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TERMITEN

Die Termiten sind eng mit den Schaben verwandt, werden aber oft mit den Ameisen verwechselt. Wenn man im tropischen Norden Australiens unterwegs ist, dann fallen vor allem die im Verhältnis zur Körpergröße riesigen Bauten auf, die überall herumstehen. Es gibt ja nach Lage und Termitenart sehr unterschiedliche Formen. Spitze Türme, flache Fladen, ein Wald aus steilen, nadelförmigen Bauten oder auch welche, die aussehen wie Reihenweckchen.

Je nach Lage und Bodenbeschaffenheit sind sie hellbeige bis dunkelrot und können in tropischen Regionen weit über 5 Meter hoch sein, ein Hochhaus für die kleinen Bewohner und ein gigantisches Naturschauspiel. In einigen Regionen Australiens stehen sie sehr dicht, an anderen Orten finden sich riesige Bauten weit voneinander entfernt.

Termiten leben aber nicht immer in Hügeln, in den zeitweilig überschwemmten Gebieten wie zum Beispiel im tropischen Norden Australiens, gibt es auch viele baumbewohnende Arten. Ebenfalls eine australische Besonderheit sind die Kompasstermiten im Litchfield National Park, die alle Hügel exakt nach dem irdischen Magnetfeld auf den Sonnenstand ausrichten, um die richtige Temperatur im Inneren der Bauten zu garantieren.

Termiten haben eine Vorliebe für Holz und weil sie wie ein "Terminator" dem Holz ein Ende bereiten wurden sie von den Römern "Termes" genannt. Sie ernähren sich von der Zellulose und vom Lignin heruntergefallener Blätter, Äste und den Überresten toter Bäume. Als Verdauungshilfe haben sie Geisseltierchen in ihrem Enddarm, die dort das unverdauliche Pflanzenmaterial in wertvolle Nahrung verwandeln.

Termiten leisten gute Arbeit, sie sind die wichtigsten Verwerter von totem Holz und Laub und tragen entscheidend zur Humusbildung bei. In Australien verwerten die kleinen, fleissigen Tiere alleine 20% des anfallenden toten Holzes. Auch lockern sie mit ihrer Grabarbeit die Böden. Verlassenen Bauten, die zusammenfallen, bilden eine gute Unterlage für neuen Wald. Denn das Baumaterial für die Hügel haben sie aus mineralreichen Schichten in größerer Tiefe geholt. In Australien verdankt man den Tierchen und ihrer stammaushöhlende Tätigkeit die Grundlage für die Didgeridoos, die von den Aborigines angefertigt werden.

Termitenbauten

Termiten bauen Nester von großartiger Vollkommenheit, die man einfach bewundern muss. Verglichen mit unseren Häzusern sind ihre Hügel gigantisch. Wohnburgen mit raffinierter Klimatechnik, die menschliche Ingenieurkunst einfach nur bescheiden erscheinen lässt. In dieser geschützten Welt leben die fragilen Insekten blind und verständigen sich untereinander durch Austausch von Duftstoffen und durch Klopfgeräusche.

Sie bauen je nach Gegend und Untergrund ihre Nester aus Erde, Lehm oder Sand. Für die Wand- und Bodenkonstruktionen verwenden die Tiere dünnen Karton, den sie aus zerkautem Holz und Speichel produzieren. Der Innenraum ist durch Zwischenböden in mehrere Stockwerke unterteilt, die kunstvoll durch Rampen und kleine Wendelngänge miteinander verbunden sind. Ein Netzwerk von feinen Poren in den Aussenwänden sorgen neben einem System von Luftkanälen für eine hervorragende Klimatisierung und Belüftung. Die dicken Aussenmauern sind hart wie Zement.

Manchmal findet man in der Natur ein Nest, dessen Spitze abgebrochen ist. Dann kann man die Gänge sehr schön betrachten, meist leben die kleinen Bewohner noch in den unteren Stockwerken und wuseln in der Umgebung herum. In die Aussenwelt und an Futterquellen gelangen sie durch ein oftmals gigantisches System von abgedeckten Laufgängen, die wir manchmal an alten Bäumen gesehen haben. Vom Boden bis in die Spitzen hinauf führten Aussen auf der Rinde angeklebte halbrunde Kanäle, die siche weiter oben noch verzweigten.

Der Stoffwechsel der Termiten und ihrer Pilze, die sie im Inneren des Baus züchten, produziert viel Wärme und Feuchtigkeit und schafft so im Nest ein den Termiten behagliches Klima von 30°C mit 96-99% Luftfeuchtigkeit. Wo die eigene Feuchtigkeit nicht ausreicht, holen sich die Tier zusätzliches Wasser aus dem Untergrund. In Wüstengebieten machen sich die Insekten Wasserquellen zu Nutze, die andere Tiere oder Menschen kaum erreichen können. Unter Termitenbauten wurden schon bis zu 40 Meter tiefe Schächte gefunden, in denen das Wasser Tropfen für Tropfen nach oben getragen wurde.

Wer mehr über die kleinen Krabbler wissen möchte, sollte diese Seiten besuchen:

Video zum Thema

Termite mounds in Litchfield National Park

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