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DER MURRAY

Der Murray ist mit 2.560 Km nicht nur der längste Fluss in Australien, er bietet noch andere Superlative. Zusammen mit dem Darling River bildet er das Murray-Darling Bassin, das über 1.05 Millionen Quadratkilometer oder 14% der Gesamtfläche Australiens bedeckt. Drei große Flüsse fließen in diesem Bassin: Der Darling River (2.740 Km), der Murrumbidgee River (1.690 Km) und der Murray River (2.560 Km ). Zusammen mit ihren Nebenflüssen entwässern sie fast die gesamte Fläche von Südost-Australien.

In diesem riesigen Bassin leben nur 1,8 Million Menschen. Viel mehr leben außerhalb dieser Region ebenfalls von den Ressourcen, die der Fluss bietet: 1,25 Millionen Menschen in Adelaide, der Yorke Peninsula, dem Mid-North, dem Upper South East und den nördlichen Spencer Gulf Städten. Sie alle sind stark abhängig vom Wasser des Murray River.

Sechs Staatsregierungen sind beteiligt am Wasser-Management des Bassins. Das Commonwealth Government und die Regierungen des Australian Capital Territory, von New South Wales, Queensland, South Australia und Victoria.

Das Murray-Darling Bassin ist Australiens bedeutenste Agrarregion. Hier findet man 42% aller australischen Farmen für Wollprodukte, Weizen, Schafe, Rinder, Milchprodukte, Reis, Wein, Baumwolle, Früchte und Gemüse. Angebaut wird hier für den heimischen Markt und für Überseeexporte. Die Anbaugebiete im Bassin produzieren mehr als 40% des nationalen Bedarfs.

Zu den wichtigen Städten, die am Lauf des Murray liegen, gehören Albury, Swan Hill, Echuca, Mildura und Murray Bridge.

Alle Klimazonen sind in diesem riesigen Gebiet vertreten, von alpin bis subtropisch, gemäßigt bis trocken. 30.000 große und kleine Sümpfe findet man an den Ufern der Fluss-Systeme, davon acht, die als international schützenswert eingestuft wurden. Ebenfalls schützenswert ist auch die zum Teil endemische und vielfältige Flora und Fauna.

Probleme

Wasser ist ein sehr wichtiges Gut innerhalb des Murray-Darling Bassins. Es wird in den großen Wasserspeichern gesammelt und dann für den Gebrauch verteilt. 80% des Murray-Wassers erreichen nie das Meer. Künstliche Bewässerung benötigt ungefähr 95% des Verbrauches, die restlichen 5% teilen sich Haushalte und Industrie.

Riesige Dämme und Stauseen wie Dartmouth, Hume, Blowering und Burrinjuck sind konstruiert worden, um möglichst viel Wasser zu speichern. Die Konsequenz ist, daß die Größe und die Frequenz der Überflutungen beträchtlich verringert worden sind. Kleinere und mittlere Überschwemmungen sind fast völlig durch den Aufbau des Damms am Hume 1936 und durch den Dartmouth Damm 1971 gestoppt worden. Schwemmland ist aber ein wichtiger Lebensraum für das Laichen der Fische und die Fischbrut. So ist der Bestand an Fischen in den letzten Jahren stetig gesunken.

Auch die Saisonzeiten der großen Fluten haben sich geändert. Vor dem Erbauen der Dämme und Wehre fanden Überflutungen meist im Winter statt. Heute passiert das meist im Sommer, wenn das Wasser, das für Bewässerung gespeichert wurde, freigegeben wird. Der Fortpflanzungszyklus der Fische hat sich aber über Jahrtausende dem regulären Überschwemmungszyklus angepasst, der plötzlich ausbleibt.

Es gibt 26 Fischarten im Murray, die sich alle innerhalb des Flusssystems auf Wanderschaft begeben. Vierzehn Sorten sind bekannt für längere Wanderungen. Gegenwärtig gibt es am Gesamtlauf des Flusses aber über 150 Dämme, Schleusen und Wehre, die die Tiere in ihrem Bewegungsdrang einschränken.

Der Murray hat einen durchschnittlichen Wasserfluss von 15 Millionen Megalitern im Jahr. Obwohl er zu den größten Flüssen der Welt zählt, ist das recht wenig, denn die Donau mit 2.850 Km Länge hat 202 Millionen Megaliter. Damit ist klar, dass der Murray zu wenig Wasser führ, um eine größere Bevölkerung zu versorgen. Nur die unmittelbar umliegende Bevölkerung, die im sehr dünn besiedelten Umland lebt, deckt ihr Trinkwasser zu 77% aus dem Murray. Grösster Abnehmer ist die Stadt Adelaide, die 20-80% des Trinkwassers aus dem Fluss bezieht.

Nach Dürreperioden kann es vorkommen, das die Reservoirs in den Snowy Mountains geleert sind. Dann kommt es zu dramatischen Wasser-Engpässsen. Durch Überdüngung in den Agrarregionen und Trockenheit bilden sich auch giftige Algen im Fluss. Damit ist die gesamte Wasserversorgung Südaustraliens in Frage gestellt.

Wenn in extremen Dürrejahren der Murray austrocknet, ehe er seine Mündung, den Murray Mouth, erreicht, dann versandet der schmale Durchgang zum Meer ganz. Das meiste Wasser wird dem Fluss durch das Seen- und Sumpfsystem rund um den Lake Alexandria und die Coorongs entzogen.

Links

Video zum Thema

Murray River Documentary

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