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ALLGEMEINES

Der Fitzgerald River National Park liegt zwischen Bremer Bay und Hopetoun, 550 km südöstlich von Perth und 170 km von Albany entfernt. Er bekam seinen Namen von John Septimus Roe im Jahr 1848, benannt nach dem Governor James Fitzgerald. Das 3.390 km² große, geschützte Gebiet ist berühmt für seine weite Landschaft, die rauen Küsten und vor allem wegen der einmaligen Flora und Fauna. Niedere Bäume und Buschwerk mit vielen exotischen Pflanzen beherrschen die Region und bieten auch einigen seltenen Tieren Zuflucht. Ein wichtiges Rückzugsgebiet, denn im Landesinneren beherrscht trockenes Agrarland das Landschaftsbild. Menschenleere, schneeweiße Sandstrände liegen an der über hundert Kilometer langen Küstenlinie. Es gibt drei Inlets innerhalb der Nationalparkgrenzen, jeweils an der Mündung des Gairdner, Fitzgerald und Hamersley River.

Als Matthew Flinders im Jahr 1802 mit einem Blick durch das Fernglas das Land zum ersten Mal sah beschrieb er es als kahl und unfruchtbar. Und er gab den drei Bergen, die alles beherrschen und von weitem sichtbar sind, den für ihn passenden Namen Mount Barren – Unfruchtbarer Berg. Und weil es im Park drei davon gibt, heißen nun alle Mount Barren, nur mit der passenden Bezeichnung als Zusatz. Der East Mount Barren (311 Meter), der Mid Mount Barren (451 Meter) und der West Mount Barren (340 Meter). Sie sind die höchsten Erhebungen in der von Ost nach West verlaufenden, rauen Barren Mountain Range.

Das Biosphäre Programm der UNESCO erklärte das Gebiet im Jahr 1978 wegen seiner charakteristischen Landformen, seiner Pflanzen und Tiere zum Biosphere Reserve. Ein Besuch im Park ist nicht ganz einfach, da es an Ausschilderung und Informartionsblättern mit Karte zum Mitnehmen fehlt. Nach heftigen Regenfällen kann es ein, dass viele Pisten im Park gesperrt werden, um die hier streckenweise anzutreffende Wurzelfäule (dieback) nicht weiter zu verbreiten.



Flora

Die Einschätzung als unfruchtbar hat sich nach genauerer Begutachtung als falsch herausgestellt: Mehr als 1.800 Pflanzenspezies hat man im Nationalpark gezählt, das sind ca. 20 % aller Pflanzen, die überhaupt in Western Australia gedeihen. Darunter seltene Exemplare und 62 Arten, die nur hier innerhalb der Parkgrenzen wachsen. Auch das ungeübte Auge erkennt beim näheren Betrachten die Einmaligkeit der heimischen Flora. Fährt man aber nur mit dem Auto durch, dann erscheint auf den ersten Blick ist alles einheitlich grün, ein dichter Pflanzenteppich ohne grössere Bäume. Das kann durchaus als karg empfunden werden, hier muss man einfach aussteigen und ein wenig herumgehen. Dafür stehen einige wenige Wanderwege zur Verfügung. Denn nur beim näheren Betrachten erkennt man, dass auf einen Quadratmeter schon die unterschiedlichsten Pflänzchen wachsen.

Vor allem Banksien und Malle beherrschen die Ebenen, der Vegetationsteppich ist manchmal kaum kniehoch. Zwischen September und Dezember, wenn hier die Wildblumen blühen, muss der Park ein besonderes Erlebnis sein. Doch kleine Blüten findet man das ganze Jahr über, auch im März blühten einige Sträucher, auch wenn diese Blüten meist sehr klein und unscheinbar sind. Es gibt viele Pflanzenfamilien, die man als Laie gerade so auseinander halten kann: die Proteaceae (Banksien, hakas), die Myrtaceae (Eukalyptus, Zylinderputzer) und über 80 verschiedene Orchideenarten, teilweise im Miniformat. Bei unserem Besuch blühten die Showy Banksien (Banksia speciosa), besonders prächtig mit ihren fahl-gelben Blüten.

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Besonders Auffällig sind die bunten Königs-Hakea (Hakea victoria), die teilweise bis zu 2,50 Meter hoch werden können. Eine Art Kohlgewächs, das nur hier im Park vorkommt, unten auf den Fotos ist es zu sehen. Sieht ein wenig aus wie aufeinander gestapelter Zierkohl. Ein Botaniker namens James Drummond entdeckte sie im Jahr 1847 und wollte die hübschen Pflanzen in England verbreiten. Aber als er sie ausgrub und wegtransportierte, verloren die ihre bunten Farbpracht und im heimischen Garten wuchsen sie nur mit normalen, grünen Blättern. Man fand heraus, dass die Farbenpracht nur Folge einer Mangelerscheinung der kargen Böden im Park ist. Jedes neue Blatt zieht den Lebenssaft aus den unteren, die sich dann welk verfärben. In nährstoffreicher Umgebung hat die Pflanze keinerlei Mangel - und wächst grün und langweilig.

Leider hatte es Mitte Dezember 2006 vor unserem Besuch einen schrecklichen Buchbrand gegeben, der durch Blitze ausgelöst wurde und von dem weite Teile im Westen des Fitzgerald National Park betroffen waren. Schon 1989 zerstörte ein Feuer 42% des Parks. Die ersten Kilometer fuhren wir nur durch braunes, verbranntes Gestrüpp. Auch über die Kuppe des West Mount Barren war die Feuerwalze hinweggefegt und hatte die Granitfelsen bloßgelegt. Hier kam zwar wieder zaghaft das erste Grün, aber der Anblick war schon sehr traurig. Aber vielleicht ist es gerade diese Brandgefahr und die nachfolgenden Chancen für Pionierpflanzen, die zu dem außergewöhnlichen Artenreichtum beitragen.

Eine weitere Gefahr für die Vegetation im Fitzgerald River Nationalpark ist die Wurzelfäule. Es handelt sich um eine durch den Pilz Phytophthora cinnamomi ausgelöste Pflanzenkrankheit, die zum Absterben der Wurzeln und damit der ganzen Pflanze führt. In Australien heisst sie Dieback und wenn man Wege im Park nutzt, dann sollte man den ausgeschilderten Anweisungen und Vorsichtsmaßnahmen Folge leisten und sein Schuhe an den dafür vorgesehenen Stellen waschen bzw. reinigen.



Fauna

Die artenreiche Flora bietet natürlich auch für viele verschiedene Tierarten einen idealen Lebensraum. 180 Vogelarten, Glattechsen, Beutelmäuse und schwarze Kakadus sind im Park zu beobachten. Hier soll auch noch der vom Aussterben bedrohte Erdsittich (western ground parrot) leben, den man aber mit ziemlicher Sicherheit nicht zu Gesicht bekommt. Auch das scheue Themometerhuhn ist eher selten zu sehen. Mit Sicherheit begegnet man aber Vögeln aus der großen Familie der Honigfresser, die gerne an den dicken Blüten der Banksien naschen. Alleine 15 Arten leben im Fitzgerald River National Park. Wir sahen auch eine große Gruppe schwarzer Kakadus, konnten sie aber leider nicht fotografieren, denn sie flogen zu schnell über uns hinweg. Oft sieht man die hübschen Staffelschwänze, die in den kleinen Büschen leben. Das Männchen des Glanz-Staffelschwanzes besitzt ein auffälliges, kobaltblaues Gefieder. An der Küste leben Pelikane in den Inlets, Gänse und Austernfischer. Mit ein wenig Glück sieht man dort auch australische Seelöwen. Von Juli bis Mitte Oktober hat man hier, wie an der ganzen Küste, gute Chancen, eine Walschule direkt vom Strand oder von einer der vielen Aussichtsplattformen aus zu beobachten. Zwei solche Plattformen befinden sich bei Point Ann.

Auch die Reptilien sind artenreich vertreten, besonders oft kreuzen Rosenberg-Warane den Weg. Wir sahen hier so viele wie nirgendwo sonst, in allen Größen. Die Tiere sind wenig scheu und lassen sich gut fotografieren, wenn man sich mit Vorsicht nähert, sind aber im Gebüsch aufgrund ihrer Tarnfarbe kaum auszumachen. Einen weiteren Bewohner des Parks fanden wir nur tot auf der Straße, nach unserer laienhaften Einschätzng einen jungen southern brown Bandicoot.


Google Map zum Thema

Fitzgerals Nationalpark


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