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PHILLIP ISLAND

Ich bin eigentlich kein Freund von Phillip Island. Diese Insel hat es nicht geschafft, die Vorurteile, mit denen ich hingefahren bin, abzubauen. Sicher gibt es auch viel Schönes auch auf Phillip Island und wir waren auch nur einen Tag dort, doch das hat uns auch gerreicht. Nach Fahrten durch das ländliche Gippsland erschien uns diese Insel, die man üner eine Brücke vom Festland aus erreicht, zu laut, zu touristisch, zu voll und voller Kommerz.

Von Melbourne aus werden Tagesausflüge hierher angeboten. Nach Uluru im Red Center ist diese 101 Km² große Insel die meistbesuchte Attraktion in Australien. Auch wegen der Motorradrennstrecke ist Phillip Island populär, die größte Attraktion sind allerdings die kleinen Fairy-Pinguine und die rummelige Penguin Parade. Sehenswert soll auch der Phillip Island Wildlife Park sein, den wir aber nicht besucht haben. A Maz`n Things ist ein Park mit Australiens gröstem Labyrinth.

Die Hauptstadt der Insel heißt Cowes, hier besteht ein breistes Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten und touristischen Einrichtungen.

Koala Conversation Centre

Mitten auf Phillip Island liegt das Koala Conservation Centre. Auf wenigen Hektar eingezäunten Eukalyptuswaldes leben ca. 2 Dutzend Koalas weitgehend unter Bedingungen wie in der freien Natur. Der Besucher kann beim Spaziergang auf dem Waldboden außerhalb des Geheges als auch beim Wandeln auf breiten Stegen in 3 Meter Höhe zwischen den Bäumen nach den Koalas hoch in den Wipfeln Ausschau halten, manchmal sitzen sie auch dirket am Weg. Ein Ranger ist dann immer ganz in der Nähe und passt auf, dass niemand die Tiere berührt. Mehr zu den niedlichen Moppeln gibt es auf meiner Koalaseite.

Für mich war der Besuch hier im Conservation Centre der Höhepunkt von Phillip Island, da man die Tiere in freier Wildbahn nur schwer entdecken kann. Leider läuft man auch hier den Rundweg mit Horden an Reisegruppen und Touristen, da fällt sogar ein Foto schwer, da immer jemand im Vordergrund steht. Auch die Kombination aus Sonne und Schatten macht es eher schwierig zu fotografieren, man wünscht sich fast einen leicht bedeckten Himmel mit gleichmäßiger Ausleuchtung.

Pinguin Parade

Berühmt ist die Insel vor allem aber für ihre Pinguin-Parade. Jeden Abend nach Einbruch der Dunkelheit kommen im Westen der Südküste die kleinen Frackträger vom täglichen Fischfang wieder an Land und watscheln zu ihren Nestern und Höhlen. Dieses Verhalten lockt täglich Touristen aus aller Welt an, busseweise werden sie zum Veranstaltungsort gekarrt, um das "Schauspiel" zu beobachten. Diese "Vorstellung" mag früher mal eine Sensation gewesen sein, als wir im Visitor Center den Veranstaltungsort sahen, beschlossen wir spontan auf einen Besuch zu verzichten. Für australische Verhältnisse riesige Tribünen hat man am Hang erbaut und Flutlichtmasten erhellen am Abend die Szenerie. Da müssen die kleinen Pinguine an Land zu ihren Nestern, angeblich fühlen sie sich von dem Rummel nicht gestört. Da in den Nestern die Eier aufs Brüten oder die geschüpften, hilflosen Jungvögel auf Futter warten, haben die kleinen Schwimmvögel aber gar keine Wahl, der Brutpflegeinstinkt ist stärker als die Angst.

Ich würde mich beim Besuch aber durchaus gestört fühlen von solchem Betrieb, eingequetscht zwischen Japanern, Deutschen und anderen Touristen, die um die besten Plätze kämpfen, um in der Ferne die kleinen Pinguine zu sehen. Blitzlich ist streng verboten, schließlich sollen doch alle im visitor center anschließend Bilder kaufen. Auf dieses Erlebnis haben wir verzichtet, alle Befragten unterwegs, die hingegangen sind, fanden es zwar "süßs" aber auch nicht weiter erwähnenswert. Einheimische in Gippsland halten von der ganzen Insel soviel, wie wir Rheinländer von der Rüdesheimer Drosselgassse. Der Japaneranteil ist ungefähr gleich hoch.

Witzigerweise waren fast alle Australier, denen ich von der Tour nach Phillip Island berichtete, völlig aus dem Häuschen. Sie erinnerten sich an ihre eigene Reise dorthin, und die Pinguine seien "so cute". Leider war das meistens 15 oder 20 Jahre her und eventuell auch noch die Hochzeitsreise gewesen. Da wurde mir klar, wie Legenden entstehen.

Seal Kolonie

An der Westspitze bei Point Grant führen einige Wege an der bizarren Steilküste entlang, durch grüne Hänge auf befestigten Holz-Stegen. Hier kann man viele Seevögel beobachten und sogar vereinzelte Pinguine. Die Hänge sind voll von Bruthöhlen, in einigen davon konnten wir auch Jungvögel entdecken, hier ohne Flutlicht und Rummel kurz vor Sonnenuntergang. Weitere kleine Pinguine sassen unter den Holzplanken der Stege und warteten darauf, dass ihnen das Erwachsenen-Gefieder wächst.

Abends wird dieser Teil der Insel gesperrt, damit die Tiere hier in Ruhe an Land gehen können. Vom felsigen Strand mit riesigen Wellen führen kleine Trampelpfade in Serpentinen die Steilküste hinauf. Der Rummel bleibt etwas weiter südlich. Angesichts der Ausdehnung der Insel hat uns das wieder versönlich gestimmt, weil damit sicher 90% der Pinguin-Population von den Touristen nicht behelligt werden.

Von den Aussichtspunkten an der Inselspitze aus ist auch die große Robbenkolonie an den vorgelagerten Seal Rocks zu sehen, allerdings nur mit viel Mühe und einem sehr gutem Fernglas. Die See ist stürmisch, wie man auf meinem Bild erkennen kann, und zwei vorgelagerte Felsengruppen liegen malerisch vor der Brandung: The Nobbies und die Sealrocks. Wer die Tiere hier genauer sehen möchte, zahlt eine Menge Eintritt für das moderne Seal Rocks Sea Life Centre. Dort gibt es auch Haie und eine Life-Übertragung auf Leinwände von diversen Kameras am Seal Rock, die die Tiere über und unter Wasser filmen. Wer die Robben doch lieber live erleben möchte, kann auch an einer Bootstour von Cowe aus zum Felsen teilnehmen. Kein Vergleich mit den kleinen, familiären Touren zur Robbenkolonie von Cape Bridgewater.

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