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LAKE TORRENS

Im flachen Outback westlich der Flinders Ranges liegt einer der 10 größten Seen Australien: der Lake Torrens. Er ist Teil eines Seensystems im zentralen und südlichen Bereich des Großen Artesischen Beckens. Hier, im Inneren Australiens, liegen die riesigen Salzpfannen des Lake Eyre, Lake Torrens, Lake Frome und Lake Gairdner. All diese Seen sind Überreste eines riesigen Binnensees, der sich einst vom Carpentariagolf bis nach Süden erstreckte.

Der Lake Torrens befindet sich 30 Meter über dem Meeresspiegel und hat eine Fläche von 5.750 Km². Er ist 250 Kilometer lang und als Nationalpark steht die gesamte Region unter Schutz. In den letzten 150 Jahren war dieser See nur einmal mit Wasser gefüllt.

Der 1991 gegründete Lake Torrens National Park ist allerdings nicht einfach für Besucher zugänglich, keine asphaltierte Straße führt auch nur in die Nähe des Sees. Am Ufer befinden sich verschiedene Farmen, alle in Privatbesitz und wenn man dort fahren will braucht man ein Permit vom Besitzer. Die meisten Tracks zum See sind nicht öffentlich und alle sind reine Allradtracks. Fahren auf dem See ist streng verboten.

Kommt man allerdings nach Parachilna ins Prairie Hotel - dort stoppt fast jeder, der den Highway entlangfährt - so hat man eine gute Chance für einen Besuch des Lake Torrens. Man kann die teurere Variante wählen und sich mit dem Helikopter über die endlose, weiße Fläche fliegen lassen. Dabei kann man gleich noch einen Rundflug über die Schluchten der Flinders Ranges machen oder in die Opalstadt Andamooka auf der anderen Seite des Sees fliegen. Auch geführte Allradtouren lassen sich im Hotel buchen.

Wer aber selbst über ein Allradfahrzeug verfügt, der kann die Tour zum See auch auf eigene Faust fahren. Bei einem Capuccino an der Bar und einem Gespräch mit dem Barkeeper erfuhren wir von dieser Möglichkeit und entschieden uns spontan den ca. 3 Stunden dauernden Ausflug mit unserem Adventure Camper zu wagen.

Die Tour kostete im Jahr 2004 30 AU$ und man hinterlegt noch eine Kaution in Höhe von 20 AU$ an der Bar. Dafür bekommt man dann eine Quittung und einen Schlüssel für ein Gate am Anfang der letzten Stichstraße. Ohne ihn gibt es keine Möglichkeit über das Privatgelände der Nilpena Station zum See zu gelangen.

Unterwegs

Zuerst fährt man ca. 25 km auf Asphalt über den Highway in Richtung Leigh Creek. Dabei passiert man einige Ruinen, in denen schon Filme gedreht wurden. Die Abzweigung in Richtung Nilpena Station liegt direkt hinter dem Bahnübergang und ist gut ausgeschildert. Eine Wegbeschreibung ist von hier aus fast überflüssig, denn es gibt nur einen Track. Nach ca. 13 km staubiger Fahrt sieht man vor sich eine typische Outback Station mit Wirtschaftsgebäuden und Vieh.

Direkt vor dem Zaun rund um die Station geht es einem etwas unscheinbaren Holzschild folgend links ab auf den Track zum Lake Torrens. Nach 1,5 km steht man vor dem verschlossenen Gate und weiß endlich, wofür man den Schlüssel braucht. Nachdem man das Gatter wieder geschlossen hat geht es weiter.

Kurz hinter dem Gate geht es ziemlich holprig durch einen Fluss, der allerdings wenig Wasser führte. An einem Vieh-Verteilgatter biegt der Weg dann nach rechts ab, ein Holzschild weist die Richtung. Der Track führt nun erst entlang eines Zauns an den Gebäuden der Station vorbei, die man rechts liegen läßt und dann stetig in Richtung Westen. Ausser Vieh sahen wir unterwegs nur einen Goanna, es war Mittagszeit und alle Tiere ruhten. Schatten gibt es hier nicht viel, die Landschaft wechselt von niedriger Buschsteppe zu Sanddünen, die man mit dem Allrad überqueren muss. Etwa 1,5 km hinter der Station zeigt ein weiteres Holzschild in Richtung Westen.

