| Weltreisen | Australien | New South Wales | Site-Map | HOME |

| Brücken | Geschichte |

GUNDAGAI

Gundagai ist ein kleines, historisches Städtchen ganz in der Nähe des Hume Highway. Durch Zufall haben wir es gefunden und dort eine Nacht verbracht. Eigentlich wollten wir etwas weiter in den Bergen, in Tumut, übernachten. Dort fand allerdings gerade ein Radrennen statt, die Tour de Snowy. Deshalb waren alle Betten ausgebucht, wir mussten noch ein paar Kilometer weiterfahren und erreichten so Gundagai.

Dieser kleine Ort wird in australischen Heimatliedern besungen, denn dort ganz in der Nähe gibt es einen Touristenrummel am Hume Highway. Es geht um die Legende vom "Dog on the Tuckerbox", eines Hundes in der Pionierzeit, der die Habseligkeiten seines Herrchens auch nach dessen Tod treu bewachte. Ihm wurde am Hume Highway ein Denkmal errichtet, 8 Kilometer von Gundgai entfernt.

Brücken

Das Städtchen Gundagai ist ein Kleinod, und wenn man es zu Fuß durchstreift, findet man noch viele alte Bauten entlang der Hauptstraße. Erbaut ist der Ort auf einem Hügel, zum Teil sehr steile Straßen führen hinunter in eine Flussniederung, die von zwei langen Brücken überspannt wird: Eine Eisenbahnbrücke aus dem Jahr 1903 und eine alte Straßenbrücke, die zwischen 1866 und 1869 erbaut wurde und früher ein Teil des Hume Highway war.

Beide Brücken sind heute gesperrt, die Eisenbahn fährt hier seit 1986 nicht mehr. Die alte Straßenbrücke aus dicken Holzbohlen kann noch zu Fuß überquert werden. Man sollte allerdings gucken, wohin man tritt, denn ab und zu sind auch Löcher zwischen den Bohlen zu finden.

Besonders nett ist dieser Spaziergang am Abend. Dann sammeln sich unter der Brücke hunderte von Rosakakadus, auch Galahs genannt, zum gemeinsamen Picken in der Flussniederung. Der Murrumbidgee River selbst ist nur ein kleines Flüsschen und man fragt sich unwillkürlich, warum die Brücken so lang sind.

Geschichte

Die größte Naturkatstrophe traf die Region bei der großen Flut in der Nacht des 23. Juni 1852. Das ursprüngliche Gundagai lag damals in der Flussniederung und nicht, wie heute, auf dem Hügel. Der Fluss schwoll nach heftigen Regenfällen im Gebirge in der Nacht gigantisch an und riss den ganzen Ort ohne Vorwarnung mit sich. 83 von 250 Einwohnern starben bei der Katastrophe und 71 Gebäude - quasi der ganze Ort - wurde von den Fluten verschlungen. Es wären noch mehr Opfer zu beklagen gewesen, wenn nicht die örtlichen Aborigines viele Menschen gerettet hätten.

In die Annalen des Ortes ging der Held Yarri ein, ein Koori-Aborigine. Die ganze Nacht überquerte er, in seinem Kanu kniend, den jetzt 1,5 Kilometer breiten und aufgewühlten Fluss, zwischen Strudeln und treibenden Baumstämmen. Er fand seinen Weg durch die Dunkelheit und rette viele Menschen von den Bäumen und den Hausdächern, wohin sie sich vor den Fluten retten konnten. Nach dieser Katastrophe wurde Gundagai neu auf dem Mount Parnassus erbaut und Yarri ein Denkmal gesetzt. Wer heutzutage oben in der Stadt steht und auf die Ebene hinunterblickt, kann sich gut die Gewalt der Flut vorstellen, die diese Fläche ausfüllte.

Google Map zum Thema

Gundagai


Größere Kartenansicht

Video zum Thema

Storm at Dog on Tuckerbox

| Weltreisen | Australien | New South Wales | HOME |

Social Bookmarks
wong twitter_de facebook Google