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ESPERANCE

Die ersten Europäer, die in die Region rund um das heutige Esperance vordrangen waren Holländer an Bord des Schiffes Gulde Zeepaard, die im Jahr 1627 am Great Australian Bight entlangsegelten. Eine frühe Karte der Südküste Australiens, 1628 in Holland gedruckt, zeigt schon die Inseln vor Esperance, ein Beweis dafür, dass Kapitän Pieter Nuyts und seine Crew hier wirklich vorbeigesegelt sind.

In den 165 Jahren zwischen 1627 and 1792 kamen Walfänger, Robbenjäger und weitere Holländer an diesem Teil der Küste vorbei, aber die nächsten berühmten Besucher waren Kapitän Bruni d'Entrecasteaux auf seinem Schiff Le Recherche und Kapitän Huon de Kermandec auf der L'Esperance. Sie suchten nach dem vermissten Entdecker La Perouse und erkundeten bei der Suche die Küste. Die beiden Schiffe fanden Schutz vor einem Sturm im natürlichen Hafen an der Seite von Observatory Island und D'Entrecasteaux nannte den Hafen Esperance Bay, nach Fregatte L'Esperance, die als erstes Schiff hier einlief. Heute steht ein Monument zu Ehren der Entdeckung und Namensgebung am Observatory Point an der Twilight Beach Road westlich der Stadt.

Der nächste Entdecker an der Bucht war Matthew Flinders, er kam am 8. Januar 1802 und blieb ganze 9 Tage um die Inseln und das Land zu erkunden sowie Thistle Cove und Lucky Bay im heutigen Cape Le Grand Nationalpark zu benennen.

In den 1820ern und 1830ern war der Hafen weiter Zufluchtstätte von Robbenjägern und Walfängern, die hier ein primitives und brutales Leben führten. Sie machten Jagd auf die lokalen Aborigines, fochten untereinander blutige Kämpfe aus und ernährten sich hauptsächlich einseitig von Robbenfleisch und den wenigen Vorräten, die den Weg von der Kolonie in Albany nach Esperance fanden.

Der nächste bekannte Name in der Geschichte des Ortes war Edward John Eyre, dann kam John Septimus Roe's 1848 und dann schließlich die ersten Siedler: Brüder namens Dempster, die im Jahr 1863 aus Northam kamen und Schafe, Rinder und Pferde mitbrachten. Das alte Dempster Homestead aus Sandstein, erbaut im Jahr 1863, befindet sich heute in der Dempster Street. Es wurde restauriert, befindet sich in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.

Als der Overland Telegraph 1876 In Betrieb ging, hatte man auch in Esperance Kontakt zur Außenwelt. Fünf Telegrafenstationen wurden entlang der südlichen Küste errichtet: Esperance, Israelite Bay (heute im Cape Arid National Park), Eyre (heute ein Vogelschutzgebiet südlich von Cocklebiddy) und Eucla.

Die Stadt Esperance entstand erst 1893, weil man den Hafen nutzte, um von hier aus Waren und Goldgräber zu den Goldfeldern von Coolgardie zu bringen. Die Blütezeit war nur kurz, denn der Bau der Eisenbahn von Perth nach Kalgoorlie nur drei Jahre später machte den Hafen überflüssig und die meisten Goldsucher kamen nun aus dem Westen. Die Hotels, Brauereien und Geschäfte, die sich zur Versorgung der Goldgräber in Esperance niedergelassen hatten, verschwanden über Nacht.

Dann wollte man die Region als Weizen-Farmland erschließen, aber es gab Hindernisse. Ein große Dürre 1914-1915, die wirtschaftliche Depression und die leicht salzhaltigen Böden verhinderten die Erschließung. 1949 entdeckte die Gibson Research Station in Esperance Downs, dass man den lokalen Boden mit der richtigen Düngermischung fruchtbar machen kann. Diese Entdeckung verwandelte die Region in einen wichtigen Agrarproduzenten für Weizen, Schafe und Rinder. 1954 lebten hier 36 Farmer auf 8.000 Hektar, Mitte der 1980er waren es dann schon 600 Farmer auf 400.000 Hektar.


In der Stadt

Esperance ist eine ganz nette Stadt, in der ca. 14.000 Einwohner vom Tourismus, vom Fischfang und von der Landwirtschaf leben. Wir kamen vom Quagi Beach, wo wir eine sehr stürmische und nasse Nacht erlebt hatten und auch am nächsten Tag sah das Wetter nicht besser aus. Eigentlich wollten wir ja im Cape Le Grand National Park an der Lucky Bay übernachten. Aber der Campground dort war voll und das Wetter wurde nicht besser. So beschlossen wir dann spontan, die nächste Nacht mal nicht im Camper, sondern komfortabel in einem trockenen Motelzimmer zu verbringen. Mit eigenem Bad und ohne Wind und Regen.

Nachdem wir ein wenig herumgekurvt waren und uns bei einigen vollen Motels Absagen geholt hatten, buchten wir schließlich im zentralen Esperance Motor Hotel ein. Dann holten wir beim benachbarten Yum Yum Pizza Service in der Fisheries Street zwei originell konbinierte, aber hervorragend schmeckende Riesenpizzas, setzten uns mit einer Flasche Wein aufs Bett und schauten Pizza mampfend in den Fernseher, während draußen schon wieder ein Sturm tobte.

Am nächsten Tag besichtigten wir dann Esperance. Der erste Weg führt, wie immer zur Tourist Information. Die befindet sich am Museum Park Period Village in der Dempster Street. Das umliegende Museum Village ist eine Zusammenstellung historischer Gebäude mit kleinen Shops. Mit einem alten Bahnhof, einer Kirche und kleinen Häusern, die alle entlang einer nachgebauten historischen Strasse liegen. Ein wenig künstlich wie bei Disneyworld, es war dort nicht viel los.

Die Dempster Street ist die Hauptstrasse von Esperance, hier befinden sich die meisten Geschäfte und ein paar Sehenswürdigkeiten wie das Esperance Museum und das Dempster Homestead. Ein wenig außerhalb vom City Centre kann man eine Yabby Farm besichtigen, einige Lookouts anfahren wie den Rotary Drive Lookout oder den Pink Lake besuchen.

Pink Lake ist ein Salzsee, der bei den richtigen Bedingungen in der namensgebenden Farbe leuchtet, schuld daran ist die Dunalella Salina Alge. Es gibt einen Lookout, fünf Kilometer westlich der Stadt. Um Pink Lake zu erreichen folgt man einfach der Dempster Street, bis die Pink Lake Road abzweigt die direkt hinführt. Verfahren kann man sich im übersichtlichen Esperance kaum.

Es gibt fünf große Nationalparks in der Umgebung, darunter der Cape Le Grand National Park, eine bedeutende Touristenattraktion und nur 56 km von der Stadt entfernt. Esperance ist auch fast der letzte Ort vor dem großen Nichts: Die Nullarbor Plains, eine weite, baumlose Ebene, und eine Strecke von über 2.000 km trennen den Ort von Adelaide in South Australia.


Am Hafen

Esperance ist berühmt für seine wundervollen Strandabschnitte, denen ich eine eigene Seite gewidmet habe. Direkt vor der Stadt ist das Meer zwar nett, lädt aber nicht gerade zum Baden ein. Dafür kann man auf den ausgedehnten Spazierwegen und gepflegten Rasenflächen ein wenig die Beine vertreten. Wunderbare, über 100 Jahre alte Norfolk Tannen säumen die Uferpromenade und sind ein echter Blickfang. Möwen sitzen hier überall herum, dazwischen ein paar Pelikane.

Es gibt ein Riff am Ende der Town Jetty, ein guter Platz zum Fischen. Das tun dort auch täglich einige Einheimische, die man dabei beobachten kann. Angeblich sollen hier auch regelmäßig Seelöwen vorbeikommen uns eine Siesta halten, wir haben leider nicht einen einzigen gesehen Die Kolonie der Tiere befindet sich auf einer vorgelagerten Insel namens Woody Island, die man im Laufe einer gebuchten Katamarantour besuchen kann. Die Jetty, die sich weit in die Esperance Bay erstreckt, liegt direkt gegenüber dem großen Kreisverkehr, an dem die Dempster Street auf The Esplanade mündet.

Beherrschend für die Szenerie ist der Frachthafen, an dem meist einige dicke Pötte anliegen und Erz oder Getreide laden. Schließlich befindet sich hier der angeblich tiefste Hafen der Südküste Australiens. Ein kleiner Parkplatz mit vielen Möwen befindet sich direkt davor. Drei Kilometer nördlich via Goldfields Road erreicht man Bandy Creek und den Bandy Creek Boat Harbour, das Zentrum der örtlichen Fischindustrie.


Google Map zum Thema

Esperance Hafen


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Video zum Thema

Australian Picnic in Esperance

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