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SAFETY FIRST

Die australische Offenheit und Direktheit, der Sinn der Australier für fair-play und gegenseitige Rücksichtnahme begegnen dem Urlauber auch im Straßenverkehr wieder. Dies hat sicher damit zu tun, dass das Autofahren in Australien ein extrem notwendiger Bestandteil des Lebens ist, sobald man die wenigen großen Städte verlässt. Obwohl die Australier wettfreudige Sportfanatiker sind, so gibt es hinter dem Steuer nichts mehr zu beweisen. Das Fahren selbst ist mühsam genug. Wenn jemand sein Auto als Aushängeschild benutzt, wie man es an einigen großen Bullbars, extravaganter Lackierung oder bei den Auftritten echter Showcars feststellen kann, so geht es dabei nur um das Gesehen werden.

Angesichts der leeren Straßen erschreckt man bei dem Gedanken, im übermobilisierten Deutschland wieder jeden Tag im allgegenwärtigen Stau zu stehen. Ganz anders im Outback. Andere Autos werden nicht verdrängt, ausgeblendet, sondern erwecken Aufmerksamkeit. Bleibt man irgendwo stehen, um zu fotografieren, so kann es leicht geschehen, dass der nächste, der vorbeikommt, anhält und fragt, ob alles OK sei - wenn überhaupt einer kommt. Andere Autofahrer sind keine Konkurrenten, sondern Schicksalsgenossen. Direkt in den Großstädten ist das natürlich etwas anders...

Tempo 100

Auf fast allen Straßen gilt Tempo 100 Km/h, auf einigen Highways auch 110. Fast alle halten sich daran, obwohl die Polizei nicht so eifrig kontrolliert, wie man es aus einigen amerikanischen Schlitzohr-Filmen her kennt. Allerdings findet die Überwachung in Australien etwas professioneller statt, aus Hubschraubern oder mit Videokameras zum Beispiel. Dabei wird nicht die Spitzengeschwindigkeit gemessen, sondern wie lange man im Mittel von einem Ort zum anderen gebraucht hat.

Auf dem Hume-Higway im Norden und dem Princess-Highway im Süden von Melbourne passierten wir jeweils eine "Radarfalle", die allen Autofahrern auf riesigen Tafeln genau anzeigt wie schnell sie gerade sind. Eine tolle Sache, so konnten wir den Tacho-Nachlauf korrigieren: Tacho 115 waren genau 110 Km/h. Damit kann man seine Route auch zeitlich genau planen, wenn man einmal einfach eine große Strecke zu bewältigen hat. Von Sydney nach Melbourne schafft man es notfalls auch in einem Tag - aber nur, wenn es sein muss. Man sollte sich oft genug eine Rast gönnen, an vielen Stellen gibt es schattige Plätze mit Bänken, Tischen, Grillanlagen, Solarlampen etc.

Der relative Einsamkeit auf den Straßen erzeugen eine eigentümliche Gelassenheit. Wenn man sich einem langsameren Fahrzeug nähert, so gibt es kaum Gegenverkehr, der ein Überholen behindert. Kommt ein schnellerer Wagen von hinten, so wird man nicht bedrängt. Auch an den Kreuzungen ist man geduldiger. Da der Querverkehr eigentlich immer 100 Sachen drauf hat, wird er lieber abgewartet. Man ist sowieso Stundenlang unterwegs, da kommt es auf ein paar Minuten nicht an. Man geht kein Risiko ein, denn der Notarzt ist weit weg, wenn etwas passiert...

Schilder

Die Tendenz zur Direktheit und zur drastischen Ausdrucksweise kommt auch beim Aufstellen von Straßenschildern durch. Ein Straßenschild will ernstgenommen werden, so was stellt man nicht aus Spass auf. Wird vor einer Kurve eine Begrenzung auf 60 Km/h angezeigt, so bedeutet dies nicht wie in Deutschland gerne angenommen 60 Km/h + x %, sondern ziemlich genau 60 Km/h. Ich habe Kurven erlebt, wo ich auch beim Einhalten dieser Begrenzung Mühe hatte, den Wagen auf der Straße zu halten.

