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STRZELECKI TRACK

Der Strzelecki Track führt weit hinein ins unwirtliche Outback von Zentralaustralien und er ist neben dem Oodnadatta Track und dem Birdsville Track wohl eine der bekanntesten und meistbefahrensten Pisten des roten Kontinents. Ein Abschnitt des berühmtem australischen Dingozauns begleitet die von Lyndhurst bis in die Nähe von Birdsville verlaufende Schotterpiste.

Ursprünglich war der Strzelecki Track, wie so viele Tracks im Zentrum des Kontinents, eine Route für Viehtriebe. Sie führte von Lyndhurst an den Gammon Ranges entlang über Innamincka, vorbei an der Arrabury Station bis zur Windorah-Birdsville Road. Wo man sich früher noch mühsam auf unausgetretenen Pfaden durch weiße und rote Sanddünen, Halbwüste und über kleine Bäche bewegte, findet man heute eine gut ausgebaute Straße. Sie ist zwar nicht asphaltiert, lässt sich bei Trockenheit aber dennoch gut befahren.

Das Verkehrsaufkommen ist für Outbackverhältnisse auch recht hoch, daher wird die Piste regelmäßig gewartet. Uns begegneten nur zwei Trucks auf dem Stück zwischen Mount Hopeless und der Abzweigung nach Cameron Corner. Großer Anspruch an das fahrerische Können ist nicht gefragt, es handelt sich nur noch um eine breite Wellblechpiste mit einer bequemen Fahrspur in der Mitte. Nur wer nicht aufpasst und zu nah am Rand fährt, der erlebt die Gefährlichkeit von sandigem Gravel, der sich teilweise wie Schmierseife verhält.

Parallel zum ersten Teil des Strzelecki Track ab Lyndhurst kann man auch von Leigh Creek / Copley aus sehr schön quer durch die Gammon Ranges fahren, diesen Weg nahmen wir mit einem Abstecher in den Nationalpark Gammon Ranges und nach Arkaroola. Auf jeden Fall sollte man den Treibstoffbedarf kalkulieren und immer volltanken.

Die Piste ist in recht gutem Zustand und landschaftlich sicherlich interessanter als der erste Teil des Strzelecki Track im Norden, weil man sich hier ja noch mitten in den nördlichen Flinders Ranges befindet. Nordöstlich von Balcanoona, dem Park Headquarter sieht man die Berge noch einige Stunden im Hintergrund. Unterwegs gibt es eine Menge Kängurus, auch in der prallen Mittagssonne sitzen sie auf der ebenen, steinübersäten Gibber-Plain ohne viel Grün. Unten auf den Fotos ist der Beweis.

19 km hinter Balcanoona kommt man bei Wooltana vorbei, einer recht großen Station in gutem Zustand mit allerlei neuen Fahrzeugen und Schuppen. Von Wooltana sind es 38 km bis North Mulga, einer Outback Station. Dann fährt man weitere 40 km bis Moolawatana, dann wird die Gegend wirklich topfeben, trocken und langweilig für weitere 53 km. Dafür wecken einen alle paar hundert Meter fiese Querrinnen auf, wo beim letzten Regen kleine Creeks die Straße gekreuzt haben und die nun für heftige Schläge im Fahrwerk sorgen. Bei Mount Hopeless biegt man dann endgültig auf den Strzelecki Track ein.



Historisches

Benannt und entdeckt wurde der unaussprechliche Strzelecki Track und auch der Creek 1845 von Charles Sturt. Und zwar nach einem Graf Paul Endmund de Strzelecki, einem in Polen geborenen Forschungsreisenden und Geologen. Er hatte zu seinen Lebzeiten allerdings gar nichts mit dem Track zu tun.

Den Grundstock des Strzelecki Tracks legte nämlich ein anderer: Harry Redford stahl 100 Rinder vom Land der Bowen Downs Station und trieb sie mitten durch das unerkundete Land bis nach Adelaide. Beinahe wäre er damit durchgekommen, sein Pech war allerdings ein unverwechselbarer Bulle unter seinem Diebesgut und er wurde geschnappt und zum Gericht nach Roma gebracht.

Die Richter waren jedoch so beeindruckt von seiner Leistung als Viehtreiber, daß sie ihn unter großem Protest der Öffentlichkeit freisprachen. Danach wurde der Dieb Harry Redford einer der berühmtesten Viehtreiber des Kontinents.

In Aramac/Queensland findet jährlich der Harry Redford Cattle Drive statt.

Auf dem Track

Der Strzelecki Track durchquert zunächst von Lyndhurst aus das karge Umland der Gammon Ranges bis er dann auf halbem Weg auf die Strzelecki Desert trifft, die er dann bis Innamincka durchquert. Wir kamen, wie schon erwähnt, erst bei Mount Hopeless auf den Track, von einer Seitenstraße, die von Balcanoona aus ins karge Outback führt.

Schon zu Beginn verweisen Schilder auf die Abgeschiedenheit der Landschaft. Obwohl der Track dank der Gasfelder bei Moomba ziemlich von Trucks und Arbeitern befahren wird begegneten wir nur 2 Fahrzeugen auf 121 km bis zur Abzweigung nach Cameron Corner bei Merty Merty.

Hier hatte Michael eine Lehrstunde darin, was bei Unachtsamkeit geschehen kann: Bei 70 km/h kam er auf dem breiten, sandigen und langweiligen Track etwas zu weit nach links. Der Wagen war zwar immer noch meterweit vom Rand entfernt, trotzdem wurde der Sand hier tiefer und weicher. Die Räder auf der linken Seite wurden abgebremst, der Camper zog nach links weiter in Richtung Graben und Dünen. Beim vorsichtigen Gegenlenken eroberten wir zwar die Mitte der Straße wieder, dafür tendierte jetzt das Heck dazu, uns links zu überholen. Nur mit viel Gefühl und sorgfältig kontrolliertem erneuten Gegenlenken konnte ein Querstehen und Umkippen vermieden werden. Jede hektische Reaktion hätte zu einem Unfall - und Umfall - geführt.

Schon von weiten sah man in flachen Ebene Dunst am Horizont, der sich schnell als kleiner Sandsturm herausstellte. Die gesamte Region ist von kleinen, weißen und teilweise bewachsenen Sanddünen bedeckt. Teilweise fuhren wir wie durch Nebel. 26 km hinter der Einmündung von Mount Hopeless kam ein Hinweißchild zum Montecollina Bore. Hier gibt es Wasser, Picknicktische und man kann campen.

Dafür war es aber noch zu früh und wir fuhren hier heraus, um zu rasten. Was wir dort erlebten ist auf der Seite Kakadugeschichten - Die Versammlung genau beschrieben.

Viele Kilometer lang fährt man dann noch durch das Strzelecki Regional Reserve und die Landschaft verändert sich langsam. Weiße Sanddünen weichen den roten, doch darüber mehr auf der Seite Rote Dünen.


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Der Strzelecki Track


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