Der Weg hat es in sich, ist aber nicht unmöglich zu bewältigen, sogar mit dem Camper. Unterwegs trafen wir nur ein anderes Auto, Angestellte der Farm. Mit einer normalen Limousine hätte man aber keine Chance: Kieshaufen, Sanddünen und quer laufende tiefe Erosionsrillen zwingen oft zu Schritttempo. Verfahren kann man sich nicht, aber es zieht sich ganz schön. Wie zur Ermutigung erscheint etwa nach 9 km vor einer Düne wieder ein Schild - weiter geht es...

Wenn man schon wieder zu zweifeln beginnt, so kommt nach ca. 7 Km wieder ein Schild, und nur 200 m weiter, 18,5 km hinter dem Gate sieht man dann endlich die im Sonnenlicht schwimmende, helle Fläche des Lake Torrens vor sich. Der Weg führt noch einmal nach links, etwa 3,8 km am Ufer entlang bis hin zum Aussichtspunkt.

Lookout

Der Aussichtspunkt ist eine Sackgasse, hier parkt man fast direkt am See und kann in wenigen Schritten den Hang hinunter zur Salzkruste laufen. Einige Fußabdrücke zeugen von anderen Besuchern, die geführten Touren enden auch genau hier. Ohne Sonnenbrille und Hut kann man sich kaum in das gleißende Sonnenlicht wagen. Trotz Wind waren die Fliegen äußerst lästig.

Wir vermuteten eine harte Salzkruste, doch beim Betreten der Seefläche geht man doch eher wie auf Moosgummi. Ganz leicht sinkt der Fuß knirschend einige Millimeter tief ein und man hinterlässt einen deutlichen Abdruck. Unter dem Fuß wirkt der Untergrund eher weich und schlammig, auch wenn er einen Menschen ohne Probleme tragen kann. Wie man hier verbotenerweise mit einem Auto drauf fahren kann ist uns ein Rätsel, schon nach wenigen Schritten spürt man deutlich, daß ein schweres Fahrzeug sofort bis an die Achsen einsacken wird. Nun ja, dafür hat man eben die Kaution hinterlegt, als Spritgeld für die Burschen, die einen notfalls wieder herausziehen kommen...

Am Ufer wachsen einige harte Pflanzen, die den widrigen Lebensumständen trotzen. Tiere sieht man so gut wie keine, außer den allgegenwärtigen Ameisen. Die häufigste Pflanze in dieser kargen Region ist der Salzbusch, salt bush oder blue bush genannt. Seinen Namen bekam der Salzbusch unter anderem, weil aus seiner Asche Salz gewonnen werden kann. Zusammen mit einigen Sukkulenten Wüstenpflanzen bildet er am Seeufer eine baumlose Strauchsteppe.

Salzbüsche werden auf dem salzigen Untergrund etwa einen Meter hoch. Für Rinder und Schafe sind sie eine wichtige Nahrungsquelle, da sie selbst nach langen Dürreperioden noch eine Menge Feuchtigkeit gespeichert haben. Wie viele Wüstenpflanzen haben sie im Laufe der Evolution spezifische Mechanismen entwickelt, mit denen sie das ihnen zugängliche Wasser besonders effektiv nutzen können und Verschwendung vermeiden.

Unsere Gedanken schweiften unwillkürlich ab zu den Ochsenkarren der ersten Siedler, Vermesser und Goldsucher, die ohne Landkarten plötzlich am Ufer eines solchen Sees standen. Ohne die Möglichkeit einer Versorgung von außen und ohne Wissen darüber, wie weit sich diese Salzwüste nach Norden oder Süden erstrecken mochte. Keine besonders angenehme Vorstellung - heute ist eine Tagesetappe von damals mit dem klimatisierten Allrad in einer Stunde bewältigt.


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