Weitere wichtige Schilder sind nicht unbedingt direkt Verkehrsschilder, richten sich aber primär an Reisende. Dies sind zum Beispiel die großen "road open/closed-signs", die Anzeigetafeln für "fire danger today" und die Hiweise auf ein "fruit disposal bin". Was eine "closed road" oder ein "total fire ban" ist sollte jedem klar sein, aber die Geschichte mit der Mülltonne für Obst bedarf einer Erläuterung:

Australien hat viele Anbaugebiete für Früchte, die durch hohe Gebirge oder Wüsten und Halbwüsten voneinander getrennt sind. Um das Einschleppen von Fruchtfliegen zu verhindern, darf man kein Obst zwischen diesen Gebieten mitnehmen. So wird der Einsatz von Giftstoffen in der Landwirtschaft verringert und die Erntemenge erhöht. Fruchtfliegen sind hier ein ökologisches und wirtschaftliches Problem, das sehr ernst genommen wird.

An den Grenzen dieser Gebiete werden die Autofahrer darauf hingewiesen, ihr Obst entweder zu essen oder wegzuwerfen: "eat it or drop it!" Dafür gibt es extra unterirdische Bunker, in denen die Bananenschale durch einen Einwurfschacht verschwindet. An einigen Stellen, zum Beispiel beim Übergang nach Südaustralien, gibt es auch Kontrollen. Man muss den Kofferraum öffnen und auch die Kühlbox wird durchsucht. Ein Verstoss gegen die Obst-Sperre wird mit hohen Summen geahndet!

Alkohol

In Australien gilt die 0,5-Promille-Grenze. Die Kampagne gegen Alkohol am Steuer ist echt hart: "who drinks and drives is a bloody idiot!" Das ist schon mal die Grundaussage. Parallel zu den Plakaten am Straßenrand da laufen Spots im Fernsehen und im Radio. In 25-Sekunden-Stories wird in dramatischer Weise von Leuten erzählt, die nach ein paar Bier jemanden totgefahren, ihren Job oder ihr Leben verloren haben. Man bekommt schon mit, das Alkohol am Steuer einfach etwas fürchterliches und unanständiges ist.

Klar, die harten Jungs im Outback nehmen das sixpack in der speziell geformten Kühlbox mit auf den Rückweg aus der Stadt zu ihrer Farm. Die Einwegflaschen fliegen einfach aus dem Fenster, überall glänzen die braunen stubbies in der Sonne. Dabei riskieren sie aber zum Glück meist nur ihr eigenes Leben.

Schon in kleineren Städten sieht das ganz anders aus. Uns überraschte die Polizei mit einer Kontrolle um 10 Uhr Samstagabends an der einzigen Brücke über den Murray River im Umkreis von 30 Km. Jeder musste ins Röhrchen pusten, das dauerte nur ein paar Sekunden. Und ich war heilfroh, zu dem reichhaltigen Essen nur ein einziges Glas Wein getrunken zu haben.

Gegen hohe Geldstrafen verboten ist es, Alkohol in Aboriginal-Land mitzunehmen oder gar zu verkaufen. Denn die Folgen des Alkoholkonsums sind tragisch. Die Spirituosen verschlingen einen grossen Teil des ohnehin spärlichen Einkommens der Ureinwohner. Ausserdem vertragen die Aborigines Alkohol überhaupt nicht und werden sehr schnell betrunken, eine Folge davon sind ständige Reibereien mit der Polizei und Gewalttätigkeiten.


Diverses

Hier noch einige weitere Dinge, die mir aufgefallen sind:

Video zum Thema

TAC - Drink Driving - Heftige Werbung gegen Alkohol am Steuer

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