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GLOUCHESTER N.P.

Nur drei km von Pemberton entfernt befindet sich ein 9 km² großer Nationalpark mitten im dichten Karri-Wald: der Glouchester National Park, benannt nach dem Duke of Glouchester. Hier gibt es einige Wanderwegs, der längste ist der Glouchester Tree Cascades Walk von 12 km Länge. Ausser Buschwanderungen und Vogelbeobachtung und einem kleinen Wasserfall gibt es eigentlich nur ein einziges Highlight: den Glouchester Tree. Die meisten Besuche beschränken sich auf diese Sehenswürdigkeit. Hierher kommt mit Sicherheit jeder Tourist, daher kostet der Nationalpark auch 10 AU$ Eintritt in 2007, die an einer Schranke kassiert werden. Mit dem Parks Pass für Western Australia spart man eine Menge Geld, wenn man noch andere kostenpflichtige Nationalparks besuchen will. Man kann ihn vorher zum Beispiel in der Tourist Information in Pemberton kaufen.

Als wir am Morgen in Pemberton auf dem Campground aufwachten, regnete es in Strömen. Trotzdem entschieden wir, zum Nationalpark zu fahren, denn wenn man schon mal in der Region ist, dann möchte man natürlich auch das Highlight sehen: den Glouchester Tree.

Er ist vermutlich der berühmteste Baum in Western Australia, ein 60 Meter hoher Gigant der über die umgebenden Gipfel hervorragt. Oben gibt es eine Plattform, die einst als Feuerausguck diente und man hat einen wunderbaren Rundblick auf die umliegende Waldregion. Der Baum ist einer von ursprünglich acht großen Karribäumen, auf denen in den Jahren zwischen 1937 und 1952 ein Feuerausguck gebaut wurde. Der Lookout auf dem Glouchester Tree wurde 1947 errichtet, weil es der höchste Baum nahe Pemberton ist. Der Boden der Kabine befindet sich auf 58 Metern Höhe, die Krone wurde dafür abgeschlagen.

Das Besondere am Baum ist die Tatsache, dass ihn auch heute noch jeder mutige und schwindelfreie Mensch besteigen kann. Es ist nicht der einzige Baum, bei dem das möglich ist, es gibt noch zwei weiter Bäume in der Region, die offiziell bestiegen werden dürfen: den Dave Evans Bicentennial Tree im Warren National Park, der mit seinen 71 Metern der höchste ist, und den Diamond Tree. Aber der Glouchester Tree ist der Bekannteste und somit wird er auch am meisten besucht. 1963 erklommen 300 Leute den Baum. Die Originalkabine aus Holz verrottete langsam und wurde 1973 durch eine Neue aus Stahl und Aluminium ersetzt. Im Jahr 1990 hatten schon 223.000 Leute den Baum erklommen, aber nur 44.600 erreichten auch den Gipfel und die Zahl wächst ständig.



Aufstieg

Der Regen war unser Glück, denn kaum kamen wir auf dem Parkplatz an, hörte es auf zu regnen - aber es waren kaum andere Leute dort. Der Waldboden roch wunderbar und es befanden sich nur wenige Besucher am Baum. Als wir unten am Stamm standen, sah der Aufstieg gar nicht mehr so gefährlich aus wie auf Fotos. In den dicken Stamm sind 153 Stäbe wie eine Wendeltreppe als Trittstufen eingerammt und wir dachten immer, das wäre alles. Aber beim genauen Hinsehen gibt es eine zweite Reihe mit etwa einem Viertel sovielen Stäben in zwei Meter über der Reihe mit den Trittstufen. Zwischen beiden Reihen ist ein Drahtnetz an der Außenseite gespannt, was den Aufstieg erleichtert, weil es ein ganz anderes Sicherheitsgefühl vermittelt.

Ich bin leider nicht schwindelfrei, aber Michael registrierte blitzschnell, dass noch niemand oben im Baum war und begann den Aufstieg. Flink wie ein Affe kletterte er die Stufen hoch, immer um den Baum rum. Aber auf halben Weg merkte er die enorme Anstrengung und es ging ein wenig langsamer voran. Es geht ungemein steil aufwärts. Fotografieren von unten war schwierig, da im dunklen Wald noch keine Sonne schien und die Lichtverhältnisse nicht optimal waren. Kurze Zeit später wagte noch ein zweiter Mann den Aufstieg. Man hörte die beiden oben in der Baumkrone plaudern. Die offene Kabine oben hat drei Etagen, von denen aber nur die unteren zwei zugänglich waren. Als Michael dann absteigen wollte, kam zeitgleich jemand von unten. Auf den schmalen Stäben aneinander vorbeizukommen ist schon recht schwierig, aber auch hier hilft das außen gespannte Netz ungemein.

Als Michael wieder festen Boden unter den Füssen hatte, kamen langsam immer mehr Besucher zum Glouchester Tree. Wenn es zu voll ist, dann macht es keinen Spaß zu klettern. Rund um den Baum gibt es noch eine weitere Attraktion, nämlich eine bunte und sehr zahme Vogelschar. Ringsittiche und Gelbwangenrosellas lassen sich hier gerne füttern, wer keine Angst vor Vögeln hat, der sollte sich auf jeden Fall Sonnenblumenkerne mitbringen. Mit Glück trifft man auf Einheimische, die ihre Kerne teilen. Ich bekam auch ein paar ab und schon kurze Zeit später sassen die Vögel auf Kopf und Armen und zankten sich um die Leckerei. Auf dem Boden sammeln kleine Tauben, Rotlappen-Honigfresser, Staffelschwänze und andere Vögelchen die heruntergefallenen Körner auf.



Video zum Thema

Giant Tingle Tree

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