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ALLGEMEINES

Im Norden der Provinz Chubut, an der Atlantikküste und 1.400 Kilometer südlich von Buenos Aires, ragt die ca. 4.000 km² große Halbinsel Valdés ins Meer. Sie ist weltweit bekannt als Paradies für Naturliebhaber und liegt genau zwischen dem 42. und 43. Grad südlicher Breite, eigentlich geographisch von der Lage her vergleichbar mit dem Mittelmeer. Allerdings ist es hier wesentlich kühler, denn eine südliche Meeresströmung bestimmt das Klima und auch die Wassertemperatur.

Da die jährliche Niederschlagsmenge nur 240 mm beträgt gibt es auf der gesamten Halbinsel keine Flüsse, die ständig Wasser führen. Der fast immer wehende patagonische Wind trocknet die hügelige Landschaft noch zusätzlich aus und so wächst nur eine halbwüstenartige Vegetation. Bäume sucht man auf Valdés vergebens.

Bedingt durch die Abgeschiedenheit und das fruchtbare Meer vor der Haustüre hat sich hier trotz aller widrigen Umstände eine großartige Vielfalt von Pflanzen und Tieren gebildet. Die einzigartige Natur findet weltweit Beachtung, wird heute geschützt und somit auch für die Nachwelt erhalten.

Im Jahr 1983 wurde die Península Valdés zum Naturschutzgebiet erklärt. Auf Grund ihrer Bedeutung als Brutplatz für Vögel und vor allem auch für Meeressäuger erklärte die UNESCO die Halbinsel 1999 zur erhaltenswerten Biosphäre-Zone. Mittendrin findet man mehrere große rosa schimmernde Salzlagunen, die tief unter dem Meeresspiegel liegen und die tiefsten Landstellen Südamerikas bilden. Allerdings kann man sie nur über Privatgelände erreichen, oben auf dem Satellitenbild sind es die blauen Flecken auf der Halbinsel.

Die nächste Stadt ist der relativ hässliche Hafenort Puerto Madryn, bis dahin sind es vom Parkeingang noch ca. 70 Kilometer. Hier säumen viele Hotels, Restaurants und Touringveranstalter die Promenade, außerdem wird der Ort am Hafen von einer Aluminiumanlage beherrscht. Das Meer ist warm, die Lufttemperatur sinkt auch im Winter nicht unter 5°C. Zur Saison kann man die Wale hier sogar vom Strand aus beobachten.

Man erreicht die Halbinsel Valdés von Puerto Madryn aus über einen 5-10 Kilometer breiten und ca. 35 Kilometer langen Isthmus namens Carlos Ameghino, der den Golfo San José und den Golfo Nuevo trennt. Ständig besetzt ist hier das Kassenhäuschen an der einzigen Zufahrtsstraße, an dem man als ausländischer Tourist 25 Pesos Eintritt (Stand: November 2003) pro Person bezahlt.


Unterwegs

Die Straße von Puerto Madryn bis nach Puerto Pirámides, dem Hauptort der Halbinsel, ist asphaltiert. Der weiter nordwestlich liegende Rest der Region ist nur über Schotterpisten zu erreichen. Valdés ist kein reiner Nationalpark, nur Teile der Halbinsel stehen hier unter Naturschutz. So findet man auch einige Estancias und auf den Straßen sind immer wieder Viehgatter eingelassen, die Grenzen von einer Farm zur nächsten markieren.

Auf den kargen Weiden grasen Schafe, Pferde oder auch mal ein paar Kühe. Haupterwerb der größeren Estancias bleibt die Schafzucht, früher wurden hier aber auch große Mengen Salz gewonnen. Nur sehr wenige Farmen öffnen sich langsam dem Tourismus, indem sie Camping oder eine einfache Unterkunft bieten. Auf die ca. 200 Einwohner kommen ungefähr 80.000 Schafe.

Um die vielen Attraktionen der Halbinsel zu besuchen und um ein wenig flexibel zu sein, bucht man am besten einen Mietwagen. Ideal ist es natürlich, auch auf Valdés zu wohnen. Wir haben uns für diese teure Variante entschieden und das LeuchtturmhotelPunta Delgada gebucht.

Sonst muss man an einer geführten Tour teilnehmen, die man günstig ab Puerto Pirámides oder Puerto Madryn als Tagesausflug buchen kann. Leider ist man dann Gruppenzwängen unterworfen, ab Festland kommt noch die immerhin 160 km lange An- und Abfahrt hinzu. Wer also ab und zu mal anhalten und fotografieren möchte oder in Ruhe Tiere beobachten, der kommt um einen eigenen fahrbaren Untersatz nicht herum. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es gar nicht und ohne Fahrzeug wird man von den Höhepunkten der Insel wenig sehen, da die Entfernungen ganz schön groß sind.

Es gibt 3 Hauptstraßen: Die RN-2 nach Punta Delgada, die RN-3 an der Küste entlang bis Punta Norte und die RN-47 am Ostufer, die zusammen einen Rundweg bieten, der alle wichtigen Tierreservate und Höhepunkte der Halbinsel erschließt.


Die Küste

Auf Valdés gibt es herrliche, einsame Strände mit riesigen Sanddünen. Manche bestehen auch komplett aus Kieselsteinen, die das Meer wunderbar glatt geschliffen hat. Das Wasser ist einladend türkis und sieht aus wie in der Karibik, ist allerdings zum Baden auch im Sommer dann doch etwas zu kalt. Über weite Strecken eine Steilküste hat man oft einen schönen Blick von oben aufs Meer. Holprige Stichstraßen führen ab und zu bis an die Abbruchkante.

Die See-Elefanten bei Punta Delgada kann man mit einem Führer besuchen, der Verhaltensregeln erläutert und darauf achtet, dass niemand die Tiere stört. Von den Seelöwenkolonien ist die bei Puerto Pirámides am einfachsten zugänglich. Und die meisten Pinguine leben an der Caleta Valdes, einem langen Haff an der Ostküste.

Man kann Tauchtouren durch die kühlen Gewässer der Region unter Leitung erfahrener Führer unternehmen, zu buchen in den Städten. Ein Ausritt in der Steppe und an der Steilküste entlang ist ebenfalls eine beliebte Attraktion für jene, die sich im Sattel sicher fühlen. Das ist allerdings in dieser Weltgegend auch sehr oft eine extrem windige Angelegenheit.


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Valdés


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