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ALLGEMEINES

Die Gibb River Road wurde ursprünglich angelegt, um Vieh von den weit verstreuten, riesigen Rinderfarmen im Kimberley zu den Häfen am Meer zu transportieren und von dort aus zu den Schlachthäusern in Übersee. Immer noch sind zu bestimmten Jahreszeiten die riesigen Cattle Road Trains auf der ausgefahrenen Staubstraße unterwegs, voll mit 2 Etagen voller Rinder denen zum Transport die Hörner abgesägt werden. Die Straße dient natürlich auch zum Transport von Waren aller Art und dem Benzin, das die Farmen brauchen um mobil zu sein. In der Regenzeit, wenn die Straße überflutet ist, muss die Versorgung über viele Monate aus der Luft stattfinden.

Die Gibb River Road ist insgesamt 705 km lang, eine 540 km lange Stichstraße führt zur Aboriginal Community Kalumburu und zum Mitchell Plateau. Für den Besuch der ehemaligen Missonsstaion Kalumburu ist eine Genehmigung erforderlich, die man vorher beim Vorsitzenden der Gemeindeverwaltung beantragen muss.

Von Dezember bis April, nach besonders regenreichen Sommern noch bis in den Mai, ist die Straße wegen Überflutungen unpassierbar. Den aktuellen Straßenzustand kann man über die Webseite WA Road Report abfragen. Beste Reisezeit sind die Monate nach Wiedereröffnung, also Mai/Juni/Juli, wenn die Grader die Straße frisch geebnet haben und die Auswaschungen und Schlaglöcher der Regenzeit aufgefüllt wurden. Dann ist die Piste ziemlich einfach zu befahren, ein Allradfahrzeug mit hohem Radstand sollte man aber schon der Bequemlichkeit halber haben.

Benzin und Versorgung gibt es am Mt.Barnett Roadhouse und bei einigen der Farmen auf der gesamten Strecke, teilweise wird aus Fässern getankt. Die maximale Entfernung ohne Möglichkeit zu einem Tankstopp ist ganze 262 km, in Richtung Mitchell Plateau sind es dann doch 472 km. Natürlich ist das Benzin hier teurer, was in Anbetracht der Anlieferung verständlich ist, aber immerhin bekommt man es. In Roper Bar am Gulf of Carpentaria war es erheblich teurer als hier.

Wir haben in Kununurra vollgetankt und hatten ja auch noch 40 Liter Reservekanister im Camper eingebaut. Damit sind wir selbst mit einigen Abstechern locker von Kununurra bis nach Fitzroy Crossing gekommen.

Die Strecke

Die reine Fahrzeit beträgt 11 Stunden, aber niemand wird hier durchfahren und die Sehenswürdigkeiten an der Strecke verpassen. Man sollte sich schon mindestens 3-4 Tage Zeit nehmen. Die Strecke ist ca. 300 km kürzer als der Weg auf den Great Northern Highway über Fitzroy Crossing und Halls Creek. Die Gibb River Road ist keine offroad-Strecke, bei der eine An-und Abmeldung nötig wäre. In der Trockenzeit ist sie relativ gut, streckenweise sogar sehr einfach zu befahren. Einige Flussfurten und ein paar sehr schlechte Stücke mit Waschbrettpiste wechseln sich ab mit gut gewalzter Schotterstraße. Einige extreme Steigungen und Gefällstrecken sind sogar schon asphaltiert. Wir hatten uns das Ganze jedenfalls wesentlich einsamer, schlechter zu befahren und rauher vorgestellt.

Wenn man genug Bodenfreiheit hat, sind auch die schlechten Stellen mit Tempo 60 zu bewältigen. Ab dieser Geschwindigkeit bemerkt man die Bodenwellen weniger, die Fahrer anderer Fahrzeugtypen meinten, dazu müssten sie etwa 80 km/h fahren. Dann hat man kaum noch Chancen, den ganz üblen Löchern auszuweichen oder rechtzeitig zu bremsen. Muss man wegen Gegenverkehrs langsamer fahren, dann wird man tüchtig durchgerüttelt und ist wieder froh, wieder beschleunigen zu können. Einheimische Allradfreaks rasen auch die Gibb River Road mit Tempo 100 entlang, unser Camper erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 60 km/h.

Gegenverkehr ist hier gar nicht so selten, wie vermutet. Wer eine Panne hat, braucht nicht lange zu warten bis der nächste Wagen vorbeikommt. Die "remote area" ist zur Hauptsaison gar nicht mehr so einsam, viele Touristen sind hier unterwegs. 3-4 Fahrzeuge in der Stunde kommen einem mindestens entgegen, für diese abgelegene Region schon so eine Art Massentourismus. Meist sind es Geländewagen, Buschcamper oder auch größere Britz 4WD-Camper vom Typ Ranger. Aber man sieht hier auch Allradfahrzeuge mit geländetauglichen Anhängern, die hier an der Strecke campen. Deutsche trifft man auch einige, die Strecke von Perth nach Darwin mit einem Camper ist eine Standardroute für deutsche Touristen, die meistens Britz-Camper fahren.

Auf den Einzelseiten über die Gibb River Road und die daran liegenden Sehenswürdigkeiten werde ich noch weiter auf den Straßenzustand der Teilstrecken eingehen, so wie er sich uns Mitte Juni 2001 präsentierte, eine sehr gute Reisezeit.

Unsere Route

Wir sind von Kununurra aus an einem Nachmittag bis Durack Station gefahren und haben dort übernachtet. Am nächsten Tag kamen wir bis kurz hinter Adcock Gorge, am folgenden Morgen ging es dann weiter zur Bell Gorge. Die Gibb River Road verließen wir an der Abzweigung zu den wunderschönen Nationalparks Windjana Gorge und Tunnel Creek. Bis Derby sind wir nicht mehr gefahren.

Der erste Teil bis zur Durack Station ist landschaftlich sehr schön, der Mittelteil war eher langweilig bis zur Bell Gorge, wo die Umgebung wieder mit vielen landschaftlichen Höhepunkten glänzte.

 

Unser Fazit:

Die Gibb River Road sollte man unbedingt einmal fahren, sonst hat man einen sehr wichtigen Teil dieses Landes mit wunderschönen Schluchten und wilden Bergen verpasst. Wer aber zur Hauptsaison hier Einsamkeit erwartet und sich als Pionier weit weg von der Zivilisation wähnt, der wird enttäuscht. Das Roadhouse von Mt.Barnett hat 3 Tiefkühltruhen mit der besten Eisauswahl im gesamten Norden von Australien. Einige Stationen nehmen Eintritt für den Besuch von Schluchten, denn das Land ist in Privatbesitz. Schöne Stellen zum freien Campen, zum Beispiel an Flussufern, sind schon von zahlreichen australischen Dauercampern besetzt. Auf dem Campingplatz hat man mit ziemlicher Sicherheit deutschsprechende Nachbarn.

Einsamkeit und wenig Touristen findet man eher in der Gulf Region als hier an der Gibb River Road zur besten Reisezeit. Wer Tipps zu Campgrounds sucht, der findet in meinem reiseforum einen Thread dazu: Campgrounds entlang der GRR.

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Gibb River Road


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Video zum Thema

Kimberleys, Australia

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