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FLORA UND FAUNA

Kangaroo Island wurde vor ungefähr 10.000 Jahren vom australischen Festland getrennt, weil der Meeresspiegel anstieg. Durch diese Trennung vom Kontinent haben auf Kangaroo Island viele Tierarten überlebt, die auf dem Festland bereits ausgestorben sind. Es gibt Funde von steinernen Werkzeugen die belegen, dass die Insel vor langer Zeit besiedelt war, doch die Ureinwohner verließen sie vor ca. 3.000 Jahren wieder.

1802 benannte der Britische Entdecker Matthew Flinders die Insel, nachdem er in der Nähe von Kangaroo Head an der Nordküste der Dudley Halbinsel an Land gegangen war und dort 31 Kängurus als Proviant tötete. Später schrieb er in sein Tagebuch:

half a hundredweight of heads, forequarters and tails were stewed into soup...and as much steaks given....to both officers and men as they could consume by day and by night.... In gratitude for so seasonable a supply, I named this southern land Kangaroo Island ...

Die Jahre danach lebten amerikanische Robbenjäger und Walfänger auf der Insel und gingen von hier aus ihrem blutigen Geschäft nach.

Die ersten offiziellen Siedler kamen im Jahr 1836. Die South Australia Land Co. brachte 1837 deutsche Immigranten. Doch die wasserarme Insel ist geprägt von Heide- und Dünenlandschaften, mit ein wenig Akazienwald im Landesinneren, schlechten Böden und die Landwirtschaft war ein mühsames Geschäft..

Schon nach kurzer Zeit trieben Trinkwassermangel, fehlendes Bauholz und fehlende Nahrungsmittel die Menschen wieder zurück auf das Festland. Das Gebiet um Adelaide erwies sich als weniger lebensfeindlich als die Insel.

Dies war für die Flora und Fauna der Insel ein Segen, denn so wurden nur 2/3 der Vegetation für Landwirtschaft und Häuserbau gerodet und weder Füchse noch Kaninchen eingeschleppt. Diese wurden auf dem Festland schnell zur Plage, die Insel blieb davon verschont.

Einheimische Arten wie das kleine Tammar Wallaby, das Bürstenschwanz Opossum, der Schnabeligel und viele Froscharten konnten sich so ungehindert von Fressfeinden und Nahrungkonkurrenten vermehren. An den Küsten leben Fairy-Pinguine, die kleinsten Pinguine der Welt, Seelöwen und Neuseeländische Seehunde.

Auch Vögel sind hier artenreich vertreten. An den Strände und Lagunen der Ostküste leben viele Pelikane. Im Hafenbecken von Kingscote werden sie täglich geüttert, eine "Attraktion" der Insel.

In der Murray Lagoon im Landesinneren lassen sich in großen Moorseen zahlreiche Wasservögel wie schwarze Schwäne, Enten, Kibitze und Gänse beobachten.

Besonders erwähnenswert ist der seltene Glossy Black-Cockatoo (Calyptorhynchus Lathami Halmaturinus) der hier in den Tälern der nördlichen Felsküste lebt, leider sahen wir kein einziges Exemplar dieser Kakaduart, wir konnten sie nur einmal hören.

Dafür trafen wir auf einige Schnabeligel und mittelgroße Goannas, die hier wirklich zahlreich vertreten und wenig scheu sind. Neu angesiedelt wurden 1923 die Koalas, sie sind mittlerweile aber eher zum Problem geworden.

Während sie auf dem Festland durch sich immer weiter ausbreitende Siedlungsräme vom Aussterben bedroht sind, teilen sich auf Kangaroo Island zu viele Tiere die wenigen Futterquellen - somit vernichten sie ihren Lebensraum selbst. Mit einer Sterilisierung der Tiere will man das Problem nun in den Griff bekommen.

Wildlife?

Über die Hälfte der Insel wurde, wie oben schon erwähnt, nie von der Ursprungsvegetation befreit. So konnten für mehr als 1/3 der Inselfläche insgesamt 17 unterschiedliche Nationalparks und Schutzgebiete eingerichtet werden die diese Gebiete erhalten. Die vier größten Schutzgebiete sind:

In allen Reiseberichten und Reisführern liest man von der unglaublichen Zutraulichkeit der Tiere von Kangaroo Island. Da sie keine Feinde kennen, sind sie hier wesentlich weniger scheu als auf dem Festland und viel zahlreicher.

Nach unseren Erfahrungen stimmt das nicht so ganz. Die meisten Besucher kommen für 1-2 Tage und sehen Plätze, zu denen alle anderen Besucher ebenfalls fahren. Zum Beispiel das Visitorcenter und den Campingplatz von Rocky River im Flinders Chase Nationalpark.

Die drei Wallabies hier sind wirklich wenig scheu, kommen zum betteln und lassen sich kraueln. Doch möchte man das wirklich? Ist das noch Wildlife, über Generationen an Futter aus Menschenhand gewöhnte Tiere?

Trotz aufgestellter Schilder ist es nicht zu verhindern, dass unverbesserliche Besucher die Tiere auch heute immer noch füttern. Für Kängerus ist der Verzehr von einem Stück Brot schädlich, weil ihre Mägen Brot nicht absorbieren können, manche gehen davon jämmerlich ein.

Campt man dagegen einsam und alleine in der Bucht von D´Estrees Bay, so hat man Mühe die Wallabies zu sehen. Wie überall kommen sie erst bei Dämmerung heraus und hüpfen weg, sobald man sich ihnen auf weniger als 20 Meter nähert. Dabei ist das Kangaroo-Island-Känguru eher langsam und hüpft weder so hoch noch so schnell wie seine Verwandten vom Festland.

Alles ganz natürlich also und nicht viel anders als in den Flinders Ranges - auch dort sahen wir sehr viele Kängerus...

Am privaten Western KI Caravan Park kurz vor Rocky River ist von der Straße aus ein Koala-Walk ausgewiesen und wir folgten neugierig dem Hinweis. Dort läuft man dann in einem kleinen dichten Eukalyptuswald ohne Beschilderung herum und guckt in die Bäume, auf denen einige dösende Koalas als Schatten zu erkennen waren. Der menschliche Inhalt von 2 riesigen Reisebussen fiel kurz darauf ebenfalls lärmend im Wald ein, da würde ich als Koala auch nur im obersten Wipfel hängen...

Verkehr

Wenige Straßen auf Kangaroo Island sind geteert, die meisten Nebenstrecken sind wenig befahren und bei Trockenheit auch für normale PKW kein Problem.

Auf Kangaroo Island geben die Tiere das Tempo vor und bestimmen indirekt sogar, wann es Zeit zum Schlafengehen ist. Ohne Versicherungsschutz kann man hier auch im Dunkeln fahren, ratsam ist es nicht. Auch nicht früh am Morgen oder in der Dämmerung, wenn die meisten Tiere besonders aktiv sind. Trauriges Ergebnis von Fahrten bei Dämmerung und zu hoher Geschwindigkeit findet man an der asphaltierten Hauptstraße rechts und links: Kängerukadaver.

Entlang der Schotterstrecken sieht man weniger Leichen, so wie die angefahrene Schlange unten auf dem Bild. Hier sind meist die Einheimischen unterwegs und die Touristen mit mehr Zeit.

Auf der Haupt-Rennstrecke von Penneshaw in Richtung Seal Bay und Rocky River findet man dann viele Opfer am Straßenrand. Da wird spät am Abend noch gerast, weil der Tourbus unbedingt noch die Fähre erreichen muss, um die Tagestouristen von der Insel zu schaffen.

Video zum Thema

Kangaroo Island Wildlife

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