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WASSER IM OUTBACK

Wer im ariden Zentrum von Austalien lebt, der braucht zum Überleben vor allem Wasser. Und das ist in einigen Regionen selten. Wie im trockenen Mungo National Park. Der Lake Mungo, der vor über 15.000 Jahren ausgetrocknet ist, wird begrenzt von wunderschönen Sanddünen. Das Gebiet um die Willandra Lakes erhielt 1981 von der UNESCO als "Erbe der Menschheit" einen Platz auf der World Heritage List.

Hier campten wir in der Nähe der Dünen, weit und breit war keine Menschenseele. Zum Sonnenaufgang stiegen wir auf den Dünenkamm und hatten eine herrliche Rundsicht auf die flache Umgebung. Am Fuße der Düne scheuchten wir im Vorbeigehen einige Rosakakdus, in Australien Galahs genannt, von einer größeren Pfütze auf.

Laut kreischend flogen sie davon und während wir frühstückten ließen sich einige Tiere auf einem nahen Ast nieder und beobachteten uns. Es wurden immer mehr und wir sagten uns irgendwann: "Wo Wasser ist, da kommen auch Tiere hin". Und damit meinten wir nicht die vielen Fliegen, die hier im Outback sehr lästig sein können. Sondern uns wurde klar, daß diese Pfütze eine selten günstige Gelegenheit zur Vogelbeobachtung bieten würde.

Mittlerweile war die Sonne schon etwas weiter über dem Horizont. Wir nahmen unsere Campingstühle und die Hüte als Sonnenschutz und setzten uns ca. 10 Meter von der Wasserstelle entfernt ruhig hin. Bewaffnet mit Kameras und Stativ warteten wir auf durstige Gäste.


Zuerst kamen einige Tauben und Krähen zum Trinken an das Wasserloch. Kakadus flogen über uns hinweg, drehten aber wieder ab, als sie uns sahen. Vielleicht waren wir zu nah? Wir beschlossen, die Stühle etwa 2 Meter weiter nach hinten zu setzen.

Als wir nach einer Viertelstunde schon aufgeben wollten, hörten wir einen großen Schwarm Kakadus hinter der nächsten Düne laut krakeelen. War dort ein weiteres Wasserloch und wir hofften vergebens auf einen Besuch?

Wieder flogen wie zuvor einige Kundschafter über uns hinweg und wir verhielten uns ganz still. Sie flogen zurück hinter die Düne. Minuten vergingen. Sollten wir jetzt nicht doch besser gehen?

Als wir gerade aufgeben wollten erhob hinter der Dünde ein lautes Geschrei und dann kamm ein Schwarm von ca. 40 Tieren über den Dünenkamm und flog laut kreischend direkt auf uns zu. Wir hielten die Luft an.

Was für ein schöner Anblick, die vielen rosaroten Tiere gegen den stahlblauen Himmel.


Rund um das Wasserloch ließen sie sich nieder. Die Ränder der Pfütze waren morastig und man merke den Tieren den Widerwillen gegen schmutzige Füße richtig an, wenn sie darin landeten. Einige flatterten eine ganze Weile auf der Stelle und versuchten, ihre Krallen vor dem Einsinken zu bewahren.

Der begehrtsste Platz war eine krumme Wurzel mitten im Wasser. Hier konnte man Landen und gut wieder Starten, auch wenn das Trinken aus der erhöhten Position etwas schwieriger war.

Kakadus schöpfen das Wasser mit dem Unterschnabel auf und lassen es durch Anheben des Kopfes in den Schlund laufen. Das konnten wir sehr schön beobachten. Um den Ast in der Mitte gab es ständigen Kampf, immer wieder versuchten Tiere darauf zu landen, obwohl er voll besetzt war. Die Erstankömmlinge drohten den Angreifern aus der Luft mit weit offenem Schnabel.

Einige Tiere tranken anscheinend gar nicht und sassen als Wächter auf dem Boden oder auf niedrigen Büschen. Wir verhielten uns ruhig, genossen den wunderbaren Anblick und wurden wohl nicht als Gefahr eingestuft. Nach einer Weile kamen dann auch die bisherigen Wächter zum Trinken.

Nach einer guten Viertelstunde verschwand der ganze Schwarm nach und nach laut kreischend in der weiten Ebene...



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