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MILDURA

Der Reisende, der nach Mildura kommt, sollte zuerst die wirklich imposante Tourist Information an der breiten Deakin Avenue besuchen. Dies ist die größte und längste Straße von Mildura, die vom Stadtzentrum aus direkt nach Südwesten führt und schließlich in den Sturt Highway nach South Australia und Adelaide mündet. Hier erfährt man alles Wissenwerte zu der Stadt am Murray River, zu Ausflügen ins Umland und auch Unterkünfte werden von hier aus vermittelt. Wir haben uns für eine kleine Wohnung entschieden, da wir einige Nächte bleiben wollten. Von hier aus haben wir Ausflüge zum weltberühmten Mungo Nationalpark und zum Murry Sunset Nationalpark mit den Pink Lakes gemacht.

Ein wesentlicher Wendepunkt in der Geschichte Milduras war 1887, als die beiden Brüder George und William B. Chaffey von einem Mitglied des Landesparlaments nach Mildura eingeladen wurden. Hier sollten sie ihre Kenntnisse von Bewässerungssystemen anwenden. Mehr dazu in englisch auf dieser Website: The Irrigation Colony of Mildura. Der Reichtum der Stadt aus dem Anbau von Obst- und Gemüse ist ohne die intensive Bewässerung nicht denkbar.

Da die beiden aus Amerika kamen wurde Mildura auch nach amerikanischem Vorbild angelegt, mit schachbrettartiger Verkehrsführung und nummerierten Straßen von Ost nach West. Für Fremde ist es daher einfach, sich in Mildura zurechtzufinden. Die Straßen tragen Namen wie Orange, Lemon, Lime, Valencia, Avocado, Cherry, Muscat, Vineyard, Olive und Walnut. Das ehemalige Wohnhaus der Familie Chaffey beherbergt heute das Mildura Arts Centre.

Die Stadt Mildura hat heute ca. 21.000 Einwohner und hier ist es stets warm und sonnig. Deshalb ist diese Region auch für Australier ein beliebtes Ferienziel, viele Leute aus Melbourne verbringen hier ihr Wochenende, um in der Sonne zu sitzen und mit Booten über den Fluss zu schippern.

Für Touristen bietet Mildura auch einges an Komfort und Unterhaltung, sogar eine Fußgängerzone gibt es in der Innenstadt, einen gepflegten Park am Ufer des Murray River und viele Einkaufsmöglichkeiten. Auch die Auswahl an guten Restaurants ist groß, auf wenigen Metern im Stadtzentrum findet man etwa ein Dutzend Lokale für jeden Geschmack, die hier auch etwas längere Öffnungszeiten haben als auf den platten Lande üblich.

Einen typisch australischen Weltrekord hat Mildura auch zu bieten: Im Workingmen's Club befindet sich die längste Kneipentheke der Welt, hier sind auf einer Länge von 90,8 m ganze 27 Zapfanlagen installiert. Na denn, hau weg die Gerstenkaltschale!

Welche Musik in Mildura so gehört wird? Auskunft gibt die Website des lokalen Radiosenders HOT FM.

Wein und Früchte

Die Schleusen und Staustufen, welche für den Schiffsverkehr nötig waren, boten auch genug Wasser für die Urbarmachung des Umlandes. Nach jahrelanger, mühsamer Arbeit wurde gegen Ende des 19.Jahrhunders mit Hilfe der Brüder aus Amerika aus der einst trockenen Wüste eine blühende und grüne Landschaft. Davon profitierte wieder die Handelsschiffart auf dem Murray und dem Darling River, die in der Nähe von Mildura zusammenfließen. Wer heute in der Umgebung von Mildura unterwegs ist, sieht fruchtbare Felder mit Weinreben und leuchtenden Zitrusfrüchten. Von diesen Produkten lebt die ganze Region "Sunraysia".

William B. Chaffey war einer der ersten, die hier Weinbau betrieben und heute kommen bekannte Spitzenweine aus Mildura. Weine von Weingütern wie "Mildara Blass Wines", "Trentham Estate", "Stanley Wine" oder "Lindemanns Karadoc Winery" sind in ganz Australien bekannt und beliebt. Sie liegen meist im Ortsteil Merbein.

Zitrusfrüchte werden in der Region ebenfalls in großen Massen angebaut. Im Supermarkt oder auch gleich an einem der zahlreichen Verkaufsstände der Erzeuger am Strasenrand sollte man unbedingt "Daily Squeeze" Orangensaft holen. Besseren und aromatischeren Saft habe ich noch nirgends getrunken.

Viele Zitrusfrüchte werden getrocknet und als Trockenobst verkauft. Auch hierfür ist Mildura berühmt. Von hier kommen 80% der Trockenfrüchte Australiens und 15% aller Zitrusfrüchte. Früher hatten die ersten Siedler noch keine Möglichkeit, frische Früchte bis ins 544 km entfernte Melbourne zu transportieren. Trocknung machte die Ernte haltbar und so konnten sie gut verschickt werden. Diese alte Tradition wurde bis heute beibehalten. Große Betriebe können auch besichtigt werden, bei Interesse vermittelt das Tourist Office eine Tour. Hier ist die Website der Mildura Fruit Company.

Raddampfer Melbourne

Eine Besonderheit in Mildura sind einige der letzten verbliebenen Raddampfer, wie die "PS Melbourne". Dies ist das einzige Schiff, das wir entlang des Murray River gefunden haben, das sogar täglich ablegt, und nicht nur am Wochenende oder in den Ferien. Wer Mitfahren will: 1999 kostete uns die Fahrt 16 A$ pro Person, und zwar in Bar, Kreditkarten wurden nicht aktzeptiert.

Die Fahrt ist beschaulich, los geht es am Mildura Wharf. Durch eine Schleuse geht es um eine Insel am Stauwehr herum den Fluss entlang, vorbei an Hausbooten und zahlreichen Wasservögeln bis zur Schleuse 11. Die Fahrt dauert ca. 2,5 Stunden und unterwegs hat man reichlich Möglichkeit, die Dampfmaschine in Aktion zu sehen. Wenn nicht gerade Ferienzeit ist, sind meist nur wenige Touristen an Bord und man kann wählen, ob man im Schatten sitzt oder an einem Platz an der Sonne. Einen Großteil der Fahrzeit erzählte der Kapitän allerlei Historisches und einige Anektdoten, Technisches zu Schiff und Flussregulierung, und all das trotz Lautsprecher verständlich und nicht zu laut.

Das Schiff wurde 1912 erbaut und angeblich ist heute noch die erste Maschine Betrieb, die liebvoll gepflegt und poliert wird. Während der Fahrt hat der Heizer gut zu tun, denn er muss immer wieder mal einige Stämme gut abgelagertes Holz in den Feuerschlund nachschieben. Das Holz ist so trocken, dass es völlig ohne Rauch verbrennt, auch auf dem Dach rund um den ganz kurzen Schornstein finden sich kaum Russablagerungen. Quer durch das Boot läuft die Welle zu den beiden verkleideten Schaufelrädern, die hinter dem Schiff ungewohnte Wellenmuster hinterlassen.

Stefano de Pieri

Unser Tipp: Wer in Mildura wohnt, der der sollte sich einen Besuch im Mildura Grand Hotel, 27 Deakin Avenue im Zentrum, gönnen. Was der in Italien geborene Koch Stefano de Pieri im Restaurant "The new Spanish Bar and Grill" zaubert, machte die Region zum Mekka für Feinschmecker.

Seine Fernsehshow "A Gondola on the Murray" zeigte, welche Gourmetgerichte sich mit Produkten aus Mildura zaubern lassen. Die Rezepte zum Nachkochen liefert sein Kochbuch, in Melbourne und auch in Mildura gibt es einen eigenen Spezialitätenladen dazu. Sehr lecker und ein leichtes Souvenir sind die rosafarbernen Salzflocken, die aus dem Uferbereich des Murray gewonnen werden.

Wir haben uns einen Abend im dem Kellerrestaurant gegönnt, vom Camper im Outback direkt in den - hier etwas spröden - Luxus. Oft ist monatelang ausgebucht, eine Reservierung unter der Telefonnummer (03) 5023 0511 dringend anzuraten.

Wir hatten einfach Glück und bekamen auf spontane Nachfrage am Nachmittag den letzten freien Tisch für diesen Abend. Eine Speisekarte gibt es hier nicht, man wird nach Allergien und Abneigungen gefragt und geniesst dann ein Überraschungsmenü mit fünf Gängen zum Festpreis.

Auch die Weinauswahl ist excellent und wir bekamen zu einem leckeren Pinot Noir aus dem Süden Victorias ein Carpaccio aus mariniertem Schwertfisch und Marlin, blaue Schwimmerkrabben, Taubenrisotto, Lamm mit Gemüse und zwei verschiedene köstliche Nachspeisen. Ein teures Vergnügen, der Abend kostete 2004 für 2 Personen umgerechnet ca. 150 Euro, aber durchaus empfehlenswert.

Hier ist die Offizielle Webseite

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