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HINTERLAND

Das Gebiet der so genannten Midlands wird begrenzt vom Großraum Perth im Westen, verkehrsgünstig gelegen im Einzugsbereich der einzigen Großstadt des Staates Western Australia. Für Touristen sind die Midlands interessant, weil es hier viele historische Orte mit liebevoll restaurierten Gebäuden gibt. Und natürlich zur Wildblumenblüte. Berherrscht wird die Region von der Landwirtschaft, vor allem vom Weizenanbau. Ausgedehnte Weizenfelder machen die Region im November, wenn alles abgeerntet ist, allerdings auch relativ langweilig. Wir haben von Perth aus das Avon Valley bereist, über Jarrahdale von der Küstenregion kommend. Das Tal des Avon River liegt ca. 100 km östlich von Perth und bietet üppiges Grün und englisches Flair. Bereits 1830, also mur einn Jahr später als in Perth, begann die Besiedlung dieses fruchtbaren Tales.

An anderer Stelle haben wir schon über unsere Irrfahrt rund um Perth berichtet, immer auf der Suche nach einem Stellplatz für den Camper und das zur Osterzeit. Fazit unserer letzten Urlaubstage: Mit Sicherheit werden wir nie wieder zu Ferienzeiten oder an Feiertagen nach Australien fliegen! Den härtesten Tag hatten wir gerade hinter uns, als wir uns rund um Jarradale einen Stellplatz suchen mussten.

Den letzten Tag vor der Abreise verbrachten wir dann weiter im Hinterland, am Anfang des so genannten Weizengürtels. Für die letzte Nacht vor dem Abflug fanden wir noch ein Quartier im von der Dürre gezeichneten Northam, wahrscheinlich, weil alle am Meer oder im Wald Urlaub machen wollten. Ansonsten fuhren wir eher planlos herum und besuchten historische Ausflugsorte, von denen ich nun zwei vorstellen möchte.



York

York ist ein sehr hübscher Ort mit vielen historischen Gebäuden entlang der Hauptstraße Avon Terrace und einigen hübschen Kirchen. Er wurde als erster Ort im Avon Valley gegründet. Rundum befinden sich meist Farmen im Shire of York, viele davon standen zum Verkauf auf Grund der jahrelangen Dürre. Im Städtche York kann man prima in den kleinen Geschäften bummeln oder in den Restaurants und Cafés eine Pause einlegen. Kein Wunder, das hierher gerne viele Touristen aus Australien und von Overseas und am Wochenende auch Tagesausflügler aus Perth kommen. Ein Highlight auf der Hautstraße ist das das York Motor Museum, gegründet im Jahr 1979. Hier stehen über 140 Autoveteranen, Pferdekutschen und Motorräder.

Vermessen wurde York von Ensign Robert Dale im Jahr 1830 und natürlich mal wieder nach einem Ort in England benannt. Die ersten Einwohner der Region waren Farmer, der heute sichtbare Ort entstand erst 1835/36 als die Armee hier Kasernen baute. Zwischen 1886 und 1900 entstanden die meisten der eindrucksvollen Steingebäude in der Stadt. Der York Heritage Trail ist ein Must See, diverse Wege führen vorbei an allen wichtigen Gebäuden. Man sagt, wenn man alles in York sehen will, dann läuft man 23 Stunden herum. Schließlich stehen 57 Gebäude aus der Liste der Sehenswürdigkeiten, relativ viel für eine so kleine Stadt.

Sehenswerte Gebäude sind auf jeden Fall das Court House und die Police Station. Das alte Krankenhaus in der Brook Street besitzt noch die originalen Dachschindeln und besteht aus handgemachten Ziegeln, eher ein Tudor-Herrenhaus als ein typisches Krankenhaus. Dominierend ist die große Church of St.Patrick, erbaut zwischen 1875 und 1886 im neugotischen Stil. Besonder hübsch fanden wir das imposante Castle Hotel aus dem Jahr 1853, es war das erste Hotel von York und wird auch heute noch genutzt. Auch der Bahnhof ist etwas Besonderes, es ist der einzige zweistöckige in Australien. Für die Besichtigung von York hätte wir viel mehr Zeit gebraucht, leider näherte sich unser Urlaub seinem Ende.



Northam

Northam liegt 150 Meter über dem Meeresspiegel und 98 Kilometer östlich von Perth am Great Eastern Highway im Herzen des Avon Valley. Der Ort war, wie York, eine der ersten Siedlungen im zentralen Weizengürtel und hat dem entsprechend Flair. Die offizielle Gründung ist auf das Jahr 1833 datiert und Governor Stirling benannte den Ort nach einem gleichnamigen in Devon, England.

Bekannt ist Northam mit seinen rund 7.000 Einwohnern für brennend heiße Sommertage und die weißen Schwäne. Was für uns völlig normal ist und keine weitere Aufmerksamkeit verdient, ist hier eine Attraktion. Denn in einem Kontinent voller schwarzer Schwäne sind die weißen Verwandten etwas Besonderes. Sie wurden um die Jahrhundertwende von Einwanderern aus England eingeführt und leben seitdem auf dem Avon River, in der einzigen Brutkolonie Australiens. Zurzeit leben etwa 80 Schwäne hier und jeden Morgen werden sie um 7.30 Uhr an der Broome Terrace nahe der Newcastle Street Bridge von Freiwilligen gefüttert.

Nahe der Fitzgerald Street Bridge befindet sich ein weiteres Highlight des Ortes: die längste Fußgänger-Hängebrücke Australiens. Der erste Weg führte uns hier ins Tourist Office, ein sehr modern und großzügig gestaltetes Gebäude in der Fitzgerald Street am Avon River. Von der Terrasse aus konnten wir schon ein paar Schwäne sehen. Wir baten die Damen dort, mit den örtlichen Caravan Parks zu telefonieren, denn die Sucherei am Vortag war uns noch unangenehm in Erinnerung. Zu unserer Überraschung bekamen wir gleich ohne Probleme einen Platz auf dem Mortlock Caravan Park.

Der Stellplatz, den man uns zuwies, war ein Dauerstellplatz und sogar mit eine Betonplatte für das Vorzelt eines Caravans ausgestattet. Dort konnten wir unseren 4WD definitiv waagerecht abstellen. Die Betreiber waren sehr nett und freundlich, wir waren die einzigen Europäer auf dem Platz und es gab mehrere Volieren mit vielen Vögeln. Kakadus, Wellensittiche, Nymphensittiche und diverse Papageienarten. Höhepunkt des Tages war ein kleines Love Bird (Unzertrennliche), das wir außen am Käfig entdeckten. Der Vogel war wohl ausgebrochen und fand nun nicht mehr hinein zu seinen Kumpels. Die anschließende Jagd mit Wasserdusche und Netz war nicht nur für das Vögelchen aufregend.

Nach unserer letzten Nacht in Australien konnten wir hier am nächsten Morgen in Ruhe packen und dann in Richtung Perth zum Flughafen fahren. Zum Abschluss lief uns sogar noch eine Prozession Raupen über den Weg.



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