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HALLS CREEK

Das Städtchen Halls Creek ist ein typisches Versorgungszentrum an einem Highway im Outback. 2.977 km von Perth entfernt und 423 m über dem Meeresspiegel liegt Halls Creek zwischen Kununurra (365 km) and Derby (555 km).

Nicht nur die obligatorische Tankstelle und der Supermarkt erwartet den Reisenden. Eine ganze Reihe weiterer kleiner Läden bietet so ziemlich alles, was der Outback-Reisende benötigt, sei es nach einer Langstrecke auf dem asphaltierten Highway No.1 oder nach einem gerüttelten Tag auf der welligen und staubigen Duncan Road. Auffallend sind die Gitter, die vor jedem Geschäft und jedem Fenster an der Hauptstraße angebracht sind. Einige der Läden, Banken und Tankstellen sehen eher aus wie Gefängnisse. Ein trauriges Beispiel für Randale und Alkoholprobleme der einheimischen Bevölkerung. Vor allem die hier lebenden Aboriginals sieht man schon am Tag trinkend in den öffentlichen Grünanlagen sitzen, erst recht nach Zahltag der Sozialfürsorge.

Ein leider häufiges Problem auch in anderen australischen Outbackstädten wie Bourke oder Wilcannia.

Erstes Anlaufziel für Reisende ist die gut sortierte und moderne Tourist Information an der Hauptstraße. Hier kann man auch sehr schön sitzen und Kaffee trinken oder eine Kleinigkeit essen im angrenzenden kleinen Restaurant. Auch die Rundflüge über die Bungle Bungle Ranges ab Turkey Creek kann man von hier aus schon vorbuchen.

Halls Creek Tourist Information Centre

Great Northern Hwy P.O. Box 242

Halls Creek WA 6770

Telephone: (08) 9168 6262

Facsimile: (08) 9168 6467

Rettungswagen

Der Blick fällt vom Tourist Office auf einige Statuen, die an die Goldgräberzeit erinnern. Darunter ein Mann in einer Schubkarre, die Geschichte dazu ist Legende und schnell erzählt:

Im Jahr 1886 zog sich in der Nähe von Halls Creek ein Goldgräber bei einem Unfall schwere Verletzungen zu. Sein Kumpel, genannt "Russian Jack", packte ihn in eine Schubkarre und karrte ihn zu Fuß mehr als eine Woche lang über 366 Kilometer weit bis nach Wyndham an der Küste um ärztliche Hilfe zu bekommen. Nach etlichen Tagen ohne aussreichend Nahrung und auf blutigen Füßen war der Helfer am Ziel fast in schlechterer Verfassung als der fiebernde Kranke. Aber die Geschichte ging gut aus und ist heute ein Beispiel für Kameradschaft und Einsatzwillen.

Eine zweite Geschichte, die von James "Jimmy" Darcy, war im Kriegsjahr 1917 auf den Titelseiten der meisten australischen Zeitungen. Darcy war Stockman auf der Ruby Plains Station, 75 km südlich von Halls Creek. Er trieb Vieh, als er von seinem Pferd fiel und ernsthaft verletzt wurde.

Als seine Freunde ihn fanden, konnte er nicht gehen. Auf einer Schubkarre schoben sie ihn 12 Stunden bis nach Halls Creek, es gab dort aber weder einen Doktor noch ein Krankenhaus. Doch der Postmaster Tucket hatte genügend medizinisches Wissen und erkannte sofort, dass Darcy ärztliche Behandlung benötigte.

Er telegraphierte nach Wyndham und Derby, aber die Doktoren von beiden Städten waren in Urlaub. Er telegraphierte dann nach Perth und ein Dr. J. Holland diagnostizierte eine gebroche Blase (ruptured bladder). Es musste sofort operiert werden.

Anweisungen blitzten im Morsealphabet zwischen dem Postmaster un dem Arzt im fernen Perth hin und her:

"Sie müssen operieren."

"Aber ich habe keine Instrumente."

"Sie haben einen Penknife und ein Rasiermesser."

"Was ist mit Betäubung?"

"Benutzen Sie Permanganat von Pottasche."

"Aber ich kann es nicht tun."

"Sie müssen."

"Ich könnte den Mann töten."

"Wenn Sie sich nicht beeilen, stirbt der Patient zuerst."

Tuckett fing an entsprechend den Anweisungen, die er durch Fernschreiber empfing, zu handeln. Die OP dauerte sieben Stunden - ohne Betäubungsmittel.

Danach stellten sich Komplikationen ein. Es wurde offensichtlich, daß doch noch ein Arzt nach Halls Creek kommen musste. Mittlerweile nahm die australische Öffentlichkeit schon regen Anteil am Schicksal von Darcy und seinem Helfer.

Dr. Holland nahm ein Schiff von Perth nach Derby und reiste dann die letzten 555 Kilometer mit einem Ford T-Modell, per Pferd und Sulky und zu Fuß. Er kam schließlich in Halls Creek an, nur um zu erfahren, daß Darcy am Tag vorher gestorben war.

Es war dieser Fall, der Reverent John Flynn anspornte, den Royal Flying Doctor Service zu gründen. Darcy war also nicht in umsonst gestorben. Seine Lage hatte die gesamte Nation auf die Probleme der ärztlichen Versorgung in den ländlichen Gebieten aufmerksam gemacht.

Geschichte

Alexander Forrest kam im Jahr 1879 in diese Region und erkannte den landwirtschaftlichen Wert des Landes. Aber erst sein Bruder, John Forrest, vermutete beim Vermessen, dass es hier Gold geben könnte. Kurz danach schürften 2 Männer, Adam Johns und Phil Saunders, nach Gold und fanden nur ein paar Unzen.

Doch das Interesse war geweckt. 1885 kamen Charlie Hall, nach dem die Stadt benannt wurde, und Jack Slattery in die Region. Sie reisten von Derby aus über den Fitzroy River und dann über Land zum Elvire River. Überall fanden sie Gold und kehrten mit 200 Unzen nach Derby zurück. Der Goldrausch begann.

Am 14.Juli 1885 wurde viel Gold entdeckt und innerhalb weniger Wochen kamen Glücksritter sogar aus Neuseeland und Amerika. Durch die aufstrebenden Hafenstädte Wyndham und Derby kamen innerhalb von 2 Jahren 10.000 Männer ins Land. Aber der Erfolg der Region war nur von kurzer Dauer. Transportprobleme, lebensfeindliche Natur und nicht zuletzt neue Goldfunde in Coolgardie machten Halls Creek 1888 beinahe zu einer Geisterstadt.

Das heutige Halls Creek ist nicht das ursprünglich gegündete Sädtchen, das lag 15 km weiter weg. 1948 begann die alte Siedlung zum heutigen Standpunkt umzuziehen, dieser Vorgang wurde erst 1954 abgeschlossen. Die Reste der alten Stadt kann man heute noch besichtigen. Grund für den Umzug war die Wasserknappheit am alten Ort und die Verlegung der Derby-Kununurra Road, die sich durch die umliegenden Hügel schlängelt.

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