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VIEHZUCHT

Eine australische Farm ist im Durchschnitt sagenhafte 5.600 ha groß. Dieser Wert wird erheblich durch die riesigen Schaf- und Rinderfarmen im Landesinneren beeinflusst, die problemlos mit kleineren deutschen Bundesländern mithalten können.

Von der Gesamtfläche des Kontinents werden zwei Drittel landwirtschaftlich genutzt. Das meiste davon ist Weideland, aber nur wenige Weiden können hier intensiv genutzt werden. Der Großteil ist offenes Weideland, auf dem die Tiere frei herumziehen können. Es gibt ca. 160 Millionen Schafe und 24 Millionen Rinder. Bedingt durch mehrjährige Dürreperioden mussten seit Mitte der 80er Jahre viele Farmbetriebe aufgegeben werden.

Schafe

Die Schafzucht ist schon immer ein wichtiger landwirtschaftlicher Zweig gewesen. Australien ist der drittstärkste Wollexporteur der Welt.

Merinoschafe wurden schon 1797 nach Australien eingeführt. Dreiviertel der Schafe sind auch heute noch Merinos, die meist im Landesinneren gehalten werden. Der Rest ist Kreuzzucht (Merino-Bock – Lincolm-Mutter), Fleisch und Wollschafe, die überwiegend an den Küsten leben.

In England hat man sich vergeblich an der Zucht von Merinoschafen versucht. Die Merinowolle ist durch ihre besondere Form der Haare und die Art des Haarkleides an sich von anderer Wolle durch eine besondere Feinheit der Wolle. Dazu kommt eine starke Kräuselung der einzelnen Haare, die daraus folgende sehr hohe "Lufthaltigkeit" bewirkt bei der Verarbeitung zu feiner Tuchwolle die besonders gutes Klimatisierung des Anzugträgers.

Der Schafbestand auf dem Kontinent ist schwankend mit den aktuellen Klimabedingungen. Nach einem Dürrejahr können es leicht ein paar hunderttausend Tiere weniger sein.

Rinder

Das zweite Standbein der australischen Landwirtschaft ist die Rinderzucht. Da die Weiden, unfenched cattleland, oft riesengroß sind, werden die Tiere mit Motorrädern, Jeeps oder sogar von Helikoptern aus zusammengetrieben. Meist ist das aber nicht nötig, es wird nur die Wasserstelle eingezäunt, und sobald die Dürre beginnt kommen die Tiere schon freiwillig.

Die USA und Japan sind der wichtigste Abnehmer von Rindfleisch. Überalll im Land bekommt man preiswert Fleisch und in den Restaurants fantastische Steaks. Seit es in Europa den BSE Skandal gibt, konnte Australien seine Fleischexporte noch steigern.

Im Südosten Australiens, wo aufgrund des feuchteren Klimas das ganze Jahr über Gras und Heu zur Verfügung steht, ist Milchwirtschaft weitverbreitet. Auf Spiegelglanz polierte Edelstahl-Tanklastzüge mit 30 oder 60.000 Litern Fassungsvermögen bringen die Milch zu den Molkereien und Käsebetrieben. Die australische Milchproduktion ist günstiger als in Europa, Japan oder den USA, obwohl die Milchbauern nicht subventioniert werden.

Probleme

Die vielen Schafe und Rinder, deren Wolle und Fleisch einer der Hauptwirtschaftszweige ist, hatten den größten Einfluss auf die Veränderung der ursprünglichen Lebensräume in Australiens. Angesichts der Zahlen braucht man keine große Fantasie, um sich vorzustellen, was Milllionen stampfende Hufe auf dem fragilen Ökosystem des trockenen Boden anrichten können.

Angezogen von den Wasserlöchern, die für die Viehzucht angelegt wurden, vermehrten sich auch die großen Känguruarten explosionsartig und wurden als Nahrungskonkurrenten von den Farmern gnadenlos bejagdt, stellenweise sogar ausgerottet. Dabei sind diese Tiere von der Natur mit weicheren Pfoten ausgestattet, die den Boden schützen und nicht zertrampeln, wie es die ursprünglich gar nicht vorkommenden Huftiere tun.

Auch die zahlreichen ausgewilderten Pferde und Esel zerstören die empfindliche Grasnarbe. Zum Teil werden sie in großer Zahl vom Hubschrauber aus abgeschossen - möglichst so, dass es nicht allzu öffentlich passiert. Im Kampf gegen die Erosion muss der Tierschutz hier den Kürzeren ziehen.

Video zum Thema

Sheep Shearing in Western Australia

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