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DELFINTREFFEN

Am frühen Morgen, nach einer windigen und unruhigen Nacht auf dem Campground von Monkey Mia, erwachten wir pünktlich zum Sonnenaufgang und beschlossen gleich aufzustehen. Erst einmal ohne Frühstück zum Strand, vielleicht sind ja schon Delfine anwesend. So war der Plan. Gegen 7:00 Uhr am Morgen waren wir dann in dem Strandabschnitt, der als Delfinzone ausgewiesen ist. Die meisten Gäste im Resort schliefen noch. Wenn Delfine in der Bucht sind, ist mindestens ein Ranger des National Parks am Strand anwesend und als wir uns dem Ufer näherten, sahen wir auch schon die erste Flosse. Kaum 10 Leute standen um die Delfindame herum, die freundlich schnatterte und ihre Schwanzflosse aus dem Wasser hob. Schnell machten wir die ersten Bilder, ein Bonus für Frühaufsteher. Die Rangerin vor Ort konnte noch ohne Mikro mit uns plaudern.

Man darf mit den Füßen bis zu den Knien im Wasser stehen, wenn die Tiere in die Bucht kommen. Vorher sollte man sich allerdings nicht mit Sonnenöl einschmieren, denn die Haut der Delfine ist sehr empfindlich.

Die Delfine kommen in unregelmäßigen Abständen ab 9.00 Uhr in kleineren Gruppen in Strandnähe, so kann man es überall lesen. Wir können aus eigener Erfahrung frühes Aufstehen empfehlen, denn dann ist es noch am schönsten. Wir sahen schon recht früh zwei Weibchen mit ihren zwei Jungtieren, die ein wenig weiter entfernt im tieferen Wasser miteinander spielten. Es war Ebbe, das Wasser recht flach, das Licht perfekt und eine Delfindame räkelte sich genüsslich vor den noch wenigen Kameras.

Beides änderte sich dann nach einer guten Stunde recht schnell. Es kamen noch einige Delfine hinzu, auch ein paar Männchen, die sich aber im Hintergrund hielten, denn wegen ihres agressiveren Verhaltens werden die Männchen nicht gefüttert. Und eine Menge Menschen, die nun dicht an dicht an der Wasserkante standen.

Die Delfine werden dann von den Rangern, jetzt zu mehreren und mit Trillerpfeife und Eimer ausgerüstet, mit einer für einen Delfin kleinen Fischportion verköstigt, bevor sie wieder ins Meer zurück schwimmen. Kein Delfin wird am Tag zweimal gefüttert und auch nicht mehr nach 13.00 Uhr. Willkürlich werden aus der wartenden Menge einige Menschen ausgesucht, die Fische reichen dürfen. Das Streicheln der Tiere ist verboten. Nicky, Surprise oder Piccolo nähern sich bis auf wenige Zentimeter, heben ihre Schnauze aus den Fluten, zeigen ihren Bauch und gleiten nah an den Zuschauern vorbei.

Direkt nach der ersten Fütterung verschwanden die Tiere wieder in den Weiten des Meeres. Auch für uns ein Zeichen, unseren Hunger bei einem gemütlichen Frühstück zu stillen. Auch das lange Stehen im kalten Wasser macht kalte Füße und schlägt auf die Blase. Also gingen wir zurück zu unserem Stellplatz, wo wir nach dem Frühstück in Ruhe die Sachen zusammenpackten. Um 10:00 Uhr soll man den Campingplatz verlassen.




Noch einmal

Da wir noch einmal auf dem Parkplatz des Besucherzentrums hielten, hörten wir vom Strand her vertraute Lautsprecher-Ansagen. Die Ranger waren wieder aktiv, das bedeutet: die Delfine waren wieder in der Bucht. Spontan entschlossen wir uns zu einen zweiten Besuch. Am Strand war es erstaunlicherweise weniger voll als am späteren Morgen, wahrscheinlich weil alle, die nur einen Tag bleiben, jetzt auschecken müssen. Jetzt, um 10:30 Uhr, hatte sich noch etwas verändert, nämlich der Sonnen- und der Wasserstand. Der war höher und die Sonne stand mehr im Zenit, so dass man die Tiere noch besser fotografieren konnte als am frühen Morgen im ersten Licht. So hatten beide Besuche ihre Vor- und Nachteile und wir können nur raten, mehrmals hinzugehen.

Jetzt machte das Delfinweibchen zwar keine Grimassen mehr wie am Morgen, dafür brachte einer der Delfine den Rangern einen selbst gefangenen Fisch. Leider fehlte diesem schon der Kopf, eine leicht blutige Trophäe. Dies war aber ein unschlagbarer Beweis, das die Delfine nicht nur wegen der Fischhappen kommen, denn selbst können sie im tiefen Wasser größere Fische erbeuten als sie hier gereicht bekommen. Für die Delfine ist das Treffen mit den Menschen hier wohl so etwas wie Zirkus und Fernsehen zusammen.

Die Ranger kennen die Tiere mit Namen und erkennen sie an den Kerben in den Flossen, die teilweise von Haiangriffen stammen. Rund 600 Delfine leben in der Bucht von Shark Bay, 460 können Wissenschaftler anhand ihrer Rückenflosse identifizieren, sieben bis 20 Tiere sind regelmäßig vor dem Strand von Moneky Mia zu sehen. Die Fischer haben mit den Fütterungen einst in den sechziger Jahren begonnen, damals noch wenig tiergerecht. Teilweise gab es Hamburger und Fritten, man durfte die Tiere streicheln. Das tägliche Fütterritual gehört bis heute zum erlernten Verhalten. Mütter bringen ihre Jungtiere an den Strand und heute versucht man, die menschlichen Einflüsse so gering wie möglich zu halten. Der Nachwuchs wird konsequent von den Show-Fütterungen ausgeschlossen, um den Jagdinstinkt zu erhalten. Auch die Männchen bekommen nichts und es wird peinlich darauf geachtet, dass alle Tiere gleichzeitig ihren Fisch erhalten. So gibt es keine Kämpfe um das Fressen.

Ein Besuch der Delfine von Monkey Mia lohnt sich auf jeden Fall, wir können es nur empfehlen. Ein einmaliges Erlebnis, das wohl ewig in Erinnerung bleiben wird, die wunderschönen Tiere aus nächster Nähe zu sehen. Und die Bilder auf dieser Seite sprechen dazu ihre eigene Sprache.




Video zum Thema

Dolphins at Monkey Mia

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