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BLUE MOUNTAINS N.P.

Nur 24 Km nördlich der Millionenstadt Sydney liegt ein schroffes Sandsteinplateau. Es zeichnet sich durch gigantische Schluchten, bis zu 250 m hohe Steilwände, malerische Wasserfälle und eine üppige Vegetation und Tierwelt aus. Für die ersten Siedler, die in Sydney landeten und hinter den Blauen Bergen endloses Weideland erhofften, stellte das bis zu 1.000 m hohe Plateau ein fast nicht zu überwindendes Hindernis dar. Ein Vierteljahrhundert hat diese Barriere eine Ausdehnung der Siedlungen nach Westen verhindert. Erst im Jahr 1813 wurden die steilen Gebirgszüge überwunden und ein neues Kapitel australischer Besiedlungsgeschichte damit eingeleitet.

Erdgeschichtlich entstanden die mächtigen Sandsteinschichten schon im Trias. Sie wurden angehoben und es entstanden Spalten, Brüche und Risse, die von Wind, Wetter und Erosion zu gewaltigen Schluchten und Steilwänden geformt wurden. Manche Flüsse ließen gewaltige Täler von 600 m Tiefe entstehen.

Ihren Namen erhielten die Blue Mountains von den blauen Schwaden, die besonders an einem kalten, klaren Wintermorgen über den Wäldern hängen. Sie entstehen durch die Verdunstung der ätherischen Eukalyptusöle.

Im Januar 1994 wütete ein verheerender Buschbrand in dieser Region, die schlimmsten Brände in der Geschichte von New South Wales. Große Teile der Waldgebiete und fast die gesamte Koalapopulation wurden dabei vernichtet.

Ein großer Teil der Blue Mountains ist heute ein Nationalpark, insgesamt 27.000 ha. Von Mai bis November ist hier die beste Reisezeit, wenn die Wildblumen blühen.

Anreise

Touristisch ist der Blue Mountains N.P. bestens erschlossen, große Teile der Region behielten aber trotzdem ihren urtümlichen Character. Die Blue Mountains sind ein Naherholungsgebiet für die Großstädter aus dem nahen Sydney und sehr beliebt bei den Touristen aus Übersee. Ein Besuch in Sydney schließt fast zwingend einen Ausflug in die Berge ein, leider meist organisiert auf ausgetretenen Touristenpfaden. Um ruhige Ecken zu finden, muss man schon mehr als einen Tag Zeit haben, sich irgendwo vor Ort günstig einquartieren und kann dann die Gegend in längeren Touren zu Fuß erkunden.

Die schnellste Möglichkeit, das Ballungsgebiet von Sydney hinter sich zu lassen ist der mehrspurige Western Freeway. Er verläuft parallel zum Great Western Highway. Unterwegs lohnt sich ein Stop in Paramatta, hier wurde schon 1788 nach Sydney die zweite eropäische Siedlung auf dem australischen Kontinent gegründet. In der Innenstadt gibt es noch viele Bauten aus der Kolonialzeit und im riesigen Einkaufscenter kann man sich mit allem versorgen, was man für einen Ausflug in die Berge (und für den restlichen Australienurlaub) braucht.

Diesen Ausflug sollte man allerdings nicht an einem Wochenende planen, dann teilt man die Straße mit Tausenden von Ausflüglern. Wir hatten das Pech, an einem Sonntagnachmittag von Orange nach Sydney zu fahren. Stau in Australien ist zwar selten, aber hier durchaus normal und das ständige Stop and Go nervte gewaltig, da wir vorher in fast menschenleeren Gegenden unterwegs waren.

Die westlichen Teile des Parks werden von einer Eisenbahnlinie berührt, die hier 4  Stationen hat. Kurz hinter Lithgow kann man mit der historischen Zig Zag Railway, einer Dampfeisenbahn, im Zick-Zack-Wendezugbetrieb - für enge Kurven war kein Platz - den Berg rauf und runter fahren. Diese Fahrt ist für alle Eisenbahnfreunde ein Erlebnis.

Sehenswertes

Über Glenbrook, dem Ausgangspunkt für Erkundigungen des südlichen Teils des Nationalparks, und Faulconbridge erreicht man, von Sydney kommend, Wenthworth Falls. Die gleichnamigen Wasserfälle sind nur wenige Kilometer südöstlich, sie fallen hier in eine grandiose, fast 300 m tiefe Schlucht. Das touristische Zentrum der Blue Mountains ist Katoomba, schon im 19. Jahrhundert diente es reichen Leuten aus Sydney als Sommerfrische. Heute ist der Ort sehr touristisch, eine Mischung aus Königswinter am Rhein und der Drosselgasse in Rüdesheim. Voller Japaner, Souvenirshops, Tagesausflüglern und den üblichen touristischen Einrichtungen.

Es gibt so zahlreiche Wander- und Ausflügsmöglichkeiten und so viele Orte, Einzelbeschreibungen würden den Umfang dieser Website sprengen. Aussichtspunkte gibt es überall, meist starten von hier aus auch die Wanderwege. Bekannteste Wanderregion ist das Goose Valley und das Jamieson Valley. Vom Cliff Drive bei Leura hat man eine fantastische Aussicht hinunter auf das Megalong- und Jamison Valley.

Ich habe nicht alle Orte besucht und viel Pech mit dem Wetter gehabt, wenn ich dort war.

Three Sisters Rummel

Bei Katoomba, am Echo Point, befindet sich die bekannteste Gesteinsformation dieser Region: Die Three Sisters. Laut einer Legende der Aborigines handelt es sich hier um drei Schwestern, die nach dem Anbandeln mit drei unerwünschten Freiern zur Strafe in Sandsteinfelsen verwandelt wurden.

Auf Bildern sind die Felsspitzen immer einsam und alleine stehend zu sehen, den Rummel, der sich davor abspielt, sieht man nie. Wir kamen am Abend nach Katoomba, nach einer über 500 Km langen Fahrt in praller Sonne erreichten wir die Berge. Kaum angekommen, befanden wir uns in einer Wolkensuppe mit dichtem Nebel. Deshalb hier ein besonderes Bild, die Three Sisters im Nebel. Wenige Minuten nach dieser Aufnahme waren sie dann ganz verschwunden, was die zahlreichen anwesenden Japaner nicht hinderte, sich vor dem Hintergrund "Weiße Nebelwand" gegenseitig abzulichten.

Vom Echo Point aus kann man auch mehrere Wanderungen machen, die meisten haben dafür aber wohl zu wenig Zeit. Eine Tour führt hinunter ins Jamieson Valley über die Giants Stairway, über 1.000 Stufen bis zum Talboden. Den schweißtreibenden Aufstieg zurück kann man sich sparen, wenn man mit der Scenic Railway zurückfährt.

Diese angeblich steilste Eisenbahn der Welt mit über 50% Neigung wurde 1880 zum Kohletransport angelegt und ist heute neben der Scenic Skyway eine der Haupttouristenattraktionen der Region. Die Peise sind für den Rummel noch aktzeptabel, etwa 5 A$, das Beweisticket mussten wir am Ausgang wieder abgeben...

Zuerst steht man inmitten von Reisegruppen, meist japanischen, am Schalter an. Dann geht die steile Fahrt hinunter zur Talstation. Die Waggons sind oben mit Schutzgittern versehen, dort kann man sich festhalten. Kitschig-dramatische Musik beim Losfahren und lautes Gekreische der Insassen bei der Talfahrt lassen eher die Stimmung eines Rummels aufkommen. Die Naturschönheiten der Umgebung sind hier eher zweitrangig. Unten angekommen gibt es viele Wanderwege ins Jamieson Valley, die meisten laufen aber nur wenige Meter nach rechts und links, fotografieren die ankommende Bahn und fahren wieder hoch.

Eine Fahrt mit der Scenic Skyway ist ein ziemlicher Touristennepp. Die Gondel fährt nur wenige Meter über das tiefe Tal, bleibt einige Minuten zum Fotostopp auf der Stelle hängen und fährt dann zurück. Leider hat man nur aus der Gondel einen kompletten Blick auf die wunderschönen Katoomba-Falls. Vom Wanderweg entlang der Steilwand in Richtung Echo Point hat man wenigstens noch einen Blick auf Teile der Fälle.

Links

Da ich selbst nicht so viel aus dem riesigen Gebiet der Blue Mountains zu berichten hatte, hier noch einige weiterführende Links zum Thema auf englisch:

Google Map zum Thema

Blue Mountains


Größere Kartenansicht

Video zum Thema

Blue Mountains - Steepest Inclined Railway in the World

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