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OVERTAKE

Irgendwo in der Einsamkeit. Man steht auf einem Picknikplatz oder an einer Tankstelle, man kommt aus einer Seitenstraße, aus einem Nationalpark oder von einer Farm, und natürlich passiert es genau eine halbe Minute, bevor man auf den Highway einbiegt: Ein Road Train donnert vorbei, genau in der gleichen Richtung, die man selbst im Sinn hat. So ging es uns auf dem Stuart Highway zwischen Pine Creek und Katherine.

Meist fährt das Ding voll beladen in Richtung Alice Springs 80 bis 90 km/h, mit einem Campmobil kommt man also nur langsam näher. Dann ist es schließlich soweit, direkt vor der eigenen Nase rollen 125 Tonnen Benzin. Von hinten sieht es völlig harmlos aus, aber die Schatten auf der Böschung zeigen einem netterweise, wie viele Anhänger da vor einem fahren. Der hintere Teil des B-Double am Ende des Zuges schleudert hin und her, fast einem Meter nach rechts oder links. Wenn die Räder auf den Randstreifen kommen wird eine üble Staubwolke hochgewirbelt.

Was tun? Man hat ja Urlaub, bis auf den Sonnenuntergang warten keine Termine. Kann der Laster vor einem sein Tempo halten, dann braucht man sich nur ein paar Meter zurückfallen zu lassen und fährt ungestört hinterher. Wenn es nur so einfach wäre. Sobald eine Steigung kommt geht die Geschwindigkeit auf 40 bis 60 km/h zurück, man muss aufpassen, nicht hinten drauf zu fahren. Ausserdem müssen wir rechtzeitig in Katherine sein, bevor die Tourist Information zu macht.

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Direkt vor der eigenen Stossstange pendelt das große Schild mit dem penetranten Hinweis: "Attention: If you can't see my mirrors, I can't see you!" Sonst ist von der Landschaft nicht mehr viel zu sehen. Es kommt und kommt keine overtaking lane. Irgendwann ist man es leid und will vorbei. Doch Achtung: Gerade an den Kuppen, wo der Road Train langsam wird, taucht immer wieder unangenehmer Gegenverkehr auf. Nichts wie zurück in den Windschatten...

Dann haben wir Glück. Hinter der nächsten Kuppe geht es etwas steiler bergab, und die Gegenfahrbahn hat hier zwei Spuren. Die mittlere Spur kann ich auch nutzen. Die nächsten Kilometer sind einzusehen, kein Auto weit und breit. Das ist die Gelegenheit. Ich schere aus und kann jetzt die überlegene Aerodynamik des 4WD-Campmobils ausspielen - übermäßig viel Motorleistung steht ja nicht zur Verfügung.

Trotzdem dauert der Überholvorgang elend lange. 56 Meter Road Train sind zu passieren, bergab wird das Ding verdammt schnell und der Adrenalinspiegel steigt. Viel mehr als 110 km/h kommt aus unserem Toyota HiLux auch nicht heraus. Zum Glück gibt es ja 3 Fahrspuren, sonst hätte ich es vor dem nächsten Gegenverkehr wieder nicht geschafft!

Es ist vollbracht, vor uns liegt wieder freie Straße. An der nächsten Steigung wird der Tanklastzug im Rückspiegel ganz schnell kleiner. 60 km weiter erreichen wir Katherine und stellen begeistert fest, dass die Tourist Information hier sogar bis 18 Uhr geöffnet hat. Sonst wären wir wohl nicht mehr hineingekomen, weil es gerade 17 Uhr wurde, als wir auf dem Parkplatz einbiegen.

Als wir wieder herauskommen fährt "unser" Road Train gerade im Schein der Abendsonne vorbei. G'day Mate!

Video zum Thema

Overtaking a road train in the Outback

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