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CHAMBERS GORGE

Ca. 68 km östlich von Blinman und weit ab jeglicher Touristenroute findet man die karge und bizarre Landschaft der Mount Chambers Gorge. Den eindrucksvollen, flachen Mount Chambers sieht man schon von weitem. Dann zweigt schließlich von der Verbindungsstraße von Wirrealpa zur Teatree Outstation der 9 km lange Weg zur Schlucht in Richtung Osten ab.

Die rauhe Topografie dieser Region macht sich schon bei der Anfahrt von der Durchgangsstraße bemerkbar, ohne Allrad sollte man hier auch bei trockenen Wetter nicht fahren. Es ist zwar durchaus möglich, aber doch sehr mühsam, denn der Track führt hauptsächlich durch ein teilweise trockenes Flussbett mit großen Kieselhaufen, in die sich die Räder eingraben und plötzlichen felsigen Höhenvorsprüngen, die es zu überwinden gilt.

Wir fuhren von Parachilna durch die gleichnamige Gorge über Blinman und hatten uns die Mount Chambers Gorge als abgelegenes Übernachtungsziel ausgesucht. Für den nächsten Tag stand dann eine Übernachtung in Arkaroola auf dem Programm. Das einzige Auto in vielen Kilometern Umkreis außer unserem Camper war ein alter Ford Falcon mit einem jungen Paar, die aber ihr Auto vor einer tiefen Furt am Anfang der Schlucht stehen lassen mussten. Sie sind dann vor Einbruch der Dunkelheit weitergefahren und wir waren mal wieder ganz alleine.

An der Furt befand sich ganz in der Nähe auch der wenig anheimelnde Campingplatz, eine plattgewalzte Fläche inmitten karger Umgebung sogar ohne das übliche Plumpsklo. Bei Hochwasser steht hier alles unter Wasser, aber im November war der Fluss nicht sehr gut gefüllt. Von hier läuft man noch mal gut 20 Minuten bis zum Eingang der Schlucht.

Wir beschlossen, mit unserem Allradcamper durch die Furt und weiter bis zum Anfang der Chambers Gorge zu fahren. Nach kurzer Fahrt steht man dann vor einem Schild, auf dem die Aborigines vom Stamm der Adnayamathanha darum bitten, nicht mit dem Auto weiterzufahren. Die Schlucht ist heilig und man findet noch einige Zeichnungen an den Felswänden einer Nebenschlucht.

Lagerfeuerspuren zeigten an, das hier schon so mancher die Nacht verbracht hatte und auch wir beschlossen am Anfang der Schlucht etwas oberhalb des Bachbettes zu campen. Allerdings wie immer ohne Lagerfeuer, ohne das die Aussies scheinbar nicht auskommen wollen. Aber in der trockenen Saison ist die Gefahr, ein Buschfeuer auszulösen, zu hoch.

Camping

Nachdem wir den Canper auf halbwegs ebenen Grund bugsiert hatten erkundeten wir erst einmal die Umgebung. Es war noch sehr heiß, auch einige Stunden vor Sonnenuntergang. Also entspannten wir uns erst einmal im Schatten und beobachteten die aride Umgebung. Tiere ließen sich nur wenige sehen, abgesehen natürlich von Ameisen und den allgegenwärtigen lästigen Fliegenhorden.

Beim Erkunden des Flussbetts sahen wir Reifenspuren, die deutlich sichtbar weiter in die Schlucht hereinführten. Nicht jeder hält sich anscheinend an die Bitten der Aborigines und in dem weit von jeglicher Zivilisation gelegenen Gebiet wird wohl auch wenig kontrolliert. Den Fahrspuren nach ist hier ein Paradies für Allradfraks.

Am Rand des Bachbetts entdeckten wir dann noch ein ganz besonderes Kleinod: die einzige blühende Sturts Desert Pea der gesamten Reise. Die leuchtend roten, kronenartigen Blüten werden bis zu zehn Zentimeter lang. Die Wüstenerbse blüht im Outback, hauptsächlich in der Gegend der australischen Salzseen und ist die Nationalblume von South Australia.

Ihre Samen können auch nach 40 Jahren bei einem der seltenen Regenfälle noch zu keimen beginnen. Wahrscheinlich hatte an dieser Stelle ein Camper mal einen Eimer Spülwasser ausgekippt und somit das kleine Wunder zum Blühen gebracht.

Kurz vor Sonnenuntergang wanderten wir dann ein wenig in der Schlucht herum. Die über 150 Meter hohen, steil aufragenden Klippen bilden eine schöne Kulisse. Vor allem wenn die Abendsonne die steilen Felswände golden aufleuchten lässt. Das spiegelt sich dann in einem der zahlreichen kleinen Felsenpools. Einige Galahs kamen zum Trinken ans Wasser und rein optisch tranken sie durch die Spiegelung aus einem Goldsee. Wir setzten uns auf einen Felsen und genossen die wunderbare, menschenleer Stille, nur unterbrachen vom ständigen Summen der Fliegen, vom Zwitschern der Vögel und dem Kreischen der Kakadus.

Nach Sonnenuntergang wurde es wesentlich kühler und wir genossen noch eine Flasche Wein unter dem klaren Sternenhimmel des Südens bevor wir in die warmen Schlafsäcke krochen.



Rock Art

Am nächsten Morgen brachen wir erneut früh auf um in eine der Nebenschluchten zu wanderen, deren Eingang wir schon am Abend erkundet hatten. Kurz nach Sonnenaufgang waren die Fliegen auch wieder da, Kängurus ließen sich aber leider keine blicken. Wir liefen ein wenig schluchteinwärts bis zur Abzweigung der Nebenschlucht. Hinweißchilder zeigen die Zeichnungen und ihre Bedeutungen, die hier Menschen von Stamm der Adnayamathanha vor langer Zeit an den mächtigen Felswänden hinterließen. Der Name Adnayamathanha setzt sich zusammen aus Adnya (Stein/Berg) und matha (Gruppe).

Die meisten Darstellungen sind Kreise, auf der rechten Seite kann man einen Goanna erkennen. Es ist eher Carving als Painting, in den Fels gravierte Bilder. Diese Ritzzeichnungen werden auf ein Alter über 30.000 Jahre geschätzt. Die Nebenschlucht mit ihrem Boden aus glatten Felsstufen wird an ihrem Ende immer flacher und weiter, bis sie auf einem Sattel ausläuft.

Die Ureinwohner erklären die Enstehung der Region, die von ihnen Wadna yaldha genannt wird, so: Yuri yuralu, der Purple-backed-Wren Geist, warf einen Bumerang (wadna), der erst das nördliche Ende des Mount Chambers spaltete und danach beim Rückflug so um den Berg kreiste, daß sich die Bergspitze formte.

Man würde Tage brauchen, um hier alles zu erkunden. Wir sind noch etwa einen Kilometer weiter in die Hauptschlucht gelaufen und dann an der Seite hinauf auf einen flachen Hügel zwischen den Kurven des Bachbetts. Von dort hatten wir einen gewissen Überblick über die gegenüberliegenden Felswände und den weiteren Verlauf der Schlucht. Insgesamt sind es ca. vier bis fünf Kilometer, wo sich das Wasser in mehreren S-Kurven einen Weg durch das Gebirge am Ostrand der Flinders gebrochen haben. Nach etwa drei Kilometern wird es besonders eng und steil, eine bizarre und sehenswerte Landschaft.

Wer sich für weitere heilige Orte der Adnyamathanha interessiert, der sollte noch die Big Moro Gorge besuchen. Ein 15 km langer, anstrengender 4WD-Track gegenüber von Wertaloona Homestead führt an den Rand des Nantawarrina Aboriginal Land. Ein Permit und Auskunft über die Befahrbarkeit bekommt man in der Station.

22 km westlich der Chambers Gorge wird in der Jubilee Mine Kupfer abgebaut. Hier ist ein schönes Panorama eines Veranstalters, das die Mount Chambers Gorge zeigt.

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