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SHARE THE ROAD

Die großen Entfernungen in Australien, die scheinbar endlosen Highways, Strecken, auf denen einem stundenlang niemand begegnet: Dies erweckt die gefährliche Illusion, die Straßen wären leer und es könne nichts passieren. Aber man ist nicht allein, dafür sorgt schon das überall gegenwärtige "abundant wildlife".

Der nächste dauernde Begleiter ist die Müdigkeit. Stundenlang geradeaus fahren bei flirrender Hitze ohne besondere Aussenreize, da können einem schon die Augen zufallen. Dagegen helfen nur Pausen und immer was zu Trinken und zu Essen dabei zu haben. Die Australier sagen es knallhart: "relax and revive... drive to arrive alive!"

Nicht nur die auf dieser Seite aufgeführten Spezialfälle, auch normale Lastwagen brauchen manchmal mehr Platz als man denkt. Man muss nicht drängeln, es gibt zum Überholen ausgeschilderte "overtaking lanes". Und es kann einem an den unmöglichsten Stellen ein LKW entgegenkommen. Ich hatte mein Aha-Erlebnis auf einer Serpentinenstraße quer durch die gread dividing range. Ich hatte gerade einen rigid überholt und war in einer Haarnadelkurve an einem Touristenbus vorbeigekommen, der dort nur in 15 Zügen um die Ecke kam. Schmal, steil und neblig war es auch. Und hinter der nächsten Haarnadelkurve kam mir ein sechachsiger Sattelzug entgegen...

Traktoren

Bei unseren Fahrten haben wir riesige Gebiete durchquert, in denen sich ein Feld mit Weizen oder Hafer an das nächste reihte. Entsprechend sehen dort auch die Landmaschinen aus. Eine Breite von 3 bis 3,5 Meter ist nichts Besonderes, und da heißt es einfach "Platz machen". Der abgebildete Traktor hat doppelte Bereifung, damit er den Boden der Felder nicht zu sehr verdichtet. Teilweise wird das geerntete Getreide aber auch mit rigid&dogs vom Feld zu den großen Weizensilos an der Eisenbahnlinie transportiert.

Gegen einen der Mähdrescher wirkt dieser Traktor noch klein. Diese sind noch breiter und höher und ziehen ihre Mähwalze mit 9 Metern Schnittbreite auf einem Anhänger hinter sich her. Auf der Straße werden solche Geräte genauso wie die Oversize-Transporte manchmal von Begleitfahrzeugen abgeschirmt. Auch hier werden Zeichen zum Überholen gegeben.

Extrem gefährlich wird es, wenn die Straßen kurvig sind und man den Verlauf der Straße durch Hügelkuppen und Buschwerk nicht einsehen kann. Dann kann hinter der nächsten Ecke ein Farmer auftauchen, der mit seinem 4WD-Pick-Up auf einem wackeligen Hilfs-Fahrwerk einen kleinen Feldsilo für Dünger oder Saatgut hinter sich her zieht. Diese Wellblechtonnen mit Förderband sind auch ca. 4 Meter breit und hoch. Wenn es nicht hügelig wäre, könnte man sie ja schon von weitem sehen...

Grader

Grader sind in Australien überall anzutreffen. Es sind Baumaschinen, die als Nivelliergerät auf unbefestigten Straßen eingesetzt werden. Der große Radstand soll sie unempfindlich gegen kleine Bodenwellen machen, in der Mitte befindet sich ein Räumschild, das in Höhe und Winkel zur Fahrbahn hydraulisch verstellbar ist. Alle unbefestigten Straßen müssen von Zeit zu Zeit neu gegradet werden, da sich Spurrillen und Schlaglöcher bilden oder ein Regenguss die Erde fortschwemmt. Ein langweiliger, aber sicherer Job. Zumindest sieht die Kabine klimatisiert aus.

Zum Glück sind die Australier so auf die Einhaltung aller Sicherheits-Vorschriften bedacht, dass sie überall Schilder "roadwork ahead" aufstellen. Sonst könnte man hinter dem nächsten Busch von so einem Teil überrascht werden.

Der Grader und die Walze, die ich oben fotografiert habe, hatten anscheinend nicht mehr viel zu tun, sie waren zu mieten. Das lag am Standort, es war in der Nähe des Buffalo N.P., also in einer Gegend, wo die Gebirgsstraßen inzwischen alle befestigt sind.

Roadwork

Alle unbefestigten Straßen Australiens, und um ein vielfaches mehr diejenigen im tropischen Norden sind von jederzeitigen und spontanen Zerfall bedroht. Staubstürme und wochenlange Überflutungen führen jedes Jahr zu weggeschwemmten Brücken, unterspülten Fahrbahnen und Sandverwehungen. Es gibt Webseiten der jeweiligen Verkehrsminister, auf denen nicht nur Baustellen, sondern erst recht zeitweilige Sperrungen vermerkt sind. Weite Gebiete sind je nach Jahreszeit von der Aussenwelt abgeschnitten.

So trifft man mitten im Outback immer wieder Bautrupps, die kleinere Schäden beheben. Ein Bach hat ein Stück Straße weggerissen? Kein Problem, in ein paar Tagen ist das Fundament wieder aufgefüllt, gewalzt und mit Bitumen versiegelt. Gerade letzteres findet oft in der Nacht statt, damit der Asphalt bei den niedrigeren Temperaturen besser abbindet.

So ein Bautrupp besteht meist aus einem Road Train mit Grader, Schaufelradlader, Bitumen-Tanker und ein paar Wohnwagen oder Cabin-Containern. An vielen Stellen an den Highways findet man eingeebnete Flächen, wo einges an Baumaterial zusammengeschoben wurde und die Roadworker auf dem planierten Platz ihr Camp aufschlagen. Nach ein paar Tagen ziehen sie dann weiter zur nächsten Baustelle.

Video zum Thema

Triple Road Train Reversing

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