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DIE VERSAMMLUNG

Die Strzelecki Desert besteht in weiten Teilen aus niedrigen, hellen Sandhügeln mit spärlichem Bewuchs. Wenn man weiter man nach Norden kommt, ändert sich die Landschaft und die Sandünen werden zu langgestreckten und leuchtend roten Wällen. Mitten hindurch führt der Strzelecki Track, eine schnurgerade Schotterpiste weit ab jeder Zivilisation.

Wir waren auf diesem Track unterwegs und der Himmel zeigte kaum eine Wolke. Für Outback-Verhältnisse war es an diesem Novembertag recht kühl, geschätzte 30°C und windig. Je weiter wir nach Norden in die Wüste vorstießen um so mehr wurde der Horizont vor uns gelblich-grau.

Plötzlich waren wir mitten drin in einer Art Sandsturm, wir sahen die Dünen rechts und links kaum noch. Wie Nebel hatte sich ein Schleier aus superfeinem Sandstaub erhoben. Die 100.000 lästigen Fliegen schien das wenig zu stören, sobald man das Auto verließ war man viel umschwärmt.

Laut Karte gab es rechts und links des Tracks wenig Sehenswertes, hier fahren meist nur Trucks, die Materaial und Menschen zu den Gasfeldern im Outback transportieren. Eine kleine Abzweigung führte allerdings zu einem Bohrloch.

An so einem Bohrloch gibt es kein Öl, sondern Wasser, und wo es Wasser gibt da ist in Australien auch meist ein Picknickplatz. Also bogen wir ab und fuhren ein Stück in die Dünenlandschaft hinein.


Die Atmosphäre war ziemlich unheimlich, die Sicht betrug inzwischen wieder etwas mehr, ca. 100 Meter. Trotzdem brannte die Sonne leicht gefiltert vom Himmel. Als wir ausstiegen hörten wir ein heiseres Krächzen und als wir uns dem Bohrloch nähereten, trauten wir unseren Augen kaum.

Natürlich gab es hier einen Picknickplatz, sogar mit Sonnendach. Aber der war besetzt - von einer großen Gruppe Nackaugenkakadus. Genau im Schatten sassen die Tiere dicht an dicht. Die Konturen verschwammen und alle blickten in die gleiche Richtung, stemmten sich gegen den Wind.

Mit ihren Augenringen wirkten sie wie Fischlaich, so dicht beieinander. Als wir uns näherten watschelten die ersten leise schimpfend weg. Also zogen wir uns wieder zurück, um die Tiere nicht zu stören.


Als wir um eine der Dünen herumgingen, sahen wir auch das Wasser. Ein kleiner Tümpel im Sandboden mit etwas milchigem Brackwasser, darum sehr nasser Sand, in dem man sofort einsackte. Trotzdem Lebensquelle für eine große Kakaduschar in der ariden Umgebung.

Selbstverständlich wurden wir bemerkt und eine große Wolke aus weißen Vögeln erhob sich laut kreischend, ließ sich aber schon wenige Meter entfernt wieder nieder.

Erst jetzt sahen wir die vielen Tiere, die wie Hinkelsteine überall in den wenigen Büschen hockten. Teilweise bogen sich die Zweige zu Boden unter der Last der großen Vögel. Einige hatten keinen Logenplatz und sassen auf der Erde. Besonders begehrt waren natürlich Schattenplätze.

Wir konnten uns gar nicht sattsehen an den niedlichen Kerlchen, auch wenn die Fliegen in diesem Teil der Welt es uns trotz Netz vor dem Gesicht schwer machten.

Am liebsten hätten wir an diesem magischen Ort übernachtet, aber es war erst Mittag und wir wollten noch ein Stück weiter...



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