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GREAT OCEAN ROAD

Von Melbourne kommend überquert man die West Gate Bridge und fährt auf dem Princess Highway in Richtung Geelong. Ab hier zweigt dann der Highway 100, auch Surfcoast Highway genannt, in Richtung Süden ab. Die eigentliche Great Ocean Raod beginnt in Torquay. Über die Grenzen von Australien hinaus ist diese Straße berühmt, in jedem Bildband findet man Fotos und sie gehört sicher zu den malerischten Küstenstraßen der Welt.

Über weite Strecken ist dieser Highway spektakulär, besonders zwischen Apollo Bay und Port Campbell reiht sich Aussichtspunkt an Aussichtspunkt. Zu sehen gibt es atemberaubende Küstenformationen, von Wind und Wellen zerfressene Felsen und einsame, windumtoste Strände. Man fährt durch hübsche Ferienstädtchen und im Hinterland findet man viel Grün.

Die Strecke zwischen Cape Otway und Port Fairy wird wegen der vielen, hier gesunkenen Schiffe, auch Shipwreck Coast genannt. Auf diesen 90 Meilen sind etwa 1.200 Schiffe aller Grössen und Arten untergegangen, statistisch gesehen sind das 13 Schiffe auf eine Meile Küstenabschnitt. Allein sieben Schiffe sanken im Jahr 1858, darunter einige mit Auswanderern, die zu den Goldfunden in Victoria unterwegs waren.

Highlights

Die heutige Great Ocean Road wurde in der Zeit von 1918 bis 1932 gebaut, um die vereinzelten Orte an der Küste miteinander zu verbinden. Planungen dazu stammten schon aus den 1880ern, das Ganze erschien aber zu teuer. Nach dem ersten Weltkrieg war es eine große Aufgabe, die heimgekehrten Soldaten wieder in Arbeit und Brot zu bringen, und der Straßenbau schien ein geeignetes Mittel zu sein.

Die Great Ocean Road hat ihren Anfang am "arc of triumph monument" in Torquay, einem bekannten Surf-Ort. Hier kann man die Cracks auf oft meterhohen Wellen beobachten. Bells Beach oder Jan Juc gehören zu den bekanntesten Surfgebieten der Welt und jährlich zu Ostern treffen sich hier die bekanntesten Wellenreiter der Welt zum Wettbewerb.

Der Weg führt weiter nach Lorne, einem beliebeten Wochenendausflugsziel für viele Melbourner. Ziemlich touristisches, nettes Städtchen mit sehr grünem Hinterland und vielen Wasserfällen im Küstengebirge.

Ab Lorne scheint die Straße dann jede einzelne Krümmung der Küste nachzuziehen. Viele Kurven machen das Fahren ebenso zum Vergnügen wie die Ausblicke aufs Meer. Im gewissen Sinn ist dieser Teil der Strecke in Australien einmalig, da die Straße trotz der steilen Berge oft fast bis auf Strandniveau heruntergeht, um dann in Serpentinen wieder das nächste Kliff zu umrunden. An der Ostküste von New South Wales zum Beispiel kann man das Meer vom Highway aus zwar manchmal sehen, ist aber doch immer weit weg vom Strand.

Leider habe ich gerade von diesem Teil der Strecke keine Fotos: Im Februar war es fast schon Abend und es gab kaum Möglichkeiten, an der Straße zu halten. Im Dezember brach ausgerechnet hier ein riesiges Unwetter über uns herein. Allerdings müsste man hier für richtig tolle Bilder auch etwas in die Berge kraxeln oder einen Helikopter mieten, da sich die schwierige Topologie aus der Auto-Perspektive nur erahnen lässt.

Der beliebte Ferienort Apollo Bay ist an dieser Küste einer der wenigen, die über eine eingermassen geschützte Bucht mit einem schönen Badestrand verfügen - wer im südlichen Ozean nur einmal baden möchte, der bekommt hier eine gute Gelegenheit dazu. Nach Apollo Bay verlässt die Straße die Küste und durchquert den Otway Nationalpark. Dann folgt nach der Überquerung der Otway Ranges der spektakulärste Abschnitt der Küste, gelegen im Port Campbell Nationalpark. Port Campbell selbst ist sehr touristisch und hat mir gar nicht gefallen, zu viele Touristen und Frittenbuden.

Klima

Entlang der Shipwreck Coast brausen ungehindert Wind und Wellen vom Indischen Ozean heran. Die Locals nenen den Indischen Ozean hier auch den Südlichen Ozean - bis zur Antarktis liegt kein Land zwischen der Küste und dem ewigen Eis. Die Naturgewalten formten diese Klippen und Bögen und man spürt sie bei jedem Besuch. Bei "richtigen" Stürmen können die Wellen mit über 15 m Höhe in die Steilküste schlagen.

Der Wind ist sehr heftig, wir waren im Februar und im November vor Ort. Im Februar, also im Hochsommer, war es sehr frisch, der Wind blies fast senkrecht und Regenfronten näherten sich. Um diese Zeit entstand das düstere Bild von den 12 Aposteln auf dieser Seite. Im November, also im späten Frühjahr, hatten wir Glück und eine Hitzewelle mit fast 40°C. Der Wind war aber trotz Sonne und blauem Himmel nicht weniger stark, nur wärmer.

Tipps

Die Great Ocean Road ist eine Reise durch die Geschichte der Fischerdörfer und Seehäfen an der Küste Victorias. Warrnambool war früher Heimathafen für große Walfangboote. Im Freilichtmuseum Flagstaff Hill Maritime Village gleich neben dem alten Leuchtturm von Warrnambool bekommt man einen Einblick in die vergangene Walfänger-Zeit.

Heute ist der Walschutz wichtiger, in der Saison zwischen Mai und September sind ganze Familien von Southern Right Whales zu beobachten. In Warrnambool gibt es sogar eine Aussichtsplattform am Logan's Beach, wo man die Tiere von Land aus in etwa 200 m Entfernung sehen kann, ohne extra eine Bootsfahrt machen zu müssen. Die weltweit nur noch rund 2.000 Tiere stehen unter strengstem Naturschutz.

An den Klippen und Felsen ist Vorsicht geboten, der Wind sollte nicht unterschätzt werden und auch brüchige Kanten können gefährlich werden.

Der weitaus größte Teil der Great Ocean Road ist nicht so überwältigend, wie man in allen Reiseführern liest. Nur ein kleiner Teil führt direkt an der Küste vorbei und auch hier muss man meist Abzweigungen fahren, um zur Bruchkante der Klippen und zu den Aussichtspunkten zu kommen.

Alleine ist man hier nie, viele Touristen trifft man von Ausichtspunkt zu Ausichtspunkt immer wieder und auch größere Reisegruppen lärmen dort herum.

Auf jeden Fall sollte man eine warme Jacke mitnehmen und bei starkem Wind schon im Auto anziehen. Videofilmen gestaltet sich mitunter als sehr schwierig, bei dem Gepuste kann man die Kamera kaum stillhalten.

Wenn man ein Wolkenloch erwischt hat, so sollte man sich mit den vielen Aussichtspunkten etwas beeilen. Meistens bleibt es nicht lange sonnig, bei den Windgeschwindigkeiten ist ein Unwetter schnell vom Horizont bis zur Küste gewandert. Knallblauer Himmel ist sehr selten.

Einige Webseiten zum Thema:

Video zum Thema

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