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ECHIDNA

Ihr Stammbaum reicht weit zurück, denn schon vor mehr als 150 Millionen Jahren stöberten die Schnabeligel nach Insekten. Die seltsamen Tiere überlebten fast unverändert bis heute.

Der Körper eines Schnabeligels ist größtenteils mit dicken Stacheln bedeckt ist und die lange, röhrenförmige Schnauze sieht wirklich fast wie ein Schnabel aus. Es gibt zwei Arten von Schnabeligeln: der Kurzschnabeligel (Tachyglossus aculeatus) und der Langschnabeligel (Zaglossus). Langschnabeligel leben in den Urwäldern im Hochland von Neuguinea. Sie haben nur wenige, weiße Stacheln, die überdeckt sind von den langen, dunkelbraunen Haaren.

Gebräuchlicher in Australien ist die Bezeichnung Echidna für den Kurzschnabeligel, in Deutsch werden sie auch Ameisenigel genannt. Zu ihrer Leibspeise gehören nämlich vor allem Ameisen und Termiten, die es auf dem roten Kontinent mehr als reichlich gibt. Aber auch Schnecken, Würmer und andere Kleintiere stehen auf dem Speisenplan.

Bei der Nahrungssuche entwickeln sie erstaunliche Kräfte, sie können mit ihren scharfen Krallen gut graben und wälzen dabei auch Steine zur Seite, die doppelt soviel wiegen wie die Tiere selbst. Mit gut 40 cm Länge ist der Echidna auch um ein Vielfaches größer als ein europäischer Igel. Mit starken Krallen wird die Beute ausgegraben und mit der klebrigen Zunge aufgesaugt.

Schnabeligel haben keine Stimme, sie lassen nur ab und zu ein ärgerliches Prusten oder Schnaufen hören. Die Tiere sind im allgemeinen Einzelgänger, Männchen und Weibchen suchen gegenseitige Gesellschaft nur zur Paarungszeit von Ende Juni bis Ende Juli.

Auftreten

Bald jeder Tourist hält einmal einen Echidna in der Hand, er ist auf der kleinen 5-cent Münze abgebildet. In Natura ist er auch überall in Australien zu finden, man muss aber schon ein waches Auge und den Fuß auf der Bremse haben. Die wenig anspruchsvollen Stachelträger besiedeln den gesamten australischen Kontinent. Sie sind selbst in Höhen von 2.500 Metern zu finden und halten in schneereicher Bergwelt auch Winterschlaf.

Echidnas scheuen sich nicht, auch tagsüber einfach so über die Straße zu laufen oder am Randstreifen herumzuwühlen, so kann man sie mit etwas Glück auch sehen.

Die meisten haben wir in Straßengräben am Rand der Pisten entlangwandern sehen - bei dichter Bewölkung und Regen auch mitten am Tag. Will man einen Echidna aus der Nähe betrachten, so wird der plump wirkende Geselle auf einmal sehr rege. Er reagiert sehr misstrauisch auf jede ungewöhnliche Bewegung und auf Erschütterungen, die man als Fußgänger verursacht, vorbeibrausende Autos werden ignoriert.

So hat man mit dem Fotografieren in der Natur so seine Mühe. Entweder marschiert der Echidna in flotter Gangart schneller als ein Fußgänger davon, um sich in den nächsten Busch zu schieben, oder er gräbt sich mit seinen kräftigen Klauen schnell in den Boden ein. In beiden Fällen kann man nur einen ovalen Knubbel mit Stacheln von oben oder von hinten bewundern, so wie es auf dem Bild weiter unten zu sehen ist.

Eine halbwegs brauchbare Methode für eingermaßen Baum- und Strauchloses Gelände funktioniert wie folgt: Man entdeckt einen Echidna am Straßenrand und hält an. Immer wenn der Echidna im Boden wühlt kann man sich vorsichtig ein paar Schritte anschleichen. Wird man schließlich bemerkt - was anscheinend nicht zu vermeiden ist - wechselt das Tier unauffällig die Richtung und will verschwinden. In diesem Moment legt man die letzten Meter mit großen Schritten zurück und hockt sich etwa zwei Meter vor dem Echidna auf den Boden.

Das Tier hat sich bei diesen Schritten natürlich erschreckt, sich geduckt und damit begonnen, sich etwas einzugraben. Wenn man sich jetzt absolut still und ruhig verhält kann man Glück haben, daß der Echidna nach einigen Minuten wieder aus der Starre hervorkommt und neugierig sein Schnäuzchen in die Luft reckt. In diesem Moment sollte man die Kamera fertig eingestellt haben, denn man hat nur Zeit für einen "Schuß": Schon das Geräuch des Auslösers oder der Filmtransport bring den Echidna wieder dazu, sich weiter einzugraben und mindenstens eine Viertelstunde nicht mehr heraus zu kommen.

Bei Regenwetter ist dies keine besonders erbauliche Angelegenheit, auch in dichtem Buschwerk oder Unterholz ist der Echidna schnell verschwunden. Hat man freies Blickfeld, dann ist es dämmerig oder bewölkt und das hecktisch schnüffelnde Schnäuzchen wird oft unscharf. So stammen die meisten meiner brauchbaren Bilder aus dem Healesville Sanctuary in der Nähe von Melbourne, so die Tiere an Menschen gewöhnt sind.

Besonderheiten

Wie ungewöhnlich diese Tiere sind entdeckte vor 120 Jahren der Frankfurter Zoologe Wilhelm Haake in Adelaide. Der Schnabeligel besitze zwar einen Beutel, er ist aber kein Beuteltier wie ein Kängeruh. Forscher fanden für diese Gattung der eierlegenden Säuger den wenig charmanten Namen Kloakentier. Kot, Harn und die Eier verlassen den Körper durch die gleiche Öffnung, die Kloake.

Während im Laufe der Zeit Beuteltier und Säugetiere immer mehr Arten hervorbrachten, blieben die Kloakentiere in ihrer Anatomie fast unverändert. Sie erinnern in einigen Dingen eher an Reptilien, Arme und Schenkel stehen seitlich vom Körper ab und die Körpertemperatur beträgt niedrige 31-32°C. Wie Reptilien können Echidnas nicht schwitzen und der Stoffwechsel ist reduziert.

Natürliche Feidne sind selten. Feind Nummer 1 ist wie so oft der Mensch, in manchen Regionen werden sie von Aborigines gejagt und verzehrt. Sonst können den Stachelträgern nur noch Dingos und Riesenschlangen gefährlich werden.

Die Frage nach der Paarungsstellung der Tiere beantwortet sich bei dem kräftigen Stachelkleid automatisch: sie paaren sich Bauch gegen Bauch.

Zur Fortpflanzungszeit bilden die weiblichen Tiere auf bislang ungeklärte Weise in der Bauchmitte durch Einsenkung einer Hautfalte eine Art Bruttasche aus, die wie schon erwähnt nicht mit dem Beutel der Beuteltiere verwechselt werden darf. Die Ameisenigelin legt nach einem Monat ein einziges Ei, welches irgendwie in der Bauchtasche gelangt - wie, das ist unbekannt.

10 Tage nach der Eiablage schlüpft ein winziger, nackter und blinder Schnabeligel aus dem Ei und bleibt 6-8 Wochen im "Beutel" der Mutter. Diese säugt ihr Junges mit Milch und trägt es im "Beutel" mit sich herum.

In Zoos fühlen sich die Tiere wohl, mit der Fortpflanzung hat man allerdings wenig Erfolg. Der Zoo von Adelaide präsentiert Schnabeligel schon seit 1883, Nachwuchs ließ allerdings mehr als 100 Jahre auf sich warten. Erst Ende 1997 kam unverhofft der sensationelle Kindersegen. Die Zucht von Echidnas gelang in Australien bis dahin nur einmal.

Echidna-Links

Video zum Thema

Echidna

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