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LOOKOUTS

Vom Hamelin Pool Nature Reserve kommend passiert man den 2,4 Meter hohen Schutzzaun des Lost Eden Projekt, der an der schmalsten Stelle der Halbinsel errichtet wurde. Darüber habe ich schon auf der Seite Allgemeines berichtet. Der High-Tech-Zaun schützt die heimische Flora und Fauna vor importierten Tieren wie Kaninchen, Katzen oder Füchsen. Kurz dahinter befindet sich auf der rechten Seite die Abzweigung zum Shell Beach. Dieser breite Strand besteht aus unzähligen, winzigen weißen Muscheln, einer von zwei Stränden weltweit. Wenn ich mich recht erinnere, befindet sich der zweite Muschelstrand auf Sanibel Island in Florida. Diese kleinen Herzmuscheln der Art Fragum erugatum (Coquina) treten hier an diesem Teil der Küste besonders stark auf und sie haben im Laufe von mehreren Tausend Jahren ihren Weg zum Ufer gefunden. Dort haben sie sich dann in einer Schicht bis zu 10 Metern Tiefe abgelagert, hier auf sagenhaften 110 Kilometern Länge.

Einsickernder Regen hat dann im Laufe der Jahre zu einer Zementierung der Muschelschicht geführt, daher sind nur die oberen Zentimeter locker. Darunter ist der Strand hart wie Beton, nichts zum gemütlichen herumliegen. Früher hat man riesige Kalksteinblöcke aus dem festen Untergrund herausgehauen, um damit Häuser und Mauern zu bauen. Reste eines solchen Muschel-Steinbruchs sind noch im nahen Hamelin Pool Nature Reserve zu sehen. Der Abbau des Muschel-Gesteins ist nach Einrichtung des Schutzgebiets 1990 verboten. Die Farbe des Meeres ist in der flachen Bucht vor Shell Beach besonders intensiv türkis, besonders bei Sonnenschein und an windstillen Tagen. Bei unserem Besuch pustete es recht kräftig. Da es ausser den winzigen Muschelschalen hier nichts weiter zu sehen gibt, sind wir dann recht schnell weiter gefahren.

Auf dem Weg nach Denham kommt man dann an einigen Abzweigungen nach, die alle nicht asphaltiert sind. Sie führen meist auf der linken Seite zur Küste, schöne Strände sucht man dort allerdings oft vergeblich. Trotzdem lohnt sich ein Abstecher zu den Lookouts an der schroffen Küste zum Goulet Bluff, zum Whalbone Beach oder zu Fowlers Camp. Der schönste Lookout von allen, den man auf keinen Fall verpassen sollte, ist Eagle Bluff.



Eagle Bluff

20 Kilometer vor Denham zweigt eine Schotterstrasse ab zum Eagle Bluff. Der hübsche Aussichtspunkt mit Holzsteg befindet sich hoch über einer steilen Klippe. Das Meer ist hier intensiv grüntürkis und der 100 Meter lange Boardwalk führt vom Parkplatz aus an der Klippe entlang. Im flachen und kristallklaren Wasser der Bucht kann man immer wieder Besucher entdecken. Bei unserem ersten Besuch war es allerdings so windig, dass Aufnahmen nur schwer möglich waren und wir da oben auf der Klippe fast weggepustet wurden. Auf der vorgelagerten Insel kann man zahlreiche Vögel erkennen und bei guter Sicht sogar die Einrichtungen der Minengesellschaft von Useless Loop auf der gegenüberliegenden Landzunge.

Beim zweiten Besuch am nächsten Tag hatten wir dann mehr Glück, die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und der Wind hielt sich in Grenzen. Ein Fernglas oder ein gutes Teleobjektiv sind hier von Vorteil, aber auch mit dem bloßen Auge kann man die Besucher im flachen Wasser erkennen. Wenn man Glück hat, dann sieht man vom Eagle Bluff aus Mantas, Haie, Schildkröten und große Fische. Mit viel Glück auch mal eine Seekuh, eine Dugong. Die haben wir leider nicht gesehen, aber die Schatten der Haie im flachen Gewässer waren schon beeindruckend. Aber auch wenn sie direkt unter dem Boardwalk ans Ufer schwimmen, sind sie noch recht klein und bei der Kräuselung der Wasserobfläche durch den ständigen Wind nur sehr schwer zu fotografieren. Ein Sonnenschutz ist von Vorteil, denn vor lauter Faszination vergisst man hier leicht die Zeit und holt sich schnell einen Sonnenbrand. Die guten Fischgründe werden auch von einigen Seeadlern geschätzt, die gerne hierher zum Jagen kommen und dem Küstenteil den Namen gaben. Unten sind ein paar Bilder von Eagle Bluff zu sehen.



Denham

Vom Eagle Bluff aus ist man schon nach kurzer Zeit in Denham, vorher passiert man noch den Ocean Park. Da hier schon um 16 Uhr Feierabend ist, konnten wir ihn leider nicht mehr besuchen. Hier kann man wie in einem Aquarium die Meerestiere der Shark Bay aus der Nähe betrachten, es gibt Haifütterungen und offene Wasserbecken.

Kurz vor Denham hielten wir an einer beeindruckenden Meeresbucht, die hauptsächlich mit ziemlich flachem Wasser gefüllt ist. Eigentlich wollten wir schwimmen gehen, aber das Wasser reichte kaum bis zum Knie. Trotzdem tat die kleine Abkühlung gut und die Farben des Meeres glitzerten intensiv im Sonnenschein. Kleine Fische leisteten uns beim Fußbad Gesellschaft. Danach fuhren wir weiter nach Denham.

Der Amerikanische Walfänger Charles Tayes war der erste, der Austern in der Shark Bay fand. Kurz danach kamen schon die Perlenzüchter, die auf den flachen Sandbänken Austernfarmen errichteten. Doch schon um die Jahrhundertwende waren diese abgeerntet und man fuhr mit kleinen Kuttern weiter raus aufs Meer. Perlentaucher aus China, Malaysia, den Phillipinen, Japan und Korea kamen zum Arbeiten hierher. Aus den ersten, kleineren Siedlungen entstand im Jahr 1876 schließlich der Ort Denham. Nachdem auch im tieferen Wasser alles weitgehend abgeerntet war, zog die Perlenindustrie von Denham weiter nach Point Cloates. Aber es gibt immer noch Farmen hier, wie die Blue Lagoon Pearl Farm in Monkey Mia und in Denham kann man Perlen kaufen.

In Denham befindet man sich immerhin in der westlichsten Stadt des australischen Festlands und die ca. 1.200 Einwohner teilen sich den Ort mit einigen Touristen. Der Ort ist Verwaltungssitz des Shire of Shark Bay. Es gibt hier Unterkünfte und Campgrounds für alle, die nicht direkt im Resort von Monkey Mia wohnen möchten oder dort keinen Platz mehr finden. Zwei kleine Supermärkte bieten das Notwendige zum Leben und eine breite Uferpromenade lädt zu einem Spaziergang ein. Alle Einrichtungen des Ortes konzentrieren sich hier sich entlang der Hafenmeile. In das kristallklare Wasser möchte man sogar am Anlegesteg der Boote am liebsten gleich reinspringen. Sehenswert ist die aus Muschelblocks von der Shell Beach erbaute St. Andrews Church, sie befindet sich an der Kreuzung Hughes Street und Brockman Street. Früher waren in Denham sogar einige Straßen mit Perlauster-Schalen gepflastert, leider hat man in den 1960er Jahren den Belag mit regulärem Asphalt zugedeckt. Heute ärgert man sich mit zunehmendem Tourismus über den Verlust dieser einstigen Besonderheit.



Video zum Thema

Shark Bay - Denham

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