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KINCHEGA NATIONALPARK

Der Kinchega Nationalpark liegt auf dem Weg zwischen Broken Hill und dem Mungo Nationalpark. Wir kamen beim ersten Besuch im Jahr 1999 von Broken Hill und folgten dem geteerten Highway ca. 110 km bis zur kleinen Ortschaft Menindee. Streckenweise parallel zur Straße verläuft einen Pipeline, die die Stadt Broken Hill mit Wasser aus den Seen versorgt.

Das verschlafene Outbackdorf ist ein beliebetes Ausflugsziel für die Bewohner von Broken Hill, die am Wochenende hierher kommen, um an den nahen Gewässern Motorboot, Segelboot und Wasserski zu fahren oder um zu angeln. Es war die erste Ansiedlung am Darling River und wurde durch die Burke und Wills Expedition 1860 gegründet. Zuvor gab es natürlich schon die Paakantji Aboriginal People in der Region, die im Park einige Relikte hinterließen.

Nach Menindee wird der geteerte Highway dann zu einer Gravel Road und führt vorbei am hübschen, kleinen Städtchen Pooncarrie und am Mungo Nationalpark weiter Richtung Mildura und Wentworth.

Die Seenplatte von Menindee ist ca. 8 mal so groß wie der Hafen von Sydney und der größte Teil des 1967 gegründeten Kinchega Nationalparks besteht aus dem Menindee Lake und dem Cawndilla Lake. Gespeist werden die Gewässer vom Darling River, der in Queensland seinen Ursprung hat und der hier etwas gestaut wird. Je nach Stärke der Regenfälle im Outback sind die Seen mal mehr und mal weniger wasserreich. Auf dem ersten Bild unten bilden im Wasser des Menindee Lake stehenden, abgestorbene Eukalypten eine malerische Kulisse.

Als wir im Jahr 2004 erneut in diese Region kamen trauten wir unseren Augen kaum: Der große See auf dem Foto war ganzlich augetrocknet und der Boden schon grün bewachsen, das 2. Foto zeigt den aktuellen Wasserstand. Wo noch 1999 ein reges Treiben von Pelikanen und Wasservögeln herrschte, war nun alles trocken und versteppt.

Lakes Drive

Die Straßen im Nationalpark sind staubig und sandig, bei trockenem Wetter aber durchaus mit einem normalen PKW zu befahren. Nach Regenfällen ist ein Durchkommen oft unmöglich und die Wege werden gesperrt. Vom Highway aus führt eine Sand Road einige Kilometer weit zu einem kleinen Information-Point. Hier steht eine Karte mit den wichtigsten Wegen und die Box zur Camping-Self-Registration, einige Meter weiter gibt es eine Trocken-Toilette.

Direkt neben dem Information-Point verläuft unter der Straße der Überlaufkanal zwischen der etwas aufgestauten (nun aber leider trockenen) Seenplatte und dem Darling River, die Straße verläuft quasi auf der Deichkrone. An dieser Stelle treffen auch die verschiedenen Rundwege wieder zusammen, die sich je nach Gusto kombinieren lassen.

Wir entschieden uns zuerst zuerst für den Lake Drive. Die Straße führt durch lichtes Buschland immer an den Seeufern oder den Verbindungsarmen zwischen den Seen entlang. Idyllische Pläze an ruhigem Gewässer laden zu einem Picknick ein und dabei lassen sich viele Vögel beobachten. Nur wenige Jahre später war der Lake verschwunden und damit auch die Tierwelt. Irgendwann jedoch wird es auch hier wieder Wasser geben...

Wenn die Straße die Uferregionen verlässt, änderst sich die Landschaft abrupt und die Umgebung wird kahl und trocken. Die Straße ist sehr sandig. An manchen Stellen geht es über kleine Hügel, hier ist gefühlvolles Gasgeben angesagt, damit sich der Wagen nicht in den weichen Sand eingräbt. Nur kleine Büsche wachsen hier noch. Ab und zu hüpft ein aufgeschrecktes Känguru weg, das am Rand der Fahrbahn im kargen Schatten lag. Wenn man das klimatisierte Auto verlässt, ist die Hitze mörderisch. Kaum zu glauben, dass nur wenige hundert Meter entfernt ein Fluss zu finden ist.

River Drive

Wenn man nicht dem ganzen Lake Drive bis Menindee folgen möchte, kann man auch eine Abkürzung fahren, um dabei noch einen Teil des River Drive zu erkunden. Dabei kommt man am Emu Lake vorbei und später noch an einer historischen Schaffarm von 1850. Dort befindet sich auch das offizielle Besucherzentrum.

Der River Drive folgt dem kurvigen Darling River, dessen Ufer von mächtigen Flusseukalypten gesäumt wird. Leider hatte es 1999 in den Wochen vor unserer Ankunft heftig geregnet und die Straße unmittelbar am Ufer war teilweise wegen Überflutung gesperrt. Beim 2. Besuch campten wir hier idyllisch direkt am Steilufer des träge dahinfließenden Darling River.

Im Verlauf des River Drive finden sich Dutzende von kleinen Campingmöglichkeitn und Grillplätzen. Da wir während der Woche kamen, haben wir im ganzen Park höchstens fünf andere Autos angetroffen, am Wochende ist es hier voller, wenn die Auflügler aus dem nahen Broken Hill kommen.

 

Volle Seen und Schleusen

Sind die beiden großen Seen im Nationalpark trocken, dann kann man außerhalb des Nationalparks wahrscheinlich mehr Tiere treffen. Denn die Seen im Park sind die letzten in der Kette, sind sie trocken, so haben die Seen flussaufwärts mit ziemlicher Sicherheit immer noch reichlich Wasser.

Man fährt zurück auf die Hauptstraße in Richtung Broken Hill und hat dann rechts in eingem Abstand zwei Gravel Roads zur Auswahl. Die erste führt zum Main Weir, die zweite Straße ist ausgeschildert zum Campground von Copi Hollow, der an einem kleinen See liegt. Dahinter befindet sich der große Pammamaroo Lake, an dessen Ufern sich ebenfalls die Skelette abgestorbener Eukalypten befinden. Der Weg endet nach der halben Umrundeung des Pammamoaroo Lake schließlich auf an der ersten Gravel Road.

Folgt man dieser nun nach links, dann fährt man entlang des Seeufers mit der guten Möglickheit Wasservögel zu beobachten. Es ist eine Sackgasse hier und eine große wasserbautechnische Installation: Zwei Seen stoßen hier aneinander, durch einen Deich getrennt, der 7.160 ha große und 4,9 Meter tiefe Lake Pamamaroo und noch weiter nordöstlich der 11.080 ha großen Lake Wetherell. Dazwischen liegt der Lake Pamamaroo Inlet Regulator.

Kurz vorher kommt man - die Straße führt auf der Deichkrone entlang - am Lake Pamamaroo Outlet Regulator vorbei. Hier wird Wasser in den Darling River abgegeben, der sich auf Südseite des Deichs einige Meter tiefer durch die Steppe schlängelt. Gibt es genug Regen und wird dieser Auslass nicht ganz geöffnet, so steigt das Wasser im Lake Pamamaroo weiter an, bis es am westlichen Ende jenseits von Copi Hollow in Richtung Lake Menindee fließen kann und somit die Seen im Nationalpark wieder aufgefüllt werden.

Fährt man vom erwähnten Schnittpunkt von Lake Pamamaroo und Lake Wetherell noch ein kleines Stück weiter so erreicht man am Ende das Main Weir. Das große Stauwehr ist das Haupt-Sperrwerk im Darling River und begründet das Anstauen der der ganzen Seenkette bis fast hinauf nach Wilcania. Hier befinden sich Toiletten und eine Picknick Area. Man kann Pelikane beobachten, der Gang auf das Wehr ist leider nicht möglich. Die 12x5 Meter großen Schleusentore waren bei unserem Besuch geschlossen, der Darling River wurde über den schon erwähnten Outlet Regulator bewässert.

Den gleichen Weg geht es wieder zurück, an der Abzweigung nach Copi Hollow weiter geradeaus und vorbei an einer großen Obstplantage erreicht man wieder die Hauptstraße von Pooncarie nach Broken Hill.

Hier sind ein paar Impressionen vom Lake Pamamaroo, aufgenommen im November 2004.


Google Map zum Thema

Seen bei Kinchega


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