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N'DAHLA GORGE

Unseren vorletzten Abend in Australien wollten wir auf dem Buschcampingplatz in der N'Dhala Gorge verbringen. Danach stand nach Abgabe des Campers noch ein Tag Motel in Alice Springs auf dem Programm, bevor wir eine weitere Nacht im Flieger nach Deutschland verbringen mussten. Nach einem Besuch in der Trephina Gorge mit ziemlich gut belegtem Campground hofften wir in der N'Dhala Gorge auf ein wenig mehr Einsamkeit.

88 km von Alice Springs entfernt endet der asphaltierte Ross River Highway, eine 9 km lange Abzweigung endet am Ross River Homestead. Falls es in der N'Dhala Gorge voll belegt sein sollte, hätten wir hier eine Ausweichmöglichkeit gehabt. Die winzige Niederlassung Ross River am Ross Highway wurde Ende des 19. Jahrhunderts gegründet, zuvor befand sich an dieser Stelle die 1898 gegründete Rinderfarm Loves Creek Station. Schon seit 1959 ist der Ross River ein beliebter touristischer Ausgangspunkt für Ausflüge in die East MacDonnell Ranges.

Im Pub treffen sich die Bewohner der umliegenden Farmen und Touristen wohnen hier im Ross River Resort komfortabel in rustikalen Holzhütten mit Klimaanlage, Restaurant, Pool und können an den Kamel- und Pferdeausritten teilnehmen, die hier angeboten werden. Es gibt auch einen kleinen Campingplatz und Caravan Park, an dem man bei der Weiterfahrt zum ausgeschilderten N'Dhala Gorge Nature Park vorbeikommt. Bei unserer Vorbeifahrt sah alles ziemlich verlassen und einsam aus.

Ein kleiner, anspruchsvoller Track führt hinter der Ross River Homestead 8 km weiter zur Schlucht, hierfür braucht man ein Allradfahrzeug. Das meist trockene und steinige Bachbett des Hugh River muss insgesamt fünfmal überquert werden und es gibt einige sandige Abschnitte auf der Strecke. Nach Regen ist hier kein Durchkommen. Und schon im ersten Teil der Anfahrt begleiten beeindruckende Felswände den Besucher. Vor dem Gate sammelten wir noch schnell Brennholz für das abendliche Lagerfeuer ein und hoppelten über Stock und Stein langsam in Richtung N'Dhala Gorge.


Rock Carvings

Am späten Nachmittag auf dem Parkplatz angekommen, erwartete uns eine positive Überraschung. Wir sahen nur ein Fahrzeug und die Besitzerin kam gerade von ihrer Wanderung zurück und fuhr davon. Den schnuckeligen Campground mit Toilettenhäuschen (Hängt da immer noch ein Kleid drin?) und drei Feuerstellen hatten wir ganz für uns alleine. Nachdem wir den schönsten Platz besetzt hatten machten wir uns erst einmal auf den 1,5 km langen Weg in die Schlucht. Hin und zurück braucht man ungefähr eine Stunde und wir mussten uns ein wenig beeilen. Schließlich wird es schnell dunkel um diese Jahreszeit und ein Teil der Schlucht lag schon im Schatten. Trotzdem war die Wanderung beeindruckend, auch wenn wir hier keine Felsenwallbies sahen wie gehofft. Der Weg ist allerdings über weite Strecken recht steinig und uneben und nur spärlich markiert, nichts für Fußkranke.

Sehenswert und geschützt durch die hohen Felswände sind hier die zahlreichen Rock Carvings (petroglyphs), die vor langer Zeit in großen Felsbrocken am Fuße der Schlucht geritzt wurden. Sie sind allerdings nicht einfach zu entdecken, die ältesten von geschätzten 10.000 Jahren sind schon stark verwittert und die jüngsten sind ungefähr 300 Jahre alt. Am Wegrand findet man auch versteinerte Muscheln als Beweis, dass sich hier einst ein Urzeitmeer erstreckte. Die Stille in der Schlucht wurde nur durch Rascheln und Vogelgezwitscher unterbrochen. Ständig suchten wir die Felshänge ab, aber kein einziges Wallaby ließ sich blicken. Wasser fanden wir auch nicht, vielleicht war die Jahreszeit einfach zu trocken und die Tiere hatten sich in Regionen mit ständigen Wasserlöchern zurückgezogen. Die großen Echsen hielten im Mai sowieso ihr Winterschläfchen.

Ungefähr in der Mitte der Schlucht bot ein Felsüberhang, der direkt am Wanderweg liegt, den Aborigines Schutz. Solche Stellen gibt es noch viele in der Schlucht, kein Wunder dass diese Region wichtig für die kulturelle Identität der lokalen Aborigines ist. Auch die Pflanzenwelt weist hier einige Besonderheiten auf, so findet man in der N'Dhala Gorge die seltene Hayes Wattle (Acacia undoolyana) und die White Cypress Pine (Callitricx glaucophylla).


Die Nacht

Von der Wanderung zurückkommend fanden wir den Campground immer noch nur mit unserem einsamen Camper besetzt vor. Was für ein Glück, wir hatten den ganzen N'Dhala Gorge Nature Park für uns alleine und die nächsten Manschen waren definitiv 8 Kilometer entfernt. Das sollte bis zu unserer Abfahrt am nächsten Mittag auch so bleiben, obwohl es Freitag und somit Wochenende war. Die flachen Holzplattformen, die man oft auf australischen Campgrounds als Picknicktisch findet, gab es auch hier. Sehr praktisch für Ausräumaktionen. Doch zuerst fachten wir das Lagerfeuer an und kochten unsere letzte Mahlzeit am Camper. Australien pur, die Stille genießend am knisternden Lagerfeuer die letzte Flasche Wein zu öffnen – was für ein Leben!

Nach einer ruhigen Nacht weckten uns am nächsten Morgen zwei neugierige, laute Raben. Nach einem ausgiebigen und langen Frühstück räumten wir den ganzen Camper aus und packten unsere Koffer auf der Holzplattform. Einen besseren Platz für diese Aktivität hätten wir uns gar nicht aussuchen können. Noch immer kam kein Auto, nur die Raben beäugten unser Tun misstrauisch. Gegen Mittag machten wir uns dann auf den Rückweg über den Ross River Highway zurück nach Alice Springs. Dort stand dann die Camperrückgabe auf dem Programm.

Google Map zum Thema

N'Dhala Gorge Campground


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