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