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ON THE ROAD

Von Kalgoorlie-Boulder aus starteten wir am Morgen über eine staubige Outbackpiste in den Norden. Diese Strasse nennt sich Goldfields Highway, führt in Richtung Leonora und stößt weiter in Norden dann bei Meekatharra auf den Highway Nummer 95, der Perth mit Port Headland verbindet. An der Strecke liegen viele Minen und so sind hier viele Roadtrains unterwegs. Ist man gemütlich mit nur 80 km/h unterwegs und sieht so einen Roadtrain im Rückspiegel schnell größer werden, sollte man früh genug auf den Randstreifen ausweichen und ihn vorbeilassen. Auch die Einfahren und Ausfahrten zu den Schürfgebieten sind immer mit großen Schildern gut gekennzeichnet, weil auch hier jederzeit mit einbiegenden und kreuzenden Roadtrains zu rechnen ist, die meist ein gutes Tempo fahren. Andere Autos sieht man eher selten und Camper sind hier ganz exotisch. Nach all dem Touristenrummel an Teilen der Südküste und im Südwesten fanden wir hier endlich Australien pur mit zwei einsamen Übernachtungen im Outback.

Der erste erwähnenswerte Fleck auf der langen, heißen Strecke ist Kanowna, eine Geisterstadt. Noch im Jahr 1905 lebten hier 12.000 Leute, 18 km nordöstlich von Kalgoorlie-Boulder. Es gab 16 Hotels und einen Zug, der stündlich nach Kalgoorlie fuhr. Nichts ist davon über, ausser ein paar Schilder, ein wenig Müll und Erinnerungen. Das letzte Hotel schloss seine Türen 1952. Ein Schicksal, den dieser Ort mit vielen anderen Plätzen in der Region teilt. Nur die Legenden leben, so die Geschichte eines der ersten Goldgräber namens Tom O'Connor, der die Goldfelder mit der sagenhaften Summe von 15.000 Pfund verließ. Sein Gold fand der in einem Claim, der direkt neben dem örtlichen Friedhof lag. Der Respekt vor dem Gold war höher als der vor den Toten und so eröffnete man kurzerhand einen neuen Claim auf dem Friedhofsgelände.

Folgt man weiter dem Goldfields Highway wird die Landschaft eintöniger. Salzseen, Malleebusch und rote Erde. Die nächste Geisterstadt heisst Broad Arrow, 38 km nördlich von Kalgoorlie. Auch hier gab es großen Boom, gefolgt von rapidem Absturz ins Nichts. 1893 startete hier der Gold Rush, 1896 wurde eine Stadt gegründet, nachdem die Eisenbahn auch diesen Outbackfleck erreicht hat.

Weiter im Westen findet man Ort Ora Banda, 66 km nordöstlich von Kalgoorlie. Der Name kommt aus dem spanischen und bedeutet "Goldenes Band". Ora Banda ist heute eine Mischung zwischen Geisterstadt und neuem Minenzentrum, denn rundum leben Menschen wieder nahe ihrer Arbeitsstelle, den neuen Minen. Für Touristen gibt es in diesen Orten nichts zu sehen.



Menzies

Der nächste Ort ist Menzies, 132 km nördlich von Kalgoorlie. Viele Goldgräber suchten damals ihr Glück abseits von Kalgoorlie's Golden Mile, jeder Goldsucher wollte ein zweiter Paddy Hannan werden und einen großen Fund machen um reich zu werden. Einer davon, ein Mann mit Namen Menzies, wurde fündig und entdeckte hier im Jahr 1894 Gold. Natürlich wurde die Stadt von den nachfolgenden Glücksrittern nach ihm benannt. 1899 kam die Eisenbahn und schon 1900 hatte der Ort 10.000 Einwohner. Genau so schnell wie sie gekommen sind, sind die auch hier wieder verschwunden. Heute besitzt Menzies nur wenig mehr als eine Main Street und ein paar Erinnerungen aus vergangenen Tagen.

In jedem Heft, das man im Tourist Office bekommt, wird ein Salzsee mit Skulpturen gezeigt. Das sieht ziemlich beeindruckend aus, vor allem, wenn es im richtigen Licht fotografiert wurde. Zum 50. Jahrestag des Perth International Arts Festival im Jahr 2003 wurde A Unique Sculpture vom englischen Bildhauer Antony Gormley errichtet. Er verteilte 51 Stahlfiguren - Laserschnitte - von Leuten, die in Menzies leben, auf der Oberfläche der Salzpfanne des Lake Ballard. Sie befindet sich nördlich von Menzies und wir hätten uns das Ganze gerne angesehen. Aber der Goldfields Highway macht hinter Menzies einen Knick und die Besichtung des Kunstwerks wäre ein Umweg von über 110 km gewesen. Dazu hatten wir keine Lust, standen uns doch einige Tage extremes Fahren bevor, um in den Norden an die Küste nach Kalbarri zu gelangen.

Sehenswert in Menzies ist die Town Hall mit dem Uhrenturm im italienischen Stil. Damals bestellt man eine Uhr aus England, die aber bei der Überfahrt verloren ging. So fehlte die Uhr Jahrzehnte und die heute sichtbare wurde erst zum Millennium im Jahr 2000 installiert. Leider haben wir hier kein einziges Foto gemacht.

Weitere 42 km auf dem Goldfields Highway ab Menzies erreicht man eine Abzweigung, die nach Niagara führt. Dieser Schleife über Kookynie habe ich eine eigene Seite gewidmet.



Google Map zum Thema

Menzies und der Goldfields Highway


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