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SEE-ELEFANTEN

Valdés, das einzigartige Paradies für Naturliebhaber, bietet dem Besucher eine Besonderheit: die einzige Kolonie der mächtigen See-Elefanten auf Festland Südamerikas.

Die riesigen Tiere kommen jedes Jahr im Süd-Frühling ab August in diese Gefilde um ihre Jungen zur Welt zu bringen, sich zu paaren und sich genug Winterspeck in den fischreichen Gewässern anzufressen, bevor sie dann nach und nach bis zum März wieder im Meer verschwinden.

Wir waren im November vor Ort, das ist die Zeit in der man nur Jungbullen, verspätete Mütter mit ihrem Nachwuchs und die Kleinen antrifft. Die richtig großen Alpha-Bullen sind um diese Zeit schon wieder verschwunden. Einige einjährige lagen herum und begannen sich schon zu häuten.

Trotzdem ist es beeindruckend, auch die nicht ganz so mächtigen Tiere zu beobachten. Der männliche südliche See-Elefant (Mirounga leonina) kann bis zu 5 Meter messen und 3.500 kg wiegen, während die Weibchen bis zu 3 Meter lang und 900 kg schwer werden.

Es ist die größte Unterart der Seehunde und sie bekamen ihren Namen nach dem Rüssel, den die Männchen auffällig im Gesicht tragen. Er dient dazu, die Wettbewerber im Kampf um die Weibchen einzuschüchtern, ein Resonanzboden, um die Drohrufe beim Kampf noch gefährlicher wirken zu lassen. Diese heftigen Kämpfe zwischen den Bullen sind durchaus blutig, enden aber in der Regel nur mit Fleischwunden und der Flucht eines der Rivalen.

Die Tiere ernähren sich von Fisch und Tintenfisch. Zur Nahrungssuche schwimmen sie bis zu 400 km zum Rand des Kontinentalschelfs, denn dort ist die Nahrungs-Konzentration am höchsten. Die trägen Kolosse verwandeln sich unter Wasser in pfeilschnelle Riesen, die elegant gleiten.

Ihre Fähigkeiten sind erstaunlich: Sie können in Tiefen bis zu 1500 Meter 2 Stunden lang tauchen. Dabei kommen sie zwischendurch nur für wenige Minuten wieder an die Oberfläche, um Sauerstoff für Herz und Gehirn aufzunehmen. Ansonsten muss zum Tauchen vorher ausgeatmet werden, um den Auftrieb zu verringern. Die Muskeln werden während des Tauchgangs nicht mehr durchblutet sondern durch vorher eingelagertes Mioglobin versorgt.

Ein Mensch mit vergleichbaren Fähigkeiten könnte in einem festen Overall mit Gesichtsmaske im Weltraum arbeiten: Kein Sauerstoff nötig, keine Heizung nötig, keine Panzerung gegen Druckunterschiede erfoderlich. Sagenhaft...!

Solange sie am Strand herumliegen ernähren sie sich gar nicht. Sie sparen Energie, indem sie die meiste Zeit ruhen und faul herumliegen, um für den langen Weg zurück genug Energie zu haben.

Ihr eigentliches Element ist die offne See, wo sie mindestens sieben Monate des Jahres als einzelgängerische Nomaden umherziehen ohne einmal an Land zu gehen. An den Küsten von Valdés sind sie nur Gäste: im Frühling, um die Jungen auf die Welt zu bringen und um sich zu paaren und im Sommer, um sich an Land zu häuten.

Ankunft und Kampf

Die heftigste Zeit an den Küsten von Valdés beginnt im August, wenn die Tiere an die Küsten kommen, um die Jungen auf die Welt zu bringen und zur Anbahnung der anschließenden Begattung wilde Kämpfe zwischen den Bullen stattfinden.

Dann suchen die vom Vorjahr seit 11 Monaten trächtigen Mütter nach dem stärksten Männchen, um sich in den Schutz seines Harems zu begeben. Größe spielt eine wichtige Rolle im Leben dieser Tiere, je kräftiger und schwerer ein Bulle ist, desto größer die Chance auf eine erfolgreiche Fortpflanzung. Männchen sind so drei bis zehn mal größer als die Weibchen.

Die Bullen kämpfen um einen Harem, nur die stärksten siegen. Diese Gewinner paaren sich innerhalb einer Saison mit allen 150 oder mehr Weibchen ihres Harems, die eine kurze Zeit nach der Geburt wieder paarungsbereit sind. Die Verlierer nutzen zwischendurch Momente der Unaufmerksamkeit des Leitbullen oder suchen sich ein paar verspätete Weibchen zusammen. Laut Zählung aus 2002 kämpfen rund 500 Alpha-Bullen um etwa 7.000 Kühe, 1.800 weitere Bullen rangeln zwischen den übrigen 6.000 Jungtieren und Einjährigen um ihre Position.

Die gerade geborenen Seeelefanten führen ein gefährliches Leben und die Todesrate ist hoch: ein Drittel überlebt das erste Lebensjahr nicht. Oftmals werden Neugeborene in den ersten Stunden ihres Lebens im Gewimmel der Kolonie von ihrer Mutter getrennt und müssen verhungern, denn ihre Schreie werden vom Lärm der anderen übertönt.

Haben sie das überlebt, dann kommt die für sie gefährliche Paarungszeit. Die Weibchen sind nur für kurze Zeit einige Wochen nach der Geburt fruchtbar, und die ungeduldigen riesigen Bullen zerquetschen beim wilden Paarungritual den Nachwuchs buchstäblich unter sich.

Ende Oktober verlassen die mächtigen Alpha-Männchen dann sehr erschöpft das Land und kommen nach langer Fastenzeit zum ersten Mal wieder zum Fressen. Auch die Weibchen gehen zurück ins Meer und lassen ihren Nachwuchs alleine am Strand zurück.

Denn die Kleinen werden, im Gegensatz zu den Seelöwen, nur knapp einen Monat lang geäsugt. Danach sind sie ganz auf sich gestellt und müssen sich durchboxen im Leben ohne Mami...

Links

Einge gute Links zum Leben der See-Elefanten, nicht nur auf Valdés, mit vielen weiterführenden Informationen habe ich im Internet noch gefunden:

Video zum Thema

Sea Elephant tells it like it is.

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