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ECHUCA

Schon vor mehr als 40.000 Jahren jagten und lebten die australischen Ureinwohner, die Yorta-Yorta Aborigines, am Ufer des Murray River und um 1830 kamen dann die ersten europäischen Pioniere.

Der mächtige Murray River wurde ihre Lebensader. Er bewässerte die Felder und man transportierte Güter mit Hilfe von Schaufelraddampfern. Um das Jahr 1873 waren an die 240 Raddampfer auf dem Murray unterwegs.

Der Ort Echuca, am Zusammenfluss von Goulburn River, Campaspe und Murray gelegen, wurde Zentrum des Schiffbaus und einer der wichtigsten Binnenhäfen von Australien. Er liegt 205 Kilometer nördlich on Melbourne und ist via Hume und Northern Highway zu erreichen. Man befindet sich dann 96 Meter über dem Meeresspiegel inmitten einer künstlich bewässerten, landwirtschaftlich stark genutzten Region.

Die Stadt wuchs stetig, es gab genügend Arbeit und somit auch Reichtum. Echuca lockt heute mit einigen reich verzierten, architektonisch interessanten Bauten, die aufwenig und stilgerecht restauriert wurden.

Dampfbetriebene Kräne verluden im geschäftigen Hafen vor allem Wolle von den umliegenden Schaffarmen, aber auch andere Waren.

Der Aufschwung nahm ein Ende mit der Verbreitung der Automobile. Im Jahr 1920 war der Hafen dann wirtschaftlich endgültig am Ende und die Werft ohne Arbeit. Heute lebt Echuca hauptsächlich vom Tourismus.

Hier ist die offizielle Webseite zum Doppelort Echuca - Moama: www.echucamoama.com.

Am Hafen

Wer nach Echuca kommt, der fährt am besten erst einmal zur örtlichen Tourist Information. Das Echuca-Moama Visitor Information Centre ist im alten Pumpenhaus aus dem Jahr 1884 untergebracht, das erbaut wurde, um Wasser zu dem Dampfloks, den hydraulischen Kränen und Wollpressen am Hafen zu pumpen. Direkt nebenan sieht man eine 580 Meter lange Eisenbrücke, die 1875 erbaut wurde und 4.000 Tonnen wiegt.

Wir erreichten die Information kurz vor 17 Uhr, also kurz vor Ladenschluss, auf der Durchreise. Außerhalb der Stadt wollten wir uns einen ruhigen Übernachtungsort suchen und man empfahl uns hier den nahegelegenen Barmah State Forest. Ein guter Tip, wie sich am Abend herausstellte.

Echuca-Moama Visitor Information Centre
2 Heygarth St
Echuca VIC 3564
Telefon: (03) 5480 7555, 1800 804 446
Fax: (03) 5482 6413

Die Information liegt in Laufnähe des alten Hafenviertels, welches im Jahr 1975 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Dabei wurde noch eine spezielle Werkstatt zur Restaurierung alter Flussschiffe eingerichtet.

Erbaut wurde die Hafenanlage in den Jahre 1865-1867. Nach Erweiterungen zwischen 1877 und 1879 entstand so am Ende eine ca. 1,2 Kilometer lange Werftanlage mit drei Ebenen, die je nach Wasserstand des Flusses genutzt werden konnten und einem 332 Meter langen Pier. Wegen Holzknappheit wurden 80% der Anlage im Jahr 1944 wieder demontiert.

Dennoch ist der Rest immer noch sehr beeindruckend. Der Hafen ist heute die größte Touristenattraktion des Ortes, leider waren die Geschäfte bei unserer Ankunft schon alle geschlossen. Nach 17 Uhr werden hier die Bürgersteige hochgeklappt.

Der gesamte Kai ist ein Museumskomplex und Treppen führen zur größten Flotte von Schaufelraddampfern weltweit. Wir konnten noch ein wenig durch Ritzen linsen und um die Ecke gucken und so einges davon sehen.

Ansonsten gabe es geschlossene Restaurants und Geschäfte sowie nette Dekoration im alten Stil: Wollballen, alte Waagen und Kräne. Wenn geöffnet ist, kann man einem Schmied und einem Holzschnitzer in historischer Umgebung bei der Arbeit zuschauen.


Raddampfer

Am Kai liegen in Echuca gebaute Raddampfer wie die P.S.Adelaide, die von 1866 bis 1958 als Schlepp- und Güterschiff eingesetzt wurde. Nach seiner Ausserdienststellung wurde der Dampfer 1963 als historisches Objekt an Land gesetzt und erst 1987 stilvoll restauriert. Seitdem wird die P.S.Adelaide von Echuca aus für gelegentliche Sonderfahrten eingesetzt.

Auch P.S.Pevensey von 1910/1911, die Etona von 1899, die Ranger von 1909 und die Alexander Arbuthnot von 1923 waren einst Arbeitsschiffe und wurden inzwischen ebenfalls einer stilgerechten Restauration unterzogen. Teilweise werden sie regelmäßig, teilweise nur für Sonderfahrten eingesetzt. So kann man auf der P.S.Alexander Arbuthnot einstündige Heritage Cruises buchen: Tel: (03) 5482 4248

Sehr gut erhalten ist der Paddlesteamer Emmylou. Eigentlich ist er aber ein Fake, denn nur optisch liegt hier ein historischer Raddampfer aus der Blütezeit der Flussschifffahrt vor Anker. Tatsächlich wurde das Schiff 1980-82 für einen Film erbaut. Historisch ist nur die alte Dampfmaschine aus dem Jahr 1906, die unter Deck noch mit Holz befeuert wird. Das Schiff kann aber ebenfalls mit einer Dieselmaschine angetrieben werden und bietet 90-minütige Touren sowie Overnight Cruises mit a la carte Dining und Pivatkabine. Zu buchen unter Tel: (03) 5480 2237.

Auch die P.S.Mary Ann ist ein fully licensed Restaurantsschiff, mit der man Dinnercruises buchen kann. Die Werft ist heute wieder ein lebendiges Zentrum für die alten Dampfer. Je nach Zählweise kommt man auf mindestens 8, wenn nicht gar ein Dutzend betriebsfähige oder in Restauration befindliche Paddlesteamer.

Neben den Paddelsteamern lagen einige der am Murray üblichen Hausboote, die man bei einer Menge Argenturen in der Stadt mieten kann: Dinky-Di Houseboat Holidays (03 5482 5223), Magic Murray Houseboats (03 5480 6099), Murray River Houseboats (03 5480 2343), Rich River Houseboats (1800 032 643) oder bei Riverina Houseboats (03 9772 9009).

Sonstiges

Wer sich lange genug die Dampfer angesehen hat für den gibt es noch andere Dinge zu besichtigen. Hier nur eine kurze Liste, was wir zwar nicht besucht haben, uns aber in der Tourist Information aufgefallen ist:

An der Ecke Warren und Campbell Street befindet sich zum Beispiel das National Holden Motor Museum, wo es über 40 wundervoll restaurierte alte Holden-Fahrzeuge zu sehen gibt, dazu Prototypen und historisches Filmmaterial. Geöffnet ist täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr, Tel: (03) 5480 2033.

In der High Street, der belebten Parallelstraße zum historischen Hafenpier an der Murray Esplanade findet man gegenüber der früheren Bank of Victoria von 1860 das Murray River Aquarium mit allerlei lokalen Fischen und Reptilien, Tel: (03) 5480 7388.

Ganz in der Nähe (630 High Street) findet man die World in Wax, ein Wachsfigurenkabinett ähnlich dem von Madame Tussaud, mit allerlei historischen Figuren und liebevoll gestalteten Dioramen. Geöffnet ist auch hier täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr, Tel: (03) 5482 3630.

Man erkennt an den Öffnungszeiten: Wir waren zur falschen Zeit am richtigen Ort...

Google Map zum Thema

Karte von Echuca


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Video zum Thema

Murray Riverboat P.S.Pevensey